Höherer Zuschuss vom Staat Diese E-Autos werden jetzt besonders günstig

Die Bundesregierung erhöht die Kaufprämie für Elektroautos auf bis zu 9000 Euro. Einige Fahrzeuge können nun preislich mit Verbrennern mithalten, wie eine Übersicht zeigt.
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Hyundai, Mini, Seat und Co: Elektroautos für (relativ) wenig Geld

Foto: ULI_SONNTAG/ Auto-Medienportal.Net/ Hyundai

Eine Kaufprämie für alle, egal ob Elektroauto, Hybrid, Benziner und Diesel: Das Ziel der Autoindustrie, ein solches Modell im staatlichen Konjunkturpaket zu verankern, ist gescheitert . Die Hersteller gehen dennoch nicht leer aus, so will der Bund seinen Anteil an der Förderung von Elektroautos im Rahmen einer "Innovationsprämie" verdoppeln. Bisher teilten sich Staat und Hersteller die Förderung jeweils zur Hälfte, jeder steuerte bis zu 3000 Euro bei.

Alle Autos, die bisher vom Umweltbonus profitiert haben, erhalten nun die Innovationsprämie, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium. Bei Autos, die weniger als 40.000 Euro (netto) kosten, schießt der Staat also weitere 3000 Euro zu. Damit steigt die Prämie auf insgesamt bis zu 9000 Euro. Da der Herstelleranteil vom Nettokaufpreis  des Wagens abgezogen wird, spart der Kunde nach der Mehrwertsteuersenkung zusätzlich noch 480 Euro.

Vor allem kleine Elektroautos dürften von der Änderung profitieren. Bisher waren im Kleinwagensegment Verbrennermodelle oft deutlich günstiger als ansonsten identische Elektromodelle, teilweise kosteten sie nur rund die Hälfte. Nun nähern sich die Preise an.

Elektroautos und Verbrenner rücken preislich näher zusammen

So liegt der Einstiegspreis des Peugeot e-208 bei 29.682 Euro, bei einem Mehrwertsteuersatz von 16 Prozent (die Industrie will die bis Ende 2020 befristete Steuersenkung weitergeben). Die Verbrennerversion startet in der gleichen Ausstattungsstufe "Active" dagegen schon bei 16.669 Euro. Durch die höhere Elektroprämie rücken beide nun zusammen - bei einer Förderung von 9480 Euro läge die E-Variante mit 20.202 Euro nur noch knapp 4000 Euro über dem Einstiegspreis des gleichwertigen Verbrenners. Da ein Elektroauto im Unterhalt in der Regel günstiger ist als ein Diesel oder ein Benziner, kann sich ein gewisser Mehrpreis amortisieren.

Die höhere Prämie soll nach Angaben des Wirtschaftsministeriums möglichst zügig gelten, dazu müsse sie allerdings noch von der EU-Kommission genehmigt werden. Sofern diese Genehmigung erfolge, sei die höhere Förderung voraussichtlich rückwirkend für alle Fahrzeuge, die ab dem 4. Juni zugelassen wurden, anwendbar, erklärte das Ministerium auf Anfrage.

Wer sich die Prämie sichern will, musste dafür bisher einen Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle stellen. Dabei zogen zunächst die Autohersteller ihren Anteil der Förderung im Kauf- oder Leasingvertrag ab. Für den Erhalt des staatlichen Anteils mussten Käufer anschließend einen Antrag beim Bundesamt stellen und bekamen den Betrag nach der Bewilligung überwiesen. Die Prämien sollen dem Koalitionsausschuss zufolge "im bestehenden System" erhöht werden, demnach müsste das Verfahren dasselbe bleiben.

Trotz des höheren Zuschusses dürfte auch die höhere Prämie nicht zu einem plötzlichen Elektroauto-Boom führen. Denn viele Elektroautos waren bereits vor der Erhöhung extrem gefragt, manche, wie zum Beispiel der Seat Mii Electric sind derzeit gar nicht mehr bestellbar, bei vielen müssen sich Kunden auf lange Lieferzeiten einstellen - allerdings gilt die höhere Innovationsprämie auch bis Ende 2021.

Anmerkung der Redaktion: Dies ist eine aktualisierte Textfassung, die die vollen Ersparnisse durch die Kaufprämie, kombiniert mit dem temporär reduzierten Mehrwertsteuersatz, enthält.

ene
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