Verkehrswende Deutschland überholt USA bei Neuzulassungen von E-Autos

Die Kaufprämien zeigen Wirkung: In Deutschland hat sich der E-Auto-Verkauf fast verdreifacht. Laut Verkaufsstatistik sind deutsche Autobauer auch Tesla auf den Fersen.
E-Auto an Ladesäule

E-Auto an Ladesäule

Foto: Sylvio Dittrich / imago images

Deutschland hat die Vereinigten Staaten – immerhin Heimatmarkt des Elektropioniers Tesla – bei den Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen überholt. Das geht aus Daten des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) hervor. Auch die deutschen Autokonzerne konnten ihre Position der weltweiten Übersichtsstudie zufolge deutlich verbessern.

Der größte Markt für Elektroautos und Plug-in-Hybride blieb allerdings – mit großem Abstand – China mit 1,25 Millionen Neuzulassungen im Jahr 2020. Das ist mehr als ein Drittel der weltweit 3,18 Millionen.

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Bemerkenswert ist allerdings die Entwicklung: Während der chinesische Markt zuletzt um lediglich drei Prozent zulegte, lag das Plus weltweit bei 38 Prozent. Das liegt vor allen Dingen an den starken Zuwächsen in Europa. In Deutschland lagen die Zulassungen 264 Prozent über dem Vorjahreswert. Insgesamt wurden 2020 395.000 Elektrofahrzeuge angemeldet. EU-weit waren es insgesamt sogar etwas mehr als in China, nämlich 1,37 Millionen Fahrzeuge.

Auf Länderebene bezogen folgen hinter China und Deutschland die USA als drittgrößter Markt mit 322.000 neu zugelassenen Elektroautos und Plug-in-Hybriden im vergangenen Jahr. Dahinter folgen Frankreich (195.000), das Vereinigte Königreich (175.000) und Norwegen (108. 000).

»Der E-Fahrzeugmarkt entwickelt sich in vielen Ländern sehr vielversprechend, insbesondere in der Europäischen Union«, sagt Frithjof Staiß vom ZSW. Er führt den Boom allerdings auf höhere Fördersätze – etwa bis zu 9000 Euro Kaufprämie in Deutschland – und andere Maßnahmen wie die abgesenkte Mehrwertsteuer in Deutschland zurück.

Volkswagen ist Tesla auf den Fersen

Zum Jahresende gab es weltweit 10,9 Millionen Elektroautos und Plug-in-Hybride auf den Straßen. Fast die Hälfte des Bestands zählt das ZSW dabei in China, in den USA sind es 1,77 Millionen. Deutschland kommt auf rund 569.000 und ist damit noch weit von seinem Ziel von 7 bis 10 Millionen im Jahr 2030 entfernt. Um diese Marke zu erreichen, müssten »in Deutschland im Schnitt jedes Jahr rund eine Million E-Fahrzeuge neu zugelassen werden«, so Staiß.

Deutsche Autohersteller schlugen sich 2020 gut, wie Daten aus den 19 größten Märkten für Elektroautos und Plug-in-Hybride zeigen. Auf Herstellerebene liegt Tesla dabei mit knapp 500.000 Neuzulassungen weltweit zwar weiter vorn, doch der VW-Konzern holt mit 422.000 reinen Elektroautos und Plug-in-Hybriden kräftig auf und springt von Rang sechs auf den zweiten Platz. BMW verteidigt mit 193.000 Rang vier, Daimler verbessert sich mit 163.000 auf den sechsten Platz. Die Ränge drei und fünf nehmen die chinesischen Autobauer SAIC und BYD ein.

beb/dpa