Chrysler 300C 2.7 Auffallen zum Basispreis

In seiner Heimat entwickelt sich der Chrysler 300C langsam zum Bestseller. Im siebten Monat in Folge erreichte die Fünf-Meter-Karosse in den USA mehr als 10.000 Verkäufe. In Deutschland waren es bislang lediglich rund 800 Fahrzeuge. Eine neue Einstiegsversion soll nun den Verkauf ankurbeln.

Von Frank Wald


Chrysler 300C: In Deutschland hält sich die Begeisterung für den Wagen in Grenzen

Chrysler 300C: In Deutschland hält sich die Begeisterung für den Wagen in Grenzen

"Seit seiner Einführung verkauft sich der Chrysler 300 praktisch wie von selbst", sagt Chrysler-Vertriebschef Gary Dilts. Wie gesagt, in den USA. Allein im Monat November fuhr dort die Luxuslimousine 11.506 Mal vom Hof des Händlers. Hinzu kommt der Titel "Auto des Jahres", die begehrteste Auszeichnung der amerikanischen Autoindustrie, die vom tonangebenden US-Fachmagazin Motor Trend verliehen wird.

In Deutschland hält sich die Begeisterung für den wuchtigen Wagen in Grenzen. Rund 800 Autos konnte der hiesige Importeur seit der Markteinführung Ende Juni absetzen. "Wir haben damit unser Ziel erreicht", sagt Chrysler-Sprecher Markus Hauf. Damit es im kommenden Jahr noch etwas besser läuft, ergänzen die Amis nun die 3,5-Liter-V6-Version mit 249 PS (183kW) und den 5,7 V8 Hemi (340 PS/250 kW) um eine neue Einstiegsmotorisierung. Der neue Sechszylinder mit 2,7 Liter Hubraum leistet 193 PS (142 kW) und kostet 34.900 Euro.

Fahrzeugschein
Hersteller: Chrysler
Typ: 300 C 2.7
Karosserie: Limousine
Motor: V6-Benziner
Hubraum: 2.736 ccm
Leistung: 193 PS (142 kW)
Drehmoment: 257 Nm
Von 0 auf 100: 11,1 s
Höchstgeschw.: 209 km/h
Verbrauch (ECE): 10,8 Liter
CO2-Ausstoß: 256 g/km
Kraftstoff: Normal
Versicherung: 19 (HP) / 23 (TK) / 27 (VK)
Preis: 34.900 EUR
Was auf den ersten Blick nach einem Schnäppchen aussieht, denn optisch wie technisch unterscheidet sich die Basisversion nicht von den teureren Brüdern. Derselbe stattliche Auftritt auf 18-Zoll-Leichtmetallrädern mit mächtigem Chrom-Grill, den großen Doppelscheinwerfern links und rechts und der riesigen Aluminium-Motorhaube. Inklusive einer standes- und zeitgemäßen Sicherheitsausrüstung, bestehend aus ESP, Antriebschlupfregelung ASR, ABS, Bremsassistent, Frontairbags und Windowbags für vordere und hintere Sitzreihe sowie Dreipunkt-Gurte auf allen Sitzen.

Und auch die üppige Komfortausstattung, u. a. mit elektrischen Sitz- und Spiegelverstellungen, 2-Zonen-Klimaautomatik, CD-Audio-System, Tempomat, Parkpilot, Xenon-Scheinwerfer und Metallic-Lackierung ist im Preis mit drin. Wie allerdings auch die seltsame Mischung aus erlesenen Materialien wie Leder, Holz, Chrom und Schildpatt-Design auf der einen und billig wirkendem Kunststoff und Ablageklappen in Plastik-Look auf der anderen Seite.

Allein die erste Probefahrt wirkt ernüchternd. Der Sechszylinder hat seine liebe Mühe den 1,8 Tonnen schweren Wagen auf Tempo zu bringen. Was vor allem an der zwar sanft, aber auffallend träge schaltenden Vierstufen-Automatik liegt, in der ein großer Teil der Leistung versuppt. Aus den nominellen 193 PS werden so "gefühlte" 140 PS. Ein Schaltgetriebe würde die Kraft sicher sehr viel effizienter auf die Straße bringen und nicht zuletzt dem europäischen Empfinden entgegen kommen. Doch dafür ist der Wagen - siehe oben - nicht gemacht. Und für US-Highways ist ein serienmäßiges Automatikgetriebe nun mal Standard.

Ebenso wie gute Laufkultur und ein entsprechender Fahrkomfort. Und da bewegt sich der Wagen, erst mal in Fahrt gekommen, durchaus auf dem Niveau hiesiger Oberklasse-Limousinen. Das Fahrwerk ist ausreichend straff, federt Bodenwellen und Querfugen aber noch angenehm ab. Auch bei Tempo 200 hält der 300C sicher und souverän die Spur. Die Lenkung könnte ein wenig direkter sein. Doch die schnelle Kurvenhatz ist ohnehin nicht seine Spezialität, dann schon eher das unaufgeregte Cruisen über lange Distanzen. Und dafür ist man in dem Ami gut aufgehoben.



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.