Im November Neuzulassungen von E-Autos brechen um fast ein Viertel ein
Güterzug mit Neuwagen (Symbolbild)
Foto: Robert Michael / dpa-Zentralbild / dpaIm November wurden in Deutschland weniger neue Autos registriert: Die Pkw-Neuzulassungen sind um 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken. Das teilte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mit. Besonders deutlich war demnach der Rückgang bei den reinen Elektrofahrzeugen mit 22,5 Prozent. Verbrenner indes legten zu. In den ersten elf Monaten des Jahres stieg die Zahl der Neuzulassungen um 11,4 Prozent.
Aus Sicht der Bundesregierung geht die Entwicklung bei E-Autos in die falsche Richtung: Ihrem Plan zufolge sollen bis 2030 auf deutschen Straßen 15 Millionen E-Autos fahren, damit Deutschland seine Klimaziele im Verkehrssektor erreichen kann. Aktuell sind gut 1,3 Millionen reine Elektroautos zugelassen. Um das 15-Millionen-Ziel zu erreichen, müssten in jedem Monat mehr als 150.000 E-Autos zugelassen werden.
Im November waren es lediglich 44.942 Stück. Ihr Anteil an allen Neuzulassungen betrug laut KBA 18,3 Prozent. Die Zahl der Plug-in-Hybride brach im Jahresvergleich um 59,3 Prozent ein.
Den Angaben zufolge wurden im November insgesamt 245.701 Pkw neu zugelassen. Die gewerblichen Neuzulassungen nahmen dabei mit 4,1 Prozent im Vorjahresvergleich weniger stark ab als die privaten mit minus 8,6 Prozent.
Der Rückgang bei den E-Autos dürfte vor allem auf sinkende Subventionen und einen statistischen Effekt zurückzuführen sein: 2022 waren besonders die E-Auto- und Plugin-Zulassungen zum Jahresende stark gestiegen, weil die Förderung für E-Autos danach von 6000 auf 4500 Euro reduziert wurde und für Plug-in-Hybride zum neuen Jahr gänzlich wegfiel. Zum 1. September dieses Jahres lief zudem die staatliche Förderung für gewerbliche Käufe von E-Autos aus.
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Einen ähnlichen Effekt könnte es auch in diesem Jahr noch geben – allerdings wohl auf niedrigerem Niveau. Wegen der aktuellen Unsicherheit über den Fortbestand der Förderung von Elektroautokäufen erwartet Jan Miller, Autoexperte bei der Beratungsfirma EY, im Dezember noch einmal eine hohe Nachfrage nach Elektroautos. Wie es im neuen Jahr weitergehe, hänge von den staatlichen Subventionen ab, sagte er.
Nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts ist unklarer denn je, wie lange das Staatsgeld fließen kann. Ab dem 1. Januar sinkt die Kaufprämie für batterieelektrische Autos (mit einem Basispreis von maximal 45.000 Euro netto) auf 3000 Euro, der Hersteller gibt weitere 1500 Euro hinzu.
Die Zahl der Neuzulassungen von Pkw mit Benzinantrieben nahm im November um 12,5 Prozent auf 81.734 Fahrzeuge zu, was einem Anteil von 33,3 Prozent entspricht. 39.470 Neuwagen waren laut KBA mit einem Dieselantrieb ausgestattet, das waren 1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.