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Autogramm Suzuki Vitara: Kennen wir uns?

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Autogramm Suzuki Vitara Alle Räder wieder

Suzuki war einst Vorreiter im SUV-Segment. Jetzt, wo Lifestyle-Geländewagen boomen, reanimieren die Japaner einen alten Bekannten: den Vitara. Auch wenn das Auto ein paar interessante Gegensätze bietet - die Wiedersehensfreude hält sich in Grenzen.

Der erste Eindruck: Ganz schön aufgeblasen. Große Schnauze, dicke Backen und breite Hüften lassen den Suzuki Vitara stämmiger und stattlicher wirken, als er mit 4,18 Meter Länge tatsächlich ist.

Das sagt der Hersteller: Bitte nicht verwechseln! "Der neue Vitara ist nicht der Nachfolger des Grand Vitara", erklärt Suzuki-Marketingchef Christian Andersen. Das Auto soll keine zurechtgestutzte Version des familientauglichen Geländewagens sein, der übrigens im kommenden Sommer aus dem Angebot gestrichen wird. Vielmehr soll der neue Vitara dort weitermachen, wo der erste Vitara 1998 aufgehört hat - als Lifestyle-Allradler. "Unsere Zielgruppe sind Männer oder Paare aus der Stadt, die keine Kinder, aber viel Freizeit haben", sagt Andersen.

Das ist uns aufgefallen: Der neue Vitara ist ein Auto voller Gegensätze. Obwohl es laut der Beschreibung von Marketingchef Andersen für höchstens zwei Leute ausgelegt ist, bietet die Rückbank dank 2,50 Meter Radstand passabel Platz. Der Kofferraum ist mit 375 Liter Stauraum und einem großen Fach im Souterrain durchaus alltagstauglich.

Und obwohl das Auto eher für den Boulevard als für die Buckelpiste gemacht ist, verfügt es über einen vergleichsweise aufwendigen Allradantrieb mit vier unterschiedlichen Betriebsmodi sowie einer elektronische Bergabfahrhilfe.

Das Hin und Her setzt sich bei der Optik fort. Außen wie innen lässt sich der Vitara mit vielen verschiedenfarbigen Zierkonsolen poppig gestalten - sogar unterschiedliche Ziffernblätter für die Analoguhr kann man bestellen. Dennoch wirken manche Details trist. Das Armaturenbrett zum Beispiel, die Sitzbezüge und erst recht die Türverkleidungen sind so grau und grob genarbt wie beim ersten Vitara aus den Achtzigern.

Und während in der Mittelkonsole ein ziemlich brillantes Multimediasystem installiert ist, mit problemloser Smartphone-Integration und einem Touchscreen, auf dem man durch Fingerspreizen zoomen kann, ist das Display zwischen Tacho und Drehzahlmesser so grob gepixelt wie Tetris auf dem ersten Gameboy - allerdings bietet es weniger Farben.

Das muss man wissen: Der neue Vitara basiert auf der gleichen Plattform wie das Modell SX4 und wird wie dieses im ungarischen Esztergom gebaut. In Deutschland kommt das Auto ab März in den Handel. Erst dann will Suzuki auch die Preise festzurren. Allerdings deuten die Japaner an, dass der Einstiegspreis von 19.990 Euro, den Suzuki aktuell für das Modell Grand Vitara verlangt, ein guter Richtwert sei. Ein paar Möglichkeiten, mehr Geld auszugeben, gibt es auch: auf der Ausstattungsliste finden sich unter anderem LED-Scheinwerfer, ein Tempomat mit Abstandsregelung oder eine Notbremsfunktion.

Genau wie den zwölf Zentimeter längeren SX4 bietet Suzuki den Vitara mit zwei Motoren an, die identische Eckwerte haben. Egal ob Benziner oder Diesel: Stets gibt es vier Zylinder, 1,6 Liter Hubraum und 120 PS Leistung, dazu die Wahl zwischen Front- oder Allradantrieb und die Option auf ein Automatikgetriebe. Je nach Konfiguration kommt der Vitara als Handschalter so auf einen Verbrauch von 4,0 Liter Diesel bis 5,7 Liter Benzin.

Bei der ersten Ausfahrt in dem Modell mit Dieselmotor, Allrad und Schaltgetriebe macht der Vitara eine ordentliche Figur. Es gibt leisere und laufruhigere Motoren, straffer abgestimmte Autos und präzisere Lenkungen. Aber mit dem nötigen Nachdruck bewegt, stürmt der kleine SUV tapfer voran, schneidet flott durch die Kurven und schwimmt so lässig auf der Autobahn mit, als sei er ein größeres Langstreckenauto.

Das werden wir nicht vergessen: Ein kleiner Geländewagen für die Lifestyle-Fraktion? Selbst wenn Suzuki dieses Segment vor knapp 30 Jahren einmal mit begründet hat, ist das jetzige Comeback nicht gerade eine visionäre Glanzleistung.