Autogramm Audi A3 Cabriolet Der Aufreißer

Audi ergänzt die A3-Baureihe um ein Cabriolet. Das neue Modell basiert auf der Limousine und sieht viel besser aus als die Vorgängervariante. Dass der Wagen ausgerechnet jetzt vorgestellt wird, wenn kein Mensch ans Cabriofahren denkt, folgt einem speziellen Kalkül.


Der erste Eindruck: Schick und schlank ist der offene A3 geworden und gar nicht mehr so pummelig wie früher. Es basiert nämlich nicht mehr auf dem kurzen Dreitürer, sondern auf der neuen Limousine und wuchs deshalb um rund 20 Zentimeter in die Länge. Und Länge läuft - das gilt nicht nur im Bootsbau, sondern auch beim Autodesign.

Das sagt der Hersteller: "Sportlich, elegant und vielseitig" - so positioniert Audi das A3 Cabrio als Sommerauto, mit dem man auch im Winter Spaß haben kann. Der Premierentermin zum Beginn der Schmuddelsaison folgt jedoch einer anderen Logik: "Jetzt reifen die Kaufentscheidungen fürs nächste Frühjahr", sagt ein Audi-Sprecher. "Wer dann ein Cabrio verkaufen will, der muss jetzt auf die Shopping-Liste der Interessenten". Der Mechanismus funktioniere auch umgekehrt: Wolle man als Kunde im Frühjahr zu den ersten gehören, die in einem neuen Auto vorfahren, dann müsse man allmählich an eine Bestellung denken.

Das ist uns aufgefallen: Das neue Cabrio ist praktischer geworden. Weil der Radstand zunimmt, gibt es auch im Fond mehr Beinfreiheit. Und der Kofferraum fasst mit einem Volumen von 320 Litern zumindest das Gepäck für einen kürzeren Urlaub. Geblieben ist, trotz der neuen Proportionen, die alte Unübersichtlichkeit. Die Sicht nach hinten - egal ob das Verdeck geschlossen oder offen ist - ist arg eingeschränkt.

Ein Parkpiepser ist deshalb das Mindeste, was man als Extra bestellen sollte. Besser wäre allerdings die Rückfahrkamera, die Audi ebenfalls anbietet - zusammen mit jeder Menge anderer Extras, mit denen man den Preis des Cabrios locker um zehntausend Euro oder mehr in die Höhe treiben kann. Auch in dieser Hinsicht macht sich der Aufstieg des Audi A3 Cabrios bemerkbar, vom A5 Cabrio trennen den Wagen lediglich 21 Zentimeter und bei ähnlicher Motorisierung außerdem nur 3500 Euro.

Bemerkenswert ist die Präzision, mit der Audi den A3 mittlerweile zum vornehmsten Auto der Kompaktklasse aufgerüstet hat. Die Schalter klicken vornehm, der Klavierlack glänzt, die Metallkonsolen sehen massiv und nicht nach Blende aus. Gleichzeitig wirkt das Auto bei aller Finesse seltsam unterkühlt und ein bisschen seelenlos.

Zwar entwickelt der 1,8 Liter große Vierzylinder-Turbomotor so viel Dampf, dass die Vorderräder auf nasser Straße und in engen Kehren um Haftung betteln. Und ein Wert von 7,8 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 sollte allemal reichen, um den Puls zu beschleunigen. Doch für ein Auto, das Emotionen wecken soll, klingt der Vierzylinder einfach zu blass und brav. Für ein paar Schallklappen im Auspuff - gekoppelt zum Beispiel an den "dynamic"-Modus der elektronischen Fahrprogrammierung "drive select" - hätte es doch noch reichen können. Zumal: Im sportlichen Top-Modell Audi S3 gibt es dieses System ohnehin.

