Citroën C3 Pluriel Das Ikea-Prinzip

Pluriel ist ein hübscher Name, Bellebü oder Farelund hätte aber auch gepasst. Warum? Weil der Neue von Citroën das erste Auto ist, das dem Ikea-Prinzip folgt. Klappen, klicken, verzapfen und verriegeln - der Pluriel lässt sich von einer Limousine in ein Cabrio, einen Spider, einen Pickup und zurück verwandeln.

Bislang mussten Cabrio-Besitzer mit einem Handicap leben: Lag der Transport eines Schubkarre, einer Waschmaschine oder einer Wickelkommode an, musste erst ein geeignetes Fahrzeug organisiert werden. Ein minimales Manko, gewiss, aber eben doch ein Manko. Citroën hat es jetzt korrigiert. "Der Pluriel ist das erste Cabrio, mit dem man einen Kühlschrank transportieren kann", sagt Thomas Albrecht, der deutsche Sprecher der französischen Marke. "Das Auto ist ein Beleg für die Kreativität unserer Marke."

Stimmt. Kein anderer Hersteller bietet ein vergleichbar wandlungsfähiges Fahrzeug an. Wie funktioniert das? Erster Schritt: Das vierlagige Stoffdach kann ganz nach Wunsch und Wetterlage per Elektromotor nach hinten geschoben werden (Panoramadach). Zweiter Schritt: Das Stoffdach wird über die Heckscheibe geschoben und dann komplett mit der Scheibe geklappt, gedreht und im Kellergeschoss des Kofferraums verstaut; zudem lassen sich die Seitenscheiben auf Knopfdruck komplett versenken (Cabrio). Dritter Schritt: Die bogenförmigen, je zwölf Kilo schweren Dachholme können vorne und hinten entriegelt und danach abgenommen werden (Spider). Vierter Schritt: Werden die beiden Rücksitze umgeklappt, entsteht ein großer, offener Laderaum und die Heckklappe verträgt eine Belastung bis zu 100 Kilo (Pick-up).

Nur mit Anleitung frei nach Ikea: Das vierlagige Stoffdach des Citroën C3 Pluriel....

Nur mit Anleitung frei nach Ikea: Das vierlagige Stoffdach des Citroën C3 Pluriel....

...kann per Elektromotor nach hinten geschoben und samt Heck- und Seitenscheiben komplett versenkt werden. Fertig ist die Cabrio-Version

...kann per Elektromotor nach hinten geschoben und samt Heck- und Seitenscheiben komplett versenkt werden. Fertig ist die Cabrio-Version

Die Dachholme können entriegelt und abgenommen werden. Voilà - die Spider-Version!

Die Dachholme können entriegelt und abgenommen werden. Voilà - die Spider-Version!

Für die Pick-up-Version werden die Rücksitze umgeklappt und die Heckklappe gelöst

Für die Pick-up-Version werden die Rücksitze umgeklappt und die Heckklappe gelöst


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Ein klasse Konzept. Allerdings sollte man ein wenig üben, ehe man die Simsalabim-Karosserie-Show auf einem öffentlichen Parkplatz vorführt. Die Handgriffe sind zwar nicht kompliziert, doch hier und da hakt es anfangs schon ein bisschen. Außerdem gibt es da noch ein Problem mit den Dachholmen: Für die nämlich ist kein Platz im Auto. Wer den Pluriel öfters als Spider nutzen möchte, sollte sich deswegen um zweierlei kümmern: Das Einholen einer zuverlässigen Wettervorhersage und das Bestellen des Zubehörpakets mit zwei Dachholm-Schutzhüllen, einem Dachholm-Ständer (für Hobbykeller oder Garage) und eine Cockpit-Abdeckplane (Aufpreis 205 Euro).

Hersteller:Citroën
Typ:C3 Pluriel
Karosserie:Cabrio/Roadster
Motor:Vierzylinder-Benziner
Hubraum:1.587 ccm
Leistung PS:110 PS
Leistung kW:81 kW
Drehmoment:147 Nm
Von 0 auf 100:11,6 Sek.
Höchstgeschw.:185 km/h
Verbrauch (ECE):6,6 Liter
CO2-Ausstoß:156 g/km
Kofferraum:266 Liter
Preis:17.350 €

Bei der Fahrvorstellung des C3 Pluriel - der Wagen teilt sich 60 Prozent seiner Bauteile mit dem im vergangenen Jahr vorgestellten Kleinwagen C3 - waren wir mit der Variante mit 1,6-Liter-Benzinmotor unterwegs. Es gibt auch noch eine Version mit 1,4-Liter-Benziner (75 PS/ 54 kW), die ab 15.850 Euro verkauft wird; im kommenden Jahr soll außerdem ein Pluriel mit Dieselmotor folgen. Zurück zum Modell 1,6: Serienmäßig gehören ABS, zwei Airbags, ESP, ein automatisiertes Fünfgang-Getriebe, Bordcomputer, höhenverstellbare Vordersitze und ein in zwei Richtungen verstellbares Lenkrad zur Ausstattung.

In Fahrt, vermittelt das Auto einen harmonischen Eindruck. Die Beschleunigung ist allemal ausreichend, das Fahrwerk o.k., das so genannte Sensodrive-Getriebe vielleicht ein wenig träge. In flotten Kurven neigt der Pluriel zum Untersteuern, mitunter wünscht man sich eine etwas straffere Gesamtabstimmung. Doch das Auto ist auch so, wie es ist, vollkommen in Ordnung. Der Pluriel will schließlich kein Sportwagen sein, kein Roadster und kein Kurvenfeger. Wenn es aber einen Wagen gibt, der in die Kategorie "Spaßauto" fällt, dann der Pluriel.

Dazu tragen nicht nur sein gewitztes Karosseriekonzept und seine angemessene Motorisierung bei, sondern auch das fröhliche Design von Donato Coco, der den Wagen stylte: mit freundlichen Scheinwerferaugen, einer lachenden Motorhaube, flotten Schriftzügen am A-Säulen-Sockel, auf den Einstiegsleisten oder auf den Vordersitzen und einem klug geordneten Armaturenbrett. Dass einige Hebel und Verkleidungsteile arg nach Plastik aussehen, ist zwar nicht besonders elegant, es stört aber auch nicht weiter. Der Pluriel steckt das mit einem Lächeln weg. Es scheint fast, als habe Citroën mit dem neuen Modell den Geist der guten alten Ente wiederbelebt.

Insgesamt 202 Millionen Euro steckten die Franzosen in die Entwicklung des Autos, das im spanischen Werk Villaverde bei Madrid gebaut wird. Ab 28. Juni wird der Pluriel bei den deutschen Händlern stehen. Und die sollen, so lautet der Plan, in diesem Jahr noch 5700 Exemplare verkaufen. Inklusive eines Faltblatts, das die Umbauphasen des Autos Schritt für Schritt erklärt. Im Prinzip wie bei Ikea.

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