Bugatti EB 16·4 "Veyron" Karges Kraftpaket

Ferdinand Piëchs Traum von einem Supersportwagen ist noch lange nicht ausgeträumt - im Gegenteil. In Paris präsentiert der VW-Chef eine neue Bugatti-Studie, die anders als der Vorgänger mit bescheidenen 16 Zylindern daher kommt.


Man kann darauf wetten: Wenn eine wichtige Automesse eröffnet wird, dann ist auch die VW-Konzernmarke Bugatti mit einer Neuheit dabei. Beim Autosalon in Paris ist das nicht anders. Das Traditionshaus zeigt erneut einen Supersportwagen - den Bugatti EB 16·4 "Veyron", mittlerweile Studie Nummer fünf.

Entwurf Nummer fünf: Der Bugatti 16.4 "Veyron"
Volkswagen Kommunikation

Entwurf Nummer fünf: Der Bugatti 16.4 "Veyron"

Benannt ist der Wagen, wie bereits einige seiner Vorgänger, nach dem ehemaligen Bugatti-Werksfahrer Pierre Veyron. Der Franzose gewann unter anderem das 24-Stunden-Rennen von Le Mans für Bugatti.

Entscheidender und neu allerdings ist der Namenszusatz 16·4. Der neue Wagen wird - theoretisch, denn eigentlich ist er zu einem immobilen Autoleben als Messeattraktion verdonnert - von einem 630 PS (463 kW) starken 16-Zylinder-Leichtmetall-Motor mit acht Litern Hubraum angetrieben, der als Mittelmotor vor der Hinterachse angeordnet ist.

Wenn der Fahrer entschlossen genug ist, mobilisiert das Aggregat ein maximales Drehmoment von 760 Nm. Der Direkteinspritzer setzt auch den optischen Akzent des Autos, denn er ist freiliegend hinter den beiden Sitzen installiert.

Freier Blick auf den Motor: Der 630 PS starke 16-Zylindermotor des Buggati soll 760 Nm Drehmoment auf die Straße bringen

Freier Blick auf den Motor: Der 630 PS starke 16-Zylindermotor des Buggati soll 760 Nm Drehmoment auf die Straße bringen

Das Design entstand - wie schon einige Bugatti-Studien zuvor - im "Center of Excellence Design" von Volkswagen. Schon die Außenmaße machen deutlich, dass es sich beim Veyron 16·4 um eine Art fliegendes Brett handelt. Das Auto ist 4,38 Meter lang und nur 1,20 Meter hoch. Um es noch geduckter und aggressiver erscheinen zu lassen, hat Chefdesigner Hartmut Warkuß dem Boliden 20-Zoll-Räder angepasst.

Richtig schwärmerisch beschreibt Geldgeber VW die Karosserie und spricht von "geradezu sinnlichen Formen". Damit der Betrachter das auch wirklick sieht und kapiert, ist die Studie zweifarbig lackiert, und zwar in den Farben "Moonlight Blue Perleffekt" (Dach, Motorhaube, Heck, Schweller, Frontspoiler) und "Silver Arrow Metallic".

Wie stets, wenn auf einer Studie der Name Bugatti prangt, hat auch dieser einen durchgehenden "Mittelscheitel"; abweichend von der Traditon dagegen wurden die Auspuff-Endrohre geformt: Die drei rechteckigen Abgasauslässe sind übereinander in der Mitte des Hecks angeordnet.

Kühles Innenleben: Gebürstetes Aluminium und Nubukleder bestimmen das Bugatti-Interieur

Kühles Innenleben: Gebürstetes Aluminium und Nubukleder bestimmen das Bugatti-Interieur

Im Innenraum herrscht exaltierte Kargheit. Die Materialien Aluminium (gebürstet und poliert) sowie Nubuk-Leder im Farbton "Havanna" - man könnte auch sagen Beige - bestimmen das Interieur.

Trotz aller Exklusivität und Finesse bleibt jedoch weiterhin die zentrale Frage unbeantwortet, ob und wann ein Bugatti in Serie gehen wird. Branchenkenner tippen darauf, dass der bis dahin noch hier und da veränderte Veyron 16·4 tatsächlich ab Ende 2002 gebaut wird.

Von VW gibt es weder ein Ja noch ein Nein. In der Einladung zur Präsentation des Wagens beim Pariser Salon hieß es klipp und klar: "Hierbei handelt es sich um einen reinen Fototermin, es gibt darüber hinaus keine weiteren Statements."



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