Autogramm Mini Cooper S Die Show geht weiter

Wer den Mini mag, wird sich freuen: Design und Fahrverhalten sind beim neuen Modell im Vergleich zum Vorgänger fast unverändert. Dafür haben die Ingenieure das Innenleben des Wagens kräftig aufgemischt.

Mini

Der erste Eindruck: Der Kleine hat sich nicht verändert. Außen gibt es keine große Überraschung beim Mini - aber umso schillernder geht es jetzt Innen zu. In der Mittelkonsole leuchtet und blinkt ein LED-Ring in verschiedenen Farben so effektheischend wie eine Wurlitzer-Musikbox: grün, wenn die Start-Stopp-Automatik aktiv ist; blau, wenn über Bluetooth ein Anruf hereinkommt oder die Heizung heruntergedreht wird; rot, wenn man sie hochdreht oder der Drehzahlmesser das Maximum erreicht. Das ist ziemlich viel Show - doch wenn sich das ein Auto erlauben kann, dann der Mini.

Das sagt der Hersteller: "Der neue Mini übernimmt den Führungsanspruch des Originals im Premium-Segment der Kleinwagen vom Vorgänger und untermauert ihn mit deutlichen Fortschritten in allen für Fahrspaß, Qualität und Individualität relevanten Bereichen." Luft holen, Marketingabteilung!

Das ist uns aufgefallen: Im Vergleich zum Vorgänger sind im neuen Mini die Sitze bequemer, die Materialien etwas feiner und die wichtigsten Bedienschalter endlich so angebracht, dass sie auch auf Anhieb gefunden werden. Außerdem hat der Fahrer neben dem Drehzahlmesser nun auch den Tacho direkt im Blick. Trotzdem gibt es noch Verbesserungsbedarf. Um zum Beispiel die Verstellmechanik der Sitzlehne erreichen zu können, muss die Türe geöffnet werden, und auch das Drehrädchen für das Infotainmentsystem ist auf dem Mitteltunnel unter der Armlehne nur mit Verrenkungen zu bedienen.

Markeneigentümer BMW hält die Ausnahmestellung des Mini im Kleinwagensegment allerdings konsequent aufrecht. Kaum ein anderes Auto dieser Klasse bietet LED-Scheinwerfer, nirgends sonst gibt es eine Abstandsautomatik, die sich auf Kameras stützt, und auch die Einparkautomatik ist eine Seltenheit in diesem Segment. Beim Head-up-Display hingegen verfehlt Mini das Ziel. Weil die schicke BMW-Technik, bei der die Informationen auf der Frontscheibe erscheinen, offenbar zu teuer ist, dient beim Mini ein Plexiglasschild hinterm Lenkrad als Projektsionsfläche. Das gibt es auch bei Citroën und Peugeot - und es sieht billig aus.

Gewachsen sind Länge, Breite und dazu der Radstand. Das macht den Mini nicht zum Familienauto, aber wer gelenkig ist, hat jetzt auch im Fond einigermaßen Platz.

In Sachen Fahrvergnügen bleibt der Mini sich treu: Wählt man den sportlichsten der drei "Driving Modes", erscheint völlig zu Recht ein Gokart-Symbol auf dem Bildschirm. Die adaptiven Dämpfer werden dann etwas steifer, die Lenkung noch direkter, die Schaltsprünge größer, das Gaspedal empfindlicher und der Auspuffsound kerniger.

Das muss man wissen: Los geht's mit dem Mini im Frühjahr zu Preisen, die sich genauso wenig verändert haben wie das Design: Mit 19.700 Euro kostet das vorläufige Einstiegsmodell Mini Cooper mit 136 PS nur 500 Euro mehr als früher.

Während die Karosserie des Mini gewachsen ist, herrscht unter der Haube die Schrumpfkur. Der 116 PS starke Cooper D für 21.450 Euro hat wie der neue Benziner statt vier nur noch drei Zylinder und 1,5 Liter Hubraum. Beide Motoren beschleunigen laut Hersteller aber besser und sind gleichzeitig sparsamer, beim Diesel spricht Mini bei einem Normverbrauch von 3,5 Litern zum Beispiel von einem Effizienzgewinn von 27 Prozent.

Der Cooper S kostet mindestens 23.800 Euro, hat dafür aber einen Vierzylinder und holt aus zwei Litern Hubraum 192 PS. Das reicht für eine ordentliche Endorphinausschüttung, wenn man den nur noch 1,2 Tonnen schweren Kleinwagen, untermalt von einem kernigen Klang, um die Ecken scheucht.

