Schlechtester Wert seit 2015 Züge der Deutschen Bahn immer öfter verspätet

Traurige Bilanz: Beinahe jeder dritte Fernzug war im vergangenen April unpünktlich. Die Deutsche Bahn verspricht Besserung – sieht die Schuld aber auch bei anderen.
Zugreisende am Berliner Hauptbahnhof

Zugreisende am Berliner Hauptbahnhof

Foto: Annette Riedl / dpa

Die Fernzüge der Deutschen Bahn haben sich im April so oft verspätet wie lange nicht. Die ICE- und Intercity-Züge kamen in nur 69,1 Prozent der Fälle pünktlich, wie das Unternehmen mitteilte. Das war die niedrigste Quote seit dem Juli 2015. Als pünktlich gilt ein Zug dabei, wenn die planmäßige Ankunftszeit um nicht mehr als sechs Minuten überschritten wird.

Ein Bahnsprecher führte die Verschlechterung hauptsächlich auf Baustellen zurück. In Schienen und Bahnhöfe fließe in diesem Jahr die Rekordsumme von 13,6 Milliarden Euro. »Im April hat die Bahn im Schwerpunkt an besonders stark befahrenen Strecken gebaut.« Die Bahn hatte vorab angekündigt, dass Fahrten rund um Ostern deshalb länger dauern könnten.

Grenzkontrollen sorgen für Verspätungen

Größere Arbeiten gab es demnach etwa zwischen Berlin und München, Fulda und Frankfurt, Frankfurt und Köln, Karlsruhe und Basel sowie Stuttgart und Ulm. »Zusätzlich wirkten sich auch die andauernden Grenzkontrollen negativ auf die Pünktlichkeit aus«, sagte der Sprecher.

Dabei zählte die Bahn in den Osterferien erstmals wieder so viele Fahrgäste wie vor der Coronapandemie. Allein von Gründonnerstag bis Ostermontag waren im Fernverkehr 1,8 Millionen Menschen unterwegs und damit 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Durchschnittlich waren ICE- und IC-Züge nach Unternehmensangaben zu 54 Prozent ausgelastet, wobei zusätzlich Sonderzüge eingesetzt wurden.

80 Prozent der Züge sollen 2022 pünktlich sein

Für das Gesamtjahr hat sich der Konzern vorgenommen, eine Pünktlichkeitsquote von 80 Prozent im Fernverkehr zu erreichen. 2021 waren im Schnitt etwas mehr als 75 Prozent der ICE- und IC-Züge pünktlich gewesen.

Der Konzern erwartet, dass viele Baustellen die Züge noch einige Jahre ausbremsen werden. Er beziffert den Investitionsstau in der Infrastruktur auf knapp 60 Milliarden Euro. Für 2030 liegt das Pünktlichkeitsziel bei 85 Prozent.

rai/dpa
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