Das muss man wissen: Bestellbar ist das A3 Cabrio bereits, ausgeliefert werden die Autos ab März nächsten Jahres. Wer unter den ersten Kunden sein will, muss mindestens 31.700 Euro für den 1,4-Liter-Benziner mit 140 PS anlegen. Die Variante mit dem hier getesteten 180-PS-Motor kostet mindestens 35.800 Euro, die mit dem 2,0-Liter-TDI mit 150 PS gibt es als vorerst

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Autogramm Audi A3 Cabrio: Weg mit der Mütze
einzigen Diesel ab 34.300 Euro. Kurz nach dem Start folgt ein 1,4-Liter mit 125 PS, was den Einstiegspreis auf 30.500 Euro drückt. Außerdem ergänzen ein 1,6-Liter-Diesel mit 110 PS sowie eine 184-PS-Version des 2,0-Liter-TDI die Modellpalette. Und wer tatsächlich etwas mehr Seele möchte, bekommt im Sommer das Top-Modell S3 Cabrio mit 300 PS. Auch beim Kompaktcabrio sind einige Versionen mit Allradantrieb verfügbar, und mit Doppelkupplungsgetriebe sowieso.

Besonders stolz sind die Bayern übrigens auf das verbesserte Verdeck: Die Konstruktion aus Magnesium, Aluminium und Stahl bewegt sich serienmäßig auf Knopfdruck und kann bis Tempo 50 auch während der Fahrt bedient werden. Der Striptease des A3 dauert 18 Sekunden, in denen sich das Dach in eine spezielle Wanne im Kofferraum faltet - und dabei nur 45 Liter Platz beansprucht. Wer für 250 Euro Aufpreis das sogenannte Akustik-Verdeck bestelle, genieße unter einer zusätzlichen Dämmschicht das leiseste Cabrio in dieser Klasse, behaupten die Audi-Leute.

Das werden wir nicht vergessen: Wie egal einem in diesem Cabrio plötzlich das Wetter wird. Das Dach ist so gut isoliert, dass man sich tatsächlich wie in einem Coupé fühlt. Und wenn auch nur ein bisschen die Sonne scheint, kann man zu jeder Jahreszeit die Hülle fallen lassen. Die Klimaanlage wechselt dann automatisch in die höchste Stufe, die Sitzheizung wärmt den Rücken und der Nackenföhn hüllt den Kopf in eine warme Wolke. Solange Scheiben und Windschott ausgefahren sind, spürt man auch vom stärksten Sturm im Auto nur noch ein laues Lüftchen.

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insgesamt 70 Beiträge
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mattin666 14.11.2013
1. Schön
Die Front ist sehr zeitlos und schön. Das Heck ist okay, ebenso der Innenraum. Finde den 1,8Turbo sehr angenehm zu fahren. Der Aufpreis gegenüber einem Opel Cascada kann sicherlich zum Teil damit argumentiert werden. Ansonsten finde ich den Audi und den Opel momentan sehr interessant auf dem Cabriomarkt, wobei der Audi schon recht teuer ist, wenn man ihn mit dem Opel vergleicht. Habe im Cascada schon gesessen, da finde ich den Innenraum etwas schöner, wobei das Geschmackssache ist. Für den Audi spricht sicherlich das Image. Schwierig.
er569 14.11.2013
2. Gratulation...
an Audi zur Fortführung seines "beliebigen" und ausgelutschten Designs. Ähnlichkeiten mit dem Topseller VW EOS sind vermutlich nur rein zufällig. Dann doch lieber gleich das Original und nicht den VW audi. Great job. Thumbs up!
tommahawk 14.11.2013
3. Audi-Text und fertig ist der Bericht
Das ist mal wieder ein journalistisches Hughlight. Der Erfinder der investigativen Recherche veröffentlich einen Auditext in schönstem Marketingsprech und spuckt so seine Pseudo eiträge in den Äther. Zum Auto selbst: Ein Audi halt. Das Design kennt man seit vielen Jahren. Langeweile pur. Da spielen irgendwelche Längen- und Breitenangaben doch pberhaupt keine Rolle. Das A3-Cabrio wird wohl die emotionslose Neukarre in 2014 - voll Mainstream und Zielgruppe Nachwuchs-Beamter. Na dann mal viel Erfolg Audi!
ctwalt 14.11.2013
4. Ja nee. ist klar........
Sind wir also bei ca. € 50.000,- für ein ordentlich motorisiertes und brauchbar ausgestattetes A3 Cabrio angekommen...... LÄCHERLICH !!!
spaas11 14.11.2013
5. ich
bin beileibe kein Audi Fan. Aber dieses Fahrzeug finde ich gelungen...
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