E-Bikes im Test der Stiftung Warentest Easy Rider mit Schwachstellen

Die Stiftung Warentest hat zwölf E-Bikes getestet, die auf Komfort ausgelegt sind. Alle brachten Fahrspaß, doch bei manchen besteht Brandgefahr. Am Ende schnitten nur vier Räder mit "gut" ab.
Die Stiftung Warentest hat zwölf E-Bikes getestet - dabei schnitten jedoch nur vier Exemplare gut ab, bei manchen bestand sogar Brandgefahr

Die Stiftung Warentest hat zwölf E-Bikes getestet - dabei schnitten jedoch nur vier Exemplare gut ab, bei manchen bestand sogar Brandgefahr

Foto: Stiftung Warentest

Pedelecs vereinen das beste vieler Welten: Sie sind flexibel wie ein Fahrrad, unterstützen den Fahrer aber bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h elektrisch beim Treten. Steile Anstiege werden so zu sanften Hügeln und die E-Bikes ermöglichen das unverschwitzte Ankommen im Büro oder längere Radtouren. Das hat offenbar einen nachhaltigen Effekt, so gaben 84 Prozent der E-Bike-Besitzer in einer Umfrage der Stiftung Warentest an, durch ihr Pedelec mehr Fahrrad zu fahren als vorher.

Nun hat die Stiftung Warentest zwölf auf Komfort ausgelegte, zwischen 2150 und 3500 Euro teure E-Bikes getestet , die ein einfaches Aufsteigen ermöglichen. Alle verfügten über einen Mittelmotor, hydraulische Scheibenbremsen und einen Rahmen mit geschwungenem Rohr und Durchstieg mit vollintegriertem Akku.

KTM holt Testsieg mit Vorsprung

Dabei schnitten jedoch nur vier Fahrräder am Ende gut ab, die restlichen Exemplare offenbarten Schwachstellen. Die Räder von Stevens, Pegasus, Raleigh und KTM ließen die übrigen Exemplare hinter sich, das KTM Macina Tour sicherte sich mit einigem Vorsprung den Testsieg.

Das Kalkhoff Endeavour 5.S Move und das Kettler Paramount 10G waren dagegen mangelhaft, beide Fahrräder waren nicht brandsicher. Die Ergebnisse im Überblick:

  • Kettler Paramount 10G (Note 5,0, 2790 Euro): Das Steckergehäuse des Akkus des Paramount fiel im Test durch die Brandsicherheitsprüfung. Zusätzlich war der Shimano-Antrieb ungünstig abgestuft und der sechsgliedrige Akku schwer einzusetzen. Zwar überzeugte die aufrechte, angenehme Sitzposition, das Rad erlaubt aber nur eine Last von 20 Kilogramm auf dem Gepäckträger.

  • Kalkhoff Endeavour 5.S Move (Note 5,0, 3100 Euro): Auch hier bestand ein Steckergehäuse den Brandsicherheitstest nicht, allerdings das des Ladegeräts. Der Dauertest führte außerdem zu einem Riss der Sattelstütze, der zu einem Bruch führen könnte. Auch der Shimano-Antrieb des Endeavour war ungünstig abgestuft, außerdem lässt es nur 130 Kilogramm Gesamtgewicht zu. Das Knarren des breiten Lenkers störte das ansonsten gute Fahrerlebnis.

  • Pegasus Premio Evo 10 Lite (Note 2,4, 3100 Euro): Das Premio fuhr mit und ohne Gepäck stabil und überzeugte mit einer sehr aufrechten Sitzposition und griffigen Pedalen. Der gut abgestufte Motor war jedoch laut und das Licht etwas schwach. Der Akku reichte für 55 Kilometer, lud jedoch lange. Unpraktisch ist das Rad laut Stiftung Warentest jedoch vor allem beim Reparieren, denn die Anleitung gibt es nur auf CD. Dafür lässt sich das Rad durch eine Querstrebe am Motor trotz 28 Kilogramm Gewicht gut heben.

  • Stevens E-Courier PT5 (Note 2,3, 3000 Euro): Das Stevens-Pedelec fuhr insgesamt gut und sehr leise, war allerdings weniger wendig als andere Modelle und durch die Nabenschaltung bergauf schwächer. Der Akku kam auf 51 Kilometer Reichweite, verkantete im Test aber beim Einsetzen leicht. Auch das Licht des Stevens war laut Stiftung Warentest etwas schwach.

  • KTM Macina Tour 510 (Note 1,7, 2900 Euro): Bot als einziges Testexemplar sehr gute Fahreigenschaften, einen kraftvollen und gut abgestuften Motor. Außerdem lud der Akku vergleichsweise schnell und bot 55 Kilometer Reichweite. Das KTM-Rad fuhr sich laut Stiftung Warentest auch ohne Motorunterstützung besser als die meisten anderen Testräder, außerdem sind Sattelstütze und Gabel gefedert.

Insgesamt lagen Modelle mit Bosch-Motoren im Test vorne, das lag laut Stiftung Warentest jedoch nicht nur am Motor. Auch Exemplare von Bafang, Brose und Shimano schnitten demnach gut oder befriedigend ab.

Kunden sollten außerdem nicht pauschal nach dem kraftvollsten Antrieb Ausschau halten. Motoren mit viel Drehmoment wie der Bosch Performance Line CX unterstützen zwar stärker beim Treten, führen bei ähnlichen Akkus jedoch zu einer kleineren Reichweite als ein schwächerer Motor.

Ein schwacher Motor kann auch glücklich machen

Wer vor allem in flachem Gelände fährt, könne auch mit einem weniger starken Motor glücklich werden, rät die Stiftung Warentest. Gleichzeitig kann das hohe Drehmoment der Motoren zu hohen Beschleunigungen führen - und die kann unerfahrene Radfahrer überfordern.

Getestet wurden die Räder von sechs erfahrenen Radfahrern, vier Männern und zwei Frauen, die Fahrverhalten, Komfort und Schaltung bewerteten. Zwei Experten bewerteten die Fahrstabilität mit und ohne Gepäck, die Reichweite wurde auf einem Prüfstand ermittelt. Zusätzlich wurden bei Testfahrten die Kräfte an Lenkern, Gabeln und Sattelstützen aufgezeichnet und anhand dieser Daten 20.000 Kilometer auf einem Prüfstand simuliert.

Anmerkung der Redaktion: Dies ist eine gekürzte Fassung des Artikels. Grund für die Änderungen ist ein Abstimmungsfehler mit "Stiftung Warentest" zur Verwendung der Vorabinformationen.

ene
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