Zahlen des Statistischen Bundesamts Fast jeder dritte Verkehrstote starb durch überhöhte Geschwindigkeit

Höhere Bußgelder für zu schnelles Fahren wurden zuletzt hitzig diskutiert. Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen nun: Jeder dritte Verkehrstote starb 2019 bei einem Geschwindigkeitsunfall.
Die Zahl der Toten bei Verkehrsunfällen sank 2019 auf einen historischen Tiefstand, dennoch starb ein Drittel der 2019 im Straßenverkehr getöteten Menschen, weil mindestens einer der in den Unfall verwickelten Fahrer zu schnell fuhr.

Die Zahl der Toten bei Verkehrsunfällen sank 2019 auf einen historischen Tiefstand, dennoch starb ein Drittel der 2019 im Straßenverkehr getöteten Menschen, weil mindestens einer der in den Unfall verwickelten Fahrer zu schnell fuhr.

Foto: Martin Dziadek / Die Videomanufaktur / IMAGO

Fast ein Drittel der Menschen, die 2019 bei einem Verkehrsunfall ums Leben kamen, ist bei einem sogenannten Geschwindigkeitsunfall gestorben. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurden 963 Menschen bei solchen Unfällen getötet, insgesamt starben 3046 Menschen auf Deutschlands Straßen. 53.687 wurden verletzt, 13.769 davon schwer. Bei einem Geschwindigkeitsunfall wirft die Polizei demnach mindestens einem der in den Unfall verwickelten Fahrer ein "nicht angepasstes Tempo" vor.

Bei besonderen Wetterbedingungen wie Starkregen oder Nebel könne auch ein Tempo unter der normal zulässigen Geschwindigkeit zu schnell sein. Laut dem Bundesamt stellte die Polizei in mehr als 41.000 Fällen eine nicht angepasste Geschwindigkeit bei Unfällen mit Personenschaden fest. Dabei sei aber lediglich 2130 Mal die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten worden.

Die Debatte über das Thema Geschwindigkeit auf der Straße ist zuletzt wieder aufgeflammt. Der Bußgeldkatalog der neuen Straßenverkehrsordnung, der deutlich schärfere Regelungen für Fahrverbote und Bußgelder enthielt, entpuppte sich wegen eines Formfehlers als nichtig, mehrere Bundesländer schicken eingezogene Führerscheine bereits zurück. Ob die strengeren Regeln in gleicher Form wieder in Kraft treten, ist bisher unklar, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sprach sich wiederholt gegen die höheren Bußgelder aus.

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Doch nicht nur beim Thema Bußgeld spielte die Geschwindigkeit eine Rolle, sie könnte auch zum Streitpunkt bei künftigen Koalitionsgesprächen werden. So sprach sich der Grünenvorsitzende Robert Habeck kürzlich für ein generelles Tempolimit von 130 Kilometern pro Stunde auf Autobahnen aus und kündigte dieses als eine der ersten Maßnahmen einer neuen Bundesregierung mit Grünenbeteiligung an. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zeigte sich - im Gegensatz zu seinem Parteikollegen Scheuer - offen für ein Tempolimit.

ene/dpa