Autogramm Fiat 500 Jetzt auch mit Handschuhfach

Dank seines unverwechselbaren Designs ist der Fiat 500 ein Verkaufsschlager. Nach acht Jahren hat der Cinquecento nun ein Facelift erhalten. Das Ergebnis zeigt, wie schwierig die Pflege einer Ikone ist.

Fiat

Der erste Eindruck: Nach wie vor drollig, dieser Fiat 500 - aber von einem Facelift keine Spur. Laut Fiat auf ausdrücklichen Wunsch der Kundschaft, denn die habe in Umfragen skeptisch auf Veränderungen reagiert. Also zogen die Italiener dezent LED-Kringel um die Scheinwerfer, setzten ein lackiertes Plättchen in die Rücklichter und beließen ansonsten alles, wie es ist.

Das sagt der Hersteller: Fiat-Europachef Alfredo Altavilla nennt den 500er "das Herz der Marke". In den letzten acht Jahren seien 1,5 Millionen Exemplare verkauft worden, was den Kleinen in Europa mit Abstand zum erfolgreichsten Fiat-Modell macht. Erst recht, wenn noch die Ableger 500L und 500X mit dazurechnet werden. "Auf die gesamte 500er-Familie entfallen in Deutschland die Hälfte unserer Zulassungen", sagt Pressesprecher Florian Büngener. "Und im Rest von Europa sieht es nicht viel anderes aus."

Nach Ansicht von Altavilla ist der 500er ein konkurrenzloses Auto, und in Hinblick auf das unverwechselbare Aussehen hat er auch Recht. Genau das ist aber auch ein Fluch, denn so gründlich Fiat sein wichtigstes Modell hegt und pflegt, so wenig können große Veränderungen riskiert werden. Ein Problem, das zum Beispiel auch die Mini-Entwickler kennen.

Das ist uns aufgefallen: Innen stechen sofort Neuerungen ins Auge - allerdings sind sie nicht serienmäßig. Denn nur gegen Aufpreis flimmern einem im Cockpit jetzt endlich ein paar moderne Monitore entgegen: Im Herzen des Tachos gibt es auf Wunsch einen großen, kreisrunden TFT-Bildschirm für den Bordcomputer und über der Mittelkonsole thront künftig der Touchscreen des Uconnect-Systems. Dort findet man unter anderem die Navigation, Apps und kann das Smartphone koppeln.

Aber auch wenn der 500er jetzt Anschluss an die digitale Welt gefunden hat, bleibt er ein altmodisches Auto - im Guten wie im Schlechten. Im Guten, weil er noch immer charmant mit dem Reiz des Einfachen spielt und in vielen Details sein berühmtes Vorbild aus den Fünfzigern zitiert. Und im Schlechten, weil manche Oberflächen einfach ziemlich billig wirken und ein paar Extras wie eine Rückfahrkamera oder ein City-Notbremssystem auch bei einem Retro-Auto mittlerweile gut in die Zeit passen würden.

Das muss man wissen: Wenn Fiat schon am Design nichts ändert, tut sich wenigstens bei den Farben was. Nicht nur, weil die Italiener neue Muster für die Sitzbezüge entworfen und die Palette der Lacke erweitert haben. Sondern vor allem, weil sie die Kunden jetzt noch stärker in die Gestaltung einbeziehen und dafür sogenannte "Second Skins" anbieten: Mit rund einem Dutzend verschiedenen Folien können die Käufer jetzt zeigen, ob sie mehr Mut für Veränderungen haben als die Fiat-Designer. Allerdings ohne Risiken und Nebenwirkungen. Denn wem die Dekors nicht gefallen, der kann sie rückstandslos wieder entfernen.

In diesen Tagen kommt das Auto auf den Markt, und passend zur Form bleibt auch der Preis unverändert. Den geschlossenen 500er gibt es weiterhin ab 12.250 Euro und das Cabrio für mindestens 14.750 Euro.

Unter der Haube haben die Kunden dabei zunächst die Wahl zwischen drei Benzinern, die sich nur durch das Euro-6-Siegel, ein paar Gramm weniger CO²-Ausstoß und eine bessere Geräuschdämmung vom Vorgänger unterscheiden. Im Basismodell fährt ein 1,2-Liter großer Vierzylinder mit 69 PS, darüber rangiert ein Zweizylinder mit 0,9 Litern Hubraum und 85 PS. Und wer den 500er als kleinen Flitzer genießen will, muss für 16.650 Euro die 105 PS-Version dieses sogenannten TwinAir-Triebwerks bestellen.

Das werden wir nicht vergessen: Wie viel Freude eine kleine Klappe bereiten kann. Bisher hatte der Fiat 500 nämlich kein richtiges Handschuhfach, sondern nur eine offene Ablage. Damit ist jetzt Schluss: Der Kasten für Kleinkram lässt sich endlich schließen.



insgesamt 37 Beiträge
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Seite 1
michimukka 30.07.2015
1. Na Gott sei Dank...
...wurde der Fiat 500 nicht verschlimmbessert, wie so viele Modelle vor ihm. Ich hatte schon das Schlimmste befürchtet...so wird der Erfolg bleiben. Und ein fehlender Citynotbremsassistent dürfte wohl keinen Interessenten vom Kauf abhalten.
mlange8801 30.07.2015
2.
Warum auch etwas an der Optik verändern, die ist ja wirklich sehr gelungen. Beim neuen Smart sieht m.E. das alte Modell moderner und deutlich gelungener aus als das neue.
kastenmeier 30.07.2015
3.
Schöner Wagen - aber bezügl. des Designs hatten die Italiener ja noch nie Probleme. Nicht ganz vernachlässigen sollte man jedoch die Frage: Läuft die Karre mehr als 20.000 km am Stück ohne zu rosten, ohne dass alles klappert, wahrnblinkt oder ganz stehen bleibt? Oder ist die Frage zu deutsch und die Antwort scheißegal, wenn ein Auto cool aussieht -und das tut es wirklich!
a-krauthausen 30.07.2015
4. Handschuhfach
Das ganze Auto ist doch ein einziges Handschuhfach.
frausommer13 30.07.2015
5. Nach wie vor schoen
Es gibt praktischere Autos, Autos mit besserem preis-Leistungsverhältnis und bestimmt auch technisch fortschrittlichere Kleinwagen Autaos als den fiat 500.aber kein schoeneres. (-: bin auch vom neuen Modell begeistert.
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