Trek FX Sport 4 im Test Fit im Tritt

Eine perfekte Mischung aus Rennrad und Freizeitrad - das will das Fitnessbike Trek FX Sport 4 sein. Der Kompromiss gelingt - unter bestimmten Umständen.
Nach der Trainingsfahrt noch eben einkaufen? Dafür sollen Fitnessräder geeignet sein.

Nach der Trainingsfahrt noch eben einkaufen? Dafür sollen Fitnessräder geeignet sein.

Foto: Jeff Kennel/ Trek

Der erste Eindruck: Schmale Reifen, dynamischer Look und eher leicht. Ein Rennrad? Nicht ganz, denn der Lenker ist auffällig gerade. Wir sind auf die weiteren Unterschiede gespannt.

Das sagt der Hersteller: Als Fitnessbike annonciert Hersteller Trek das FX Sport 4. Sprecher Veit Hammer bezeichnet es als "flinken Begleiter im Alltag". Wer sich für ein Fitnessrad entscheide, wolle sich eben fit halten. Das allerdings – anders als auf einem Rennrad – eher nebenbei.

Fitnessräder wie Treks Modell FX Sport 4 versuchen den Spagat zwischen Sport und Alltagsfahrten. Sie sind laut Hersteller etwas für Radler, die auch mal mit der Zeit im Nacken zur Arbeit flitzen. Nach der Trainingsfahrt noch eben schnell einkaufen? Angeblich auch kein Problem.

Diesen doppelten Anspruch verkörpere das FX Sport in Technik, Ausstattung und Rahmengeometrie. Das geringe Gewicht und fehlende Beleuchtung oder Schutzbleche zeigen die Verwandtschaft zum Rennrad. In der linken Kettenstrebe ist ein Sensor eingelassen, der beispielsweise Tempo und Trittfrequenz erfasst, sagt Hammer. Diese Parameter ließen sich als Trainingsdaten über Smartphone-Apps auswerten und übers Internet teilen.

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Das Fitnessfahrrad Trek FX Sport 4

Foto: Jeff Kennel/ Trek

Dass Effizienz und Kurvenräubern aber nicht oberstes Gebot sind, zeigen weitere Details. Die Kettenstreben sind länger als an einem kompromisslosen Racer und damit der Radstand. Das soll das Fahrverhalten beruhigen. Auch das Steuerrohr ist länger als beim Rennrad. Dadurch sitze man aufrechter. "Dies dürften viele Fahrer im Alltag als komfortabler erachten", so Hammer. Anstatt eines gebogenen Rennlenkers ist ein ziemlich gerades Rohr montiert – fast so breit wie bei einem Mountainbike. Der Effekt: Das Rad lasse sich beim Fahren besser kontrollieren.

Kontrolle ist wichtig, mehr Komfort aber noch wichtiger, so die Devise beim Fitnessrad. Um Vibrationen abzumildern, sind in Lenker und Griffen Gelpads verbaut, die - wie auch die serienmäßige Carbon-Gabel - dämpfend wirkten und somit Druck von den Händen nähmen, sagt der Trek-Sprecher.

Das ist uns aufgefallen: Schon im Stand sieht das FX 4 ziemlich fit aus: Weil das Oberrohr in Vorbaunähe verdickt ist, wirkt es gebogen, was dem Rad dynamische Spannung verleiht. Die Nähe zum Rennrad, man sieht sie auf den ersten Blick. An komfortables Dahinradeln denkt man eher nicht. Satteln wir also auf.

Mit den ersten Kurbelbewegungen ist klar: Hier rollt ein ausgereiftes Stück Fahrradtechnologie. Nichts anderes dürfte man erwarten, denn Trek zählt zu den größten Fahrradherstellern der Welt, und die FX-Räder in den verschiedenen Ausstattungsvarianten sind Treks meistverkaufte Modellreihe. Fantastisch ruhig läuft das Rad auf den großen 28-Zoll-Rädern und treu hält es die Spur, trotz dünner Pneus. Das Bike lässt sich kontrolliert, aber direkt handeln. Die Lenkergriffe mit breiter Handballenauflage sind ebenso bequem wie die Sitzhaltung und sie dämpfen tatsächlich. Doch das war's dann mit dem Komfort.

