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27. Juni 2016, 07:21 Uhr

DS 3

Dufte!

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Was als Marketingmanöver begann, wurde zum Ernstfall. Seit 1. Januar wird der Citroën-Ableger DS vom Kraftfahrt-Bundesamt als eigenständige Automarke geführt. Jüngstes Modell des "Start-ups": der Kompaktwagen DS 3.

Keine Knöpfe! Dass es das noch gibt. In einem Auto Baujahr 2016. Ein Lenkrad ohne Knöpfe! Klar, bei einem Lada oder Dacia würde man kein Multifunktionslenkrad erwarten. Aber das hier ist ein DS 3, ein sogenannter Lifestyle-Kleinwagen, in dem es einen Innenraumbedufter (Geruchsnote "Mango") gibt, einen schwarzen Dachhimmel, einen 7-Zoll-Touchscreen und eine in schillerndem Smaragdgrün lackierte Armaturentafel.

Das Lenkrad jedoch haben die Interieurdesigner offenbar übersehen. Es liegt prima in der Hand, hat drei Speichen und ist unten etwas abgeflacht. Man gibt damit die Richtung vor und die Hupe lässt sich wie üblich, durch Druck auf das Mittelteil, aktivieren - das wars. Keine weiteren Tasten, Wippen, Drehknöpfe oder Schalter für Radio, Telefon, Bordcomputer, Tempomat oder sonst was. Wunderbar!

Natürlich ist der DS 3 mit derlei Assistenten ausgestattet, etwa Tempomat, Geschwindigkeitsbegrenzer, Musikanlage oder Navigationssystem, doch diese Dinge werden über einen zusätzlichen (dritten) Lenkradhebel oder den zentralen Touchscreen bedient. Auch auf der Armaturentafel gibt es jetzt zwanzig Knöpfe weniger als bislang. Das bringt deutlich mehr Klarheit und Eleganz ins Auto, macht aber andererseits den Menüaufbau des Bordcomputers ziemlich kompliziert. Dem großen Ziel aller Autobauer, ein wirklich intuitives Bediensystem anbieten zu können, kommt auch der DS 3 nicht näher.

Das war sicher auch nicht die vorrangige Aufgabenstellung für den Wagen. Vielmehr soll er dem Trend zum aufgerüschten Kleinwagen folgen. Exemplarisch für diese Pkw-Spezies sind Mini, Fiat 500, Opel Adam oder auch Audi A1. Allesamt Großserienmodelle, die dank eines ausufernden Angebots an Ausstattungsoptionen bei ihren Besitzern die Illusion erzeugen, ein durch und durch maßgeschneidertes Automobil zu fahren - auch wenn es sich lediglich durch die Farbe der Außenspiegelgehäuse oder das Muster auf den Fußmatten von anderen unterscheidet.

Jetzt wird "ultra-personalisiert"

Beim DS 3 ist es ebenso. Zur Wahl stehen unter anderem sechs Sitzbezüge, acht Fußmattenmuster, 14 Leichtmetallfelgen sowie, Achtung, 78 Farbkombinationen für Dach und Karosserie. Inklusive der übrigen Optionen ergäben sich mehr als drei Millionen Konfigurationsmöglichkeiten für das kleine Auto; es sei damit "ultra-personalisierbar", sagt der Hersteller. Wer also einen DS 3 als Neuwagen kaufen möchte, sollte etwas Zeit mitbringen.

Die konnten wir sparen, um die Ausstattung der Testwagen hatte sich die Presseabteilung von DS ja schon gekümmert. Im Motorraum steckte der 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner mit 110 PS. Nur für diese Motorisierung bietet DS ein Sechsgang-Automatikgetriebe an, und das war auch in unserem Auto verbaut. Akustisch ergibt das eine sehr präsente, knurrige Kombination, das Fahrgefühl wiederum lässt sich am besten als moderat sportlich beschreiben.

Ein Auto zwischen Mini und Audi A1

Der Motor macht das Auto ausreichend flott und agil, jedoch keineswegs mitreißend. Dass der DS 3 in die Riege der extrovertierten Dynamiker einsortiert werden möchte, ließ sich bei unserem Wagen nicht am Antrieb, sondern eher aus Details wie den sportlich geschnittenen Sitzen, den Alu-Pedalen und dem leicht ruppigen Fahrwerk folgern. Wobei Letzteres, wie die Lektüre anderer Fahrberichte des DS 3 nahe legt, wohl vor allem an den 17-Zoll-Rädern liegt. Modelle mit der serienmäßigen 16-Zoll-Bereifung rollen angeblich angenehmer ab.

Am besten einordnen lässt sich der DS 3 durch den Vergleich mit einigen Konkurrenzmodellen. Ein Mini beispielsweise fährt sich etwas agiler und knackiger, dafür fehlt ihm die charmante Lässigkeit des DS 3 und dessen großzügiger Kofferraum von 285 Litern (Mini: 211 Liter). In dieser Disziplin wiederum kann der Audi A1 (270 Liter Kofferraumvolumen) mithalten, dafür fehlen ihm der Pfiff und die fröhliche Unbekümmertheit, die der DS 3 ausstrahlt. Und dem Fiat 500 fehlten rund 40 Zentimeter Länge und damit zugleich das für einen Kleinwagen angenehme Raumgefühl, das im DS 3 herrscht.

Ein großer Griff, um rauszukommen

Allerdings muss man festhalten, dass auch der DS 3 nur für zwei Insassen wirklich komfortabel ist. Es gibt das Auto ausschließlich als Dreitürer. Wer auf der Rückbank mitfahren muss, fällt beim Einsteigen in eine düstere Höhle. Das müssen auch die DS-Verantwortlichen so empfunden haben, denn immerhin gibt es an den B-Säulen auf Höhe der Fondfenster massive Haltegriffe, die sehr hilfreich sind, um sich aus der Hockposition im Heck hochzuziehen und mit einigermaßen Haltung aus dem Auto klettern zu können.

Braucht es ein Auto wie den DS 3? Unbedingt, wenn man sich den Kundenzuspruch der vergangenen Jahre ansieht. 390.000 Exemplare des Typs wurden seit dem Debüt 2010 verkauft. Und jetzt soll alles noch stimmiger und stringenter werden: Mit der selbstständigen Marke DS, einem unverwechselbaren Auftritt und einem Hauch Exaltiertheit. Apropos Hauch: Für den Duftspender gibt es neben "Mango" auch noch die Aromen "Vanilleblüte", "Jasmin", "Zitrus" und, etwas profaner, "Anti-Tabak".

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