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Elektroauto-Brände Die Feuerwehren rufen um Hilfe

10.000 Liter Wasser, langwierige Löscharbeiten und Kontrollen: Brennende Elektroautos werden zum Problem für Feuerwehren. Sie verlangen, dass sich Hersteller stärker selbst um Unfallfahrzeuge kümmern.
aus DER SPIEGEL 35/2021
Feuerwehr in Groningen beim Löschen eines brennenden Elektro-VW

Feuerwehr in Groningen beim Löschen eines brennenden Elektro-VW

Foto: 112groningen.nl

Nach Berichten über brennende E-Autos fordert der Deutsche Feuerwehrverband von den Autokonzernen mehr Unterstützung. »Die Hersteller werden ihrer Verantwortung für Elektroautos und den damit verbundenen Risiken nach einem Brandereignis bislang nicht ausreichend gerecht«, sagt Peter Bachmeier, Vorsitzender des Fachausschusses Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz der deutschen Feuerwehren dem SPIEGEL.

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Zwar liege das Brandrisiko eines E-Fahrzeugs nicht höher als etwa bei einem Benziner. Das Löschen einer brennenden Batterie sei jedoch häufig komplizierter und langwieriger. »Ein normales Auto löscht man in einer Viertelstunde ab und braucht dafür 500 Liter Wasser«, sagt Bachmeier, »beim E-Auto ist die Feuerwehr hingegen oft zwei bis drei Stunden beschäftigt und braucht 10.000 Liter Wasser.« Danach müsse das Fahrzeug 72 Stunden beobachtet werden, um auszuschließen, dass die Batterie erneut Feuer fängt. Das könne nicht Aufgabe der öffentlichen Feuerwehren sein, so Bachmeier.

Stattdessen seien die Hersteller gefragt: Im Brandfall sollten sie Spezialisten entsenden, wie in der Chemieindustrie üblich, und das Fahrzeug später abtransportieren. In einzelnen Bundesländern wie Bayern übernehmen Abschleppfirmen die Verantwortung für das gelöschte Auto, doch laut Bachmeier existiert keine bundeseinheitliche Regelung. Er fordert von den Konzernen zudem die Bereitschaft, die Kosten für teure Spezialausrüstung der Abschleppfirmen zu übernehmen.

Nach Branchenangaben brennen in Deutschland täglich im Schnitt etwa 40 Autos, die meisten davon sind Benziner oder Diesel. Mit der steigenden Zahl an E-Autos häuften sich zuletzt jedoch Berichte über brennende Stromer. Mitte August geriet im niederländischen Groningen ein Elektro-VW ID.3 in Brand, die Ursache ist bislang ungeklärt.

Vergangene Woche hat außerdem der US-Hersteller General Motors sein Rückrufprogramm für das E-Auto Chevrolet Bolt auf insgesamt 142.000 Fahrzeuge ausgeweitet. Defekte in einzelnen Batteriezellen, so die Begründung, könnten zu Kurzschlüssen und Bränden führen.

sh
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