Schon mit Schotter unter den Rädern werden wir durchgeschüttelt. Der Einsatzbereich von Fitnessrädern sei eher urban und "im infrastrukturell ausgebauten Bereich zu suchen", räumt Hammer ein. Kurzum: Den Asphalt frisst das leichtfüßig beschleunigende FX 4, von gröberen Untergründen aber droht es gefressen zu werden.

Insofern ist es in seinen Eigenschaften nah am Rennrad und taugt für Alltags-Biker, die unterwegs der Ehrgeiz packt. Wer ein rennradähnliches Fahrrad mit mehr Dämpfung möchte, könnte mit einem Gravelrad besser beraten sein, auch Allroad-Bike genannt. Diese fahren meist auf breiteren Reifen.

Fitnessbike Trek FX Sport 4

Rahmenmaterial: Aluminium-Legierung  (Chrom-Molybdän)
Gabelmaterial: Carbon 
Schaltung: Shimano Tiagra, 10fach (11-34 Zähne) 
Bremse: Hydraulische Scheibenbremsen Shimano MT-201, Discs je 160 mm 
Laufräder: Bontrager Tubeless Ready  
Bereifung: Bontrager AW1 Hard-Case Lite, 700 x 32C 
Gewicht: 10,3 kg (Größe M); 10,48 Kilo (Größe L) 
Maximalgewicht (Fahrrad, Fahrer und Beladung): 136 kg 
Preis: 1099 Euro 

Das muss man wissen: Trek verlangt 1099 Euro für das vorbildlich verarbeitete Einstiegssportrad – mit preistreibender Carbongabel und dem Sensor im Rahmen. Dagegen sind an anderer Stelle Einstiegskomponenten verbaut. "Das FX geht Richtung Brot und Butter", sagt Hammer.

Die Tiagra-Kettenschaltung von Shimano ist funktional, schaltet im Alltag ausreichend exakt, lässt bei den Gangwechseln gegenüber den höher angesiedelten und teureren Schaltgruppen 105 oder Ultegra aber Präzision und Tempo bei den Gangwechseln missen. Die hydraulischen Scheibenbremsen mit Dreifinger-Bremshebeln machen ihren Job, sind aber eine kostensenkende Allroundlösung.

Das Fahrradgewicht von 10,48 Kilo (in Größe L) geht in Ordnung. Wer das Rad im Alltag nutzt, dürfte das als leicht empfinden. Wer vom Rennrad umsteigt, wird das anders sehen. Das Gewicht erhöhen auch zum Beispiel die robusteren Felgen. Andererseits lässt sich Masse reduzieren: Wer will, zieht leichtere Schlauchlosreifen auf. Ein schöner Nebeneffekt: Die werden mit niedrigerem Reifendruck gefahren - das erhöht den Komfort.

Um dem FX Sport 4 weitere Alltagstauglichkeit einzuhauchen, gibt es Gewindeösen und Aufnahmen am Rahmen, an denen Schutzbleche, Gepäckträger, Flaschenhalter oder sogar ein unsportlicher Seitenständer angeschraubt werden können.

Das werden wir in Erinnerung behalten: Die ketzerische Frage, ob Fitnessräder bald von Gravelrädern verdrängt werden – da diese das Komfortversprechen besser einlösen. Aber einen gewissen Spagat schafft das FX Sport 4 schon. Wen die Lust packt, der kann losrasen – so lange der Untergrund glatt bleibt. Wer will, kann etwas aufrüsten, dann klappt’s auch mit etwas Gepäck und dem Wochenendtrip.

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