Hohe Energiekosten Bahn-Tickets werden um knapp fünf Prozent teurer

Zum Fahrplanwechsel im Dezember werden Fernfahrten mit der Deutschen Bahn teurer – auch Preise der Bahncards ziehen an. Spar- und Supersparpreise hingegen sollen stabil bleiben.
ICE in Köln: Zum Fahrplanwechsel werden Fernfahrten teurer

ICE in Köln: Zum Fahrplanwechsel werden Fernfahrten teurer

Foto: Oliver Berg / dpa

Kurz vor Weihnachten wird es teurer: Die Deutsche Bahn erhöht die Preise für Fernzugreisen. Auch die Bahncards 25, 50 und 100 werden teurer, wie der Konzern mitteilte. Zuvor wurde der Aufsichtsrat über die Änderungen informiert. Demnach hebt die Bahn die sogenannten Flexpreise ab dem 11. Dezember um durchschnittlich knapp sieben Prozent an. Die Preise für die drei Bahncard-Abos, mit denen Fahrgäste pro Fahrt 25, 50 oder 100 Prozent Rabatt bekommen, steigen demnach um 4,9 Prozent.

Unverändert bleiben laut Bahn hingegen die Spar- und Supersparpreise, von denen pro Fahrt stets ein gewisses Kontingent ab 21,90 Euro beziehungsweise 17,90 Euro zur Verfügung steht. Auch die Reservierungskosten für Sitzplätze blieben gleich, teilte die Bahn weiter mit.

Zwei Milliarden Euro Mehrkosten

Als Begründung für die höheren Preise verweist der Konzern auf die deutlich gestiegenen Energiekosten, die auch der Bahn zu schaffen machten. »Wie viele andere Unternehmen ist auch die DB gezwungen, auf die massiven Teuerungen mit einer Anpassung der Preise zu reagieren«, hieß es. Bahn-Vorstandsmitglied Michael Peterson hatte Mitte des Monats erklärt, die erwarteten Mehrkosten des Konzerns beliefen sich auf das Jahr gerechnet auf zwei Milliarden Euro. Für den Regionalverkehr außerhalb von Verkehrsverbünden hatte der Deutschlandtarifverbund bereits Anfang September eine Anpassung der Preise von durchschnittlich 4 Prozent angekündigt. Der Konzern betonte, er bleibe mit den neuen Anpassungen unter der aktuellen Inflationsrate.

Der neue Fahrplan, der ab dem 11. Dezember gilt, ist laut Bahn ab dem 12. Oktober buchbar. Bis einschließlich zum 10. Dezember können die neuen Angebote noch zum alten Preis gebucht werden.

Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn, äußerte Verständnis für die Maßnahme. »Kein Fahrgastverband ist begeistert, wenn Preise steigen«, sagte er der dpa. »Auf der anderen Seite müssen wir eben sehen, dass es tatsächlich deutliche Steigerungen bei den Energiekosten gibt.«

Jedoch kritisierte Naumann, dass die Preiserhöhungen vor allem von Vielfahrern genutzte Angebote träfen. »Die deutlichsten Preiserhöhungen werden mal wieder den treuesten Kunden zugemutet«, sagte er. »Hier muss endlich mal an die Vielfahrer gedacht werden. Sie sind nicht die Melkkuh der Bahnfahrer.« Verantwortlich für eine finanzielle Entlastung von Verbraucherinnen und Verbrauchern sei indes der Bund.

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Schon zum Fahrplanwechsel im vergangenen Dezember hatte die Deutsche Bahn die Preise im Fernverkehr erhöht, damals um durchschnittlich 1,9 Prozent. Schon lange wird kritisiert, dass sich solche Änderungen im komplexen Preissystem der Bahn nur schwer nachverfolgen lassen.

Mit dem nun erhöhten Flexpreis können Fahrgäste in der Regel an einem bestimmten Tag zu einer beliebigen Abfahrtszeit in den Zug steigen. Die günstigeren Spar- und Supersparpreise gehen dafür mit einer Zugbindung einher.

ani/dpa
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