Autogramm Fiat Doblo Immer rein in die gute Fuhre

Wem Status egal und Stauraum wichtig ist, für den kommt der frisch aufgemöbelte Fiat Doblo gerade richtig. Mit üppigem Platzangebot, bis zu sieben Sitzen - und Echo-Effekt.

Fiat

Der erste Eindruck: Erinnert sich noch jemand an Elliot, das Schmunzelmonster? An diesen freundlichen, grünen Riesen aus dem Achtzigerjahre-Kinderkino erinnert das neue Glubschaugengesicht des überarbeiteten Fiat Doblo. Für einen Kastenwagen ist der Doblo ganz schön rund geworden. Das wirkt wunderbar freundlich zwischen all den bulligen SUVs.

Das sagt der Hersteller: "Das passende Auto für alle Lebenslagen" - für die Fiat-Strategen ist der Doblo so etwas wie die automobile Variante des Schweizer Taschenmessers. "Es gibt kaum eine Aufgabe, der dieser Wagen nicht gewachsen ist", sagt Fiat-Sprecher Florian Büngener.

Das ist uns aufgefallen: Klappe auf und immer rein damit - der Doblo ist ein Ladewunder, dessen Kofferraum partout nicht voll wird. Die Variante mit 35 Zentimeter mehr Radstand schluckt bis zu 4000 Liter, das Gepäck für einen Wochenendurlaub verliert sich geradezu im Laderaum.

Wer mit dem Auto an der Warenausgabe eines Möbelmarkts aufkreuzt, dürfte die neidischen Blicke praktisch aller SUV- und Kombi-Fahrer spüren. Damit das mobile Warenlager im Heck während der Fahrt nicht durcheinander gerät, lässt sich die Hutablage wie ein Regalboden auf verschiedenen Ebenen fixieren und mit bis zu 70 Kilo belasten.

Aber es ist nicht allein das Raumvolumen, mit dem dieses Auto punktet, die Entwickler haben auch an Kleinigkeiten gedacht: Es gibt Ablagen wohin man blickt, und dazu eine Art Hochregal unterm Dach in der ersten Reihe. Reiseproviant, Landkarte, Taschentücher, Sonnenbrille, Fotoapparat oder Smartphone - der Doblo hat für all das einen Aufbewahrungsort.

Beim Nutzwert ist der Doblo klassischen Familienautos wie etwa einem Skoda Octavia Combi, einem VW Touran oder einem Nissan Qashqai haushoch überlegen. Und was ihm über Standards wie vier Airbags oder Klimaanlage hinaus an Komfort- oder Assistenzsystemen fehlt, das macht er mit Details wie zwei Schiebetüren oder einer dritten Sitzreihe (ab 650 Euro Aufpreis) wieder wett.

Einzig in der Kategorie Finesse ist der Wagen eine Fehlanzeige. Trotz der sympathischen Frontpartie sieht man dem Auto seine Bestimmung als Stadtlieferwagen an. Daran ändert auch der Touchscreen in der Mittelkonsole nichts; denn umrahmt ist der Bildschirm von einer Plastikwüste. Kurz gesagt: Es geht um Platz, nicht um Prestige.

Das muss man wissen: Die Auslieferung des überarbeiteten Fiat Doblo beginnt in diesen Tagen - zu dezent erhöhten Preisen. So wird das Basismodell um 200 Euro teurer und kostet künftig 17.600 Euro. Für 1100 Euro Zuschlag gibt es den Kastenwagen mit einem um 22 Zentimeter angehobenen Dach und für die XL-Version mit langem Radstand werden knapp 4000 Euro Aufpreis fällig. Dann hat man ein Fahrzeug mit 1050 Liter Stauraum bei voller Bestuhlung und mit 4000 Liter Ladevolumen, wenn alle Fondsitze flachgelegt sind.

Zu den wenigen Extras zählen außer einem Navigationssystem das "Familiy-Paket" mit den zwei Einbausitzen für die dritte Reihe. Und natürlich gibt es Wahlmöglichkeiten beim Antrieb: Insgesamt fünf Motorisierungen von 90 bis 135 PS stehen zur Wahl.

