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Autogramm Audi Q7: Alle in einem

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Autogramm Audi Q7 Du hast abgenommen?

Audi ist beim neuen Q7 ein Kunststück gelungen: Der SUV ist luxuriöser und geräumiger als der Vorgänger, wiegt dabei 300 Kilo weniger und fährt entsprechend sparsamer. Leider vermittelt das Design des Wagens aber Stillstand statt Fortschritt.

Der erste Eindruck: Das war nix! Der für Audi dringend nötige Designsprung ist beim Q7 nur ein kleiner Hüpfer geworden. Mit schärferen Linien und knackigeren Proportionen steht der neue SUV zwar gut da, sieht aber fast so aus wie der alte.

Das sagt der Hersteller: Der neue Q7 verbraucht 28 Prozent weniger Sprit als sein Vorgänger und ist 300 Kilo leichter - nach Ansicht von Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg ein Beleg für den Audi-Slogan "Vorsprung durch Technik". Es klingt, als feiere Hackenberg diese Werte als Befreiungsschlag für die Marke aus Ingolstadt, die ihre selbsterklärte innovative Führungsrolle durch zu viele Kurs- und Personalwechsel zuletzt eingebüßt hat.

"Wir haben wirklich jede einzelne Schraube und jedes Blechteil auf die Waage gelegt", sagt Projektleiter Steffen Scheunemann über den Q7 und zählt ein paar Beispiele auf: Die in großen Teilen aus Aluminium gefertigte Karosserie ist rund 100 Kilo leichter geworden, die Achsen wiegen 70 Kilo weniger, und die Sitze sparen fast 20 Kilo. Selbst die Pedale bauen die Bayern jetzt aus Aluminium, weil das noch einmal ein Kilo bringt.

Das hat positive Nebeneffekte. So konnte Scheunemann zum Beispiel den Tank von 90 auf 75 Liter schrumpfen und noch einmal 46 Kilo gutmachen - und trotzdem eine größere Reichweite ermöglichen.

Das ist uns aufgefallen: Dass man es bei der ersten Fahrt kaum glauben kann, in einem fast zwei Tonnen schweren und fünf Meter langen Geländewagen zu sitzen. Denn auf der Autobahn ist das Fahrwerk so samtweich eingestellt und die Geräuschdämmung auch bei hohen Geschwindigkeiten so wirkungsvoll, dass man sich in einer Luxuslimousine wähnt.

Wechselt man dagegen auf die Landstraße, macht sich der Q7 überraschend klein: Durch die elektronische Charakterregelung lässt sich die Luftfederung strammer ziehen; dadurch und vor allem durch die aktiv mitlenkende Hinterachse wird der Riese richtig handlich.

Damit der Q7 wenigstens ein bisschen was von seinem theoretischen Verbrauchsvorteil auch in die Praxis rettet, stellt Audi dem Fahrer einen "prädiktiven Effizienzassistenten" zur Seite. Dieser nutzt das Navigationssystem und erkennt Kurven, Gefälle oder Tempolimits im Voraus. Sobald das System feststellt, dass eine Beschleunigung oder das Halten der Geschwindigkeit reine Energierverschwendung wäre, fordert es den Menschen auf, den Fuß vom Gas zu nehmen. Dazu erscheint eine Anzeige mit einem entsprechenden Symbolbild neben dem Tacho.

Das muss man wissen: Auf dem Papier stehen jetzt für die beiden drei Liter großen V6-Motoren folgende Werte: Der 272 PS starke Diesel soll mit 5,7 Litern auskommen, der 333 PS starke Kompressor-Benziner begnügt sich auf dem Prüfstand mit 7,7 Litern. Die Preise für den ab Juni lieferbaren Q7 beginnen zunächst bei 60.900 Euro.

Ein paar Wochen später folgt eine Einstiegsversion des V6-Diesels mit 218 PS und drückt den Grundpreis unter 60.000 Euro. Anschließend gibt es noch den Q7 e-Tron mit V6-Diesel und Plug-In-Hybrid und im nächsten Jahr den V8-Benziner sowie das Sportmodell - bei diesen Varianten kennt die Preiskurve jedoch nur eine Richtung: nach oben.

Das werden wir nicht vergessen: Wie viele Gegensätze der Q7 in sich vereint: Er ist luxuriöser und geräumiger als der Vorgänger und trotzdem sparsamer. Auf der Landstraße handlich wie ein Q5, auf der Autobahn so gediegen wie der A8 und bei Ikea so praktisch wie ein A6 Avant.

Das einzige, was neben den schieren Ausmaßen dieses Auto noch beinahe obszön wirkt, ist der Automatik-Wählhebel auf der Mittelkonsole. Denn der ist so groß, dass selbst der Kapitän eines Kreuzfahrtdampfers Minderwertigkeitskomplexe bekommen könnte.

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