Elektroautos Zuschüsse für private Ladestationen sind aufgebraucht

In Deutschland mangelt es an öffentlichen Ladestationen für E-Autos. Nun enden auch noch die Subventionen für heimische Stromtankstellen. Die oberste Autolobbyistin wünscht sich einen weiteren Fördertopf.
Elektroauto beim Ladeprozess

Elektroauto beim Ladeprozess

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Simon Skafar / iStockphoto / Getty Images

Politik und Fachleute fordern, die Elektromobilität auszubauen – dazu gehört ein dichtes Netz aus Ladestationen. Es geht um öffentliche Stromtankstellen, aber auch um private Ladestationen am Haus  oder in der Garage. Bis auf Weiteres müssen Verbraucher für solche Geräte allerdings wohl mehr bezahlen.

Die staatlichen Fördergelder für solche Stationen sind jedenfalls erschöpft. Es sollten keine Anträge mehr gestellt werden, heißt es von der staatlichen Förderbank KfW. Laufende Verfahren seien von dem Stopp aber nicht betroffen.

Im Fördertopf waren insgesamt 800 Millionen Euro, das Programm wurde zweimal aufgestockt – zum letzten Mal im Juli um weitere 300 Millionen Euro. Das Geld kam aus dem Energie- und Klimafonds.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte bereits vor Kurzem mitgeteilt, das Förderprogramm habe einen großen Beitrag für die Elektromobilität in Deutschland geleistet. Mit den rund 800 Millionen Euro seien mehr als 800.000 Haushalte mit einem Zuschuss von 900 Euro beim Kauf und der Installation der Wandladestationen unterstützt worden. Diesen Trend müsse die nächste Bundesregierung fortsetzen.

Das Förderprogramm für private Ladepunkte sei eine wichtige Ergänzung zu den Förderprogrammen für die öffentliche Ladeinfrastruktur, erklärte die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller. »Die enorme Nachfrage zeigt, wie wichtig der Ausbau der Lademöglichkeiten im privaten Bereich ist. Nun müssen rasch entsprechende Maßnahmen für das Laden am Arbeitsplatz und im gewerblichen Bereich aufgelegt werden.«

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Außerdem brauche der Ausbau der Ladeinfrastruktur, auch der Schnellladeinfrastruktur, im öffentlichen Bereich weitere Unterstützung, mehr Koordination vor Ort und mehr Tempo. »Wenn die Menschen das Vertrauen haben, überall laden zu können: zu Hause, am Arbeitsplatz, im Handel und auf den öffentlichen Straßen, wird die Akzeptanz der Elektromobilität weiter steigen.«

Bei der Fortsetzung von möglichen weiteren Fördergeldern ist nun die neue Bundesregierung gefragt. SPD, Grüne und FDP verhandeln derzeit über eine Koalition. Mehr Elektroautos gelten als ein Schlüssel dafür, um Klimaziele im Verkehrsbereich zu erreichen. Im Verkehr sind Treibhausgasemissionen in den vergangenen Jahren kaum gesunken.

joe/dpa
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