Für Fiat spielt das Auto eine Doppelrolle. Einerseits ist er ein Großraummobil für die kostenbewusste Kundschaft, andererseits aber ist der Wagen als Doblo Cargo ein Multitalent für Handel und Handwerk; etwa zwei Drittel des Gesamtabsatzes entfallen auf gewerbliche Kunden. Dieses Modell gibt es mit einer nach unten noch etwas erweiterten Motorenpalette in insgesamt mehr als tausend Auf-, Ausbau- und Ausstattungsvarianten als Kastenwagen mit geschlossener Karosserie und sogar als Pritschenwagen.

Das werden wir nicht vergessen: Die ungewöhnliche Geräuschkulisse. Im Doblo ist alles ein bisschen lauter als gewöhnlich. Das gilt nicht nur für das Knurren des Motors, das Fiepen des Gurtwarners und das Klacken des Blinkers. Sondern auch für die eigene Stimme, wenn man sich mit dem weit nach hinten entrückten Nachwuchs unterhalten möchte - und plötzlich ein Echo hört.

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insgesamt 24 Beiträge
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susiwolf 24.03.2015
1. Hurra, ein Hochdachkombi ...
Im 'erweiterten' Modus ... bis zu 4.000 Liter Stauraum und variabel, das soll erstmal ein anderer Hersteller nachmachen. Gibt es den ? Jawohl: Das Konkurrenzprodukt Opel - als 'Combo' und 'Lieferwagen' ! Stauraum bs zu 3.000 Litern. Und leiser im Inneren. Zurück zum 'Diablo' - Nun kommt man ja nicht 'jeden Tag' in den Möbelmarkt; dennoch ist diese Grösse des inneren Raumes schon etwas besonderes ... Alleine die Urlaubsfreuden mit Kind und Kegel: Einpacken, auspacken, bewegen und 'der Weg ist das Ziel' einschliesslich der Ellbogenfreiheit. Es soll Familien geben, die das 'Nebenzelt' als Gepäckstation nutzen und ... im Luxusappartement - sprich 'Doblo' schlafen. Bodenfrei - geschützt - hervorragend gebettet.
Crossi71 24.03.2015
2. dann doch lieber
den VW Caddy, ab besten in der MAXI-Version
veit.kessler 24.03.2015
3. Doplo
vor 20 jahren gab es schon den BERLINGO und die zweite ausführung ( bj 2003) bietet das gleiche raumangebot, also: schnee von gestern v.K.
kuchengespenst 24.03.2015
4. Unvergessen ...
... wie wir seinerzeit den Vorgänger im Autohaus angeschaut haben, und bei dem schon in der Ausstellung das Handschuhfach gebrochen war. Letzten Endes bot damals PSA das besser Preis/Leistungs/Verarbeitungsverhältnis und die sparsameren Motoren (zumindest auf dem Papier). Die Frage ist heute eher, wie sich der Doblo gegen Dokker und Lodgy behaupten soll.
bbär 24.03.2015
5. Caddy... *gähn*
Zitat von Crossi71den VW Caddy, ab besten in der MAXI-Version
Warum? Weil es ein VW ist? Mit Motoren, die teilweise noch aus den 70gern stammen? Weil er hinten eine Starrachse hat? Weil er so langweilig aussieht, das man Angst haben muss wieder einzuschlafen, wenn man morgens auf ihn zugeht? Auch der Vergleich zum Berlingo hinkt gewaltig. Ich mag den Berlingo, aber er ist kleiner. Und zwar deutlich. Das reicht natürlich fast immer aus, aber wenns drauf ankommt: Size matters! Wir fahren den Opel Combo (grundsätzlich baugleich, das ist ja bekannt). 3 Jahre ist er jetzt alt und ich habe noch nicht wieder nach etwas anderem geschaut. Die Kinder mögen ihn, meine Frau mag ihn und ich liebe ihn. Das LKW-Gefühl, welches oft beschreiben wird nenne ich "König der Landstrasse". Egal ob Urlaubsgepäck, Brennholz, Baustoffe, 6 Kinder, alles findet Platz. Und das ganze mit einem Bestwert von 5,8 Litern Diesel (nicht im Wanderdünenbetrieb!) sind für so ein rollendes Möbelstück ein einwandfreier Wert. Würde ich wieder kaufen, aber dazu gibt es noch keinen Grund.
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