Pandemieeffekt fällt weg Zahl der Verkehrstoten steigt wieder

Unfalltote, Verletzte, Blechschäden: Während der Pandemie gab es so wenige Verkehrstote auf deutschen Straßen wie seit 70 Jahren nicht. Der Effekt ist nun jedoch verpufft.
Kreuz am Straßenrand in Bayern: Statistiker rechnen für 2022 mit 2790 Verkehrstoten in Deutschland – ein Anstieg um neun Prozent

Kreuz am Straßenrand in Bayern: Statistiker rechnen für 2022 mit 2790 Verkehrstoten in Deutschland – ein Anstieg um neun Prozent

Foto: Michael Bihlmayer / IMAGO

Das Statistische Bundesamt erwartet für das laufende Jahr 2022 einen deutlichen Anstieg der Verkehrstoten in Deutschland. Ausgehend von den Zahlen für den Zeitraum von Januar bis September 2022 rechnet die Behörde für das Gesamtjahr mit einem Anstieg um mehr als 220 Toten im Vergleich zum Vorjahr. Das wären dann etwa 2790 Menschen, die im Straßenverkehr gestorben sind, ein Anstieg um rund neun Prozent.

Coronajahre brachten Tiefstand bei Verkehrstoten

In den Coronajahren waren deutlich weniger Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen. Mit 2719 Verkehrstoten im Jahr 2020 und 2562 Verkehrstoten im Jahr 2021 waren neue Tiefststände seit Beginn der Statistik im Jahr 1950 erreicht worden. Der Grund: Weil Menschen aufgefordert waren, zu Hause zu bleiben, und deutlich mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Homeoffice arbeiteten, wurden auf deutschen Straßen deutlich weniger Kilometer zurückgelegt als vor der Pandemie. Das zeigen Statistiken des Kraftfahrt-Bundesamts.

Auch Zahl der Verletzten steigt

Die Zahl der Verletzten im Straßenverkehr wird nach Schätzungen der Statistiker im Gesamtjahr 2022 ebenfalls um rund neun Prozent im Vergleich zu Vorjahr steigen. Das wäre ein Anstieg um etwa 30.000 Menschen auf ungefähr 353.000 verletzte Unfallopfer.

Auch die Zahl der polizeilich erfassten Unfälle dürfte mit mehr als 2,4 Millionen höher sein als im Vorjahr: Das wären etwa 4 Prozent, hieß es. Dennoch geht die Behörde davon aus, dass die Zahl der Unfälle mit Toten und Verletzten unter der des Jahres 2019 bleibt, das nicht durch die Coronapandemie beeinflusst wurde.

In den vergangenen 50 Jahren wurde viel für die Verbesserung der Verkehrssicherheit erreicht, wie die Statistiker betonten. So waren 1972 in Deutschland bei weitaus weniger zurückgelegten Kilometern noch rund 20.000 Menschen im Straßenverkehr tödlich verunglückt. Die Bundesregierung hat sich in ihrem Verkehrssicherheitsprogramm vorgenommen, die Zahl der Verkehrstoten von 2021 bis 2030 um 40 Prozent zu senken.

koe/dpa
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