Bei diesen drei Motoren wird es natürlich nicht bleiben: Geplant sind noch das Einstiegsmodell Mini One mit einem womöglich noch einmal kleineren Dreizylinder, ein zweiter Diesel und das Sport-Modell John Cooper Works. Außerdem plant BMW schon eine Schar von Nachkommen. Noch in diesem Jahr soll es dem Vernehmen nach zum ersten Mal einen fünftürigen Mini geben, für den das aktuelle Modell um runde zehn Zentimeter gestreckt wird. Im nächsten Jahr kommt dann die zweite Auflage des Clubman, bevor dann das Cabrio erneuert wird. Zudem wird wohl noch der Bau eines Vans und einer kleinen Limousine erwogen.

Das werden wir nicht vergessen: Die kunterbunte Festbeleuchtung ums Cockpit, die witzigen Grafiken im Bildschirm und die verspielte Schalterleisten hinter dem Ganghebel - damit wirkt der Mini ein bisschen wie ein Spielzeug. Aber das passt. Schließlich reiten die Briten nicht umsonst auf ihrem Gokart-Gefühl herum.



insgesamt 40 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
fort-perfect 31.01.2014
1. Dürfen
Zitat von sysopMiniWer den Mini mag, wird sich freuen: Design und Fahrverhalten sind beim neuen Modell im Vergleich zum Vorgänger fast unverändert. Dafür haben die Ingenieure das Innenleben des Wagens kräftig aufgemischt. http://www.spiegel.de/auto/fahrberichte/fahrbericht-neuer-mini-cooper-s-a-946059.html
Dürfen auch alte Säcke solch ein Auto fahren? Ich meine, gefallen tät er mir schon, der Mini weckt so ein bisschen das Kind im Manne, Parkplatzprobleme hätte man auch nicht und er wirkt nicht so prollig wie ein SUV...... in diesem British Racing Green und als Cooper S sieht er doch recht erfreulich aus. Was sagt die Pannenstatistik (nicht die vom ADAC ;-)) über den Mini?
odie1893 31.01.2014
2. Größer ist besser?
Scheinbar der normale Vorgang bei der Neuauflage eines jeden Autos. So kann man nach ein paar Jahren plötzlich wieder eine neue Klasse in das Portfolio einbinden. Bin gespannt ob es mal Ingenieure gibt, die einen Wagen bezüglich Sicherheit und Platzangebot verbessern können, ohne dafür die Außenmaße zu vergrößern. Gerade bei den sogenannten Kleinwagen würde das defintiv Sinn ergeben!
chku 31.01.2014
3. Erstaunlich...
wie die Presse proklamiert, es hätte sich nichts verändert. Während unter (uns) MINI-Fahrern der Schrecken über die Neuerungen im Design seit Mitte 2013 ununterbrochen diskutiert werden. Innen erlebt das Auto sicherlich eine Aufwertung, außen wird es zur Karikatur seiner selbst, durch riesige Rückleuchten, aufgeklebten Überbiss etc. Wozu man allerdings eine Einparkhilfe mit automatischem Parkassistenten in einem Kleinwagen braucht, ist mir schleierhaft.
ctwalt 31.01.2014
4. Massenkompatibilität
Mehr Ausstattung, mehr Sicken, Falten und Bling Bling! Dazu noch billigere Produktion und ellenlange Ausstattungslisten. Ein Mini in der JCW Version mit Vollaustattung kostet dann eben € 50.000,- in Worten: Fünfzigtausend Euro :-( Gut für BMW und deren Marge. Im Grunde genommen lächerlich, so viel Geld dafür auszugeben. Der Erfolg zeigt, Marketing ist ALLES !!!
nochStudent 31.01.2014
5. Brauchen tut man gar nix davon aber....
Zitat von chkuwie die Presse proklamiert, es hätte sich nichts verändert. Während unter (uns) MINI-Fahrern der Schrecken über die Neuerungen im Design seit Mitte 2013 ununterbrochen diskutiert werden. Innen erlebt das Auto sicherlich eine Aufwertung, außen wird es zur Karikatur seiner selbst, durch riesige Rückleuchten, aufgeklebten Überbiss etc. Wozu man allerdings eine Einparkhilfe mit automatischem Parkassistenten in einem Kleinwagen braucht, ist mir schleierhaft.
Man braucht auch keine 192PS in einem Kleinwagen aber es ist trotzdem schön sie zu haben.....
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.