Honda CR-V Mit Dieselpower die Spitze im Visier

Es lief nicht gut im vergangenen Jahr für den Honda CR-V. Gerade noch 4105 Zulassungen registrierte das KBA in Flensburg für den kompakten SUV. Mit einem neuen Dieselmotor "wollen wir wieder unter die Top 3", verkündet der deutsche Importeur kämpferisch.
Von Frank Wald

Da war der CR-V tatsächlich mal. Kurz nach seinem Deutschland-Debüt 1997 setzte er sich an die Spitze des SUV-Segments. Inzwischen sind die japanischen und koreanischen Wettbewerber an ihm vorbeigezogen. Vor allem Marktführer Toyota RAV4 scheint die Japaner zu ärgern. "Wir wollen im Segment der fünftürigen Kompakt-SUV wieder vor den RAV4", sagt Honda-Sprecher Alexander Heintzel. Was sicher nicht so ganz einfach sein dürfte, beherrschte doch der Toyota 2004 mit über 18.000 Zulassungen und einem Anteil von 10,3 Prozent den deutschen SUV-Markt, noch vor VW Touareg und BMW X5.

Gelingen soll das ab dem 26. Februar mit einem neuen Diesel, der bereits in Hondas Mittelklasselimousine Accord Lob und Auszeichnungen einfahren konnte. In Zukunft soll er über die Hälfte des CR-V-Absatzes ausmachen, allein 5500 Exemplare plant Honda in Deutschland für die ersten zwölf Monate. Für den Einsatz im CR-V wurde das 2,2-Liter-Commonrail-Triebwerk zur Erfüllung der Abgasnorm EU 4 geringfügig modifiziert, an den Leistungsdaten aber nichts verändert. Der Motor mobilisiert 140 PS (103 KW) und ein maximales Drehmoment von 340 Newtonmeter, das bereits ab 2000 Umdrehungen anliegt.

Auf der Straße zeigt sich das durch einen bulligen Durchzug und ausgezeichnete Sprintqualitäten. In 10,6 Sekunden ist der Honda CR-V 2.2 i-CTDi auf 100 km/h. Und keinen Zwischenspurt oder Steigung, die der Wagen nicht mit Leichtigkeit meistert. Der Verbrauch hält sich dabei dieseltypisch in Grenzen, auch wenn die angegebenen 6,7 Liter im Schnitt nur ein unverbindlicher Richtwert sind. Was unterwegs auffällt, ist die ungeheure Laufruhe und wohltuende Geräuschkulisse. Der Diesel ist so gut wie nicht zu hören. Vorausgesetzt, die Drehzahl fällt nicht unter 1500 Touren, dann brummt es durch die Karosserie. Und noch ein kleiner Schmutzfleck auf der sauberen Vorstellung des Selbstzünders: Einen Partikelfilter soll es erst ab Herbst geben. Ab Werk und nicht nachrüstbar. Und natürlich gegen Aufpreis.

Übertragen wird die Kraft durch ein eng gestuftes Sechsganggetriebe sowie das so genannte "Real Time 4WD-System". Der automatische Allradantrieb, der sich immer nur dann zuschaltet, wenn er gebraucht wird, wurde ebenfalls überarbeitet. Eine zusätzliche mechanische Kupplung sorgt dafür, dass das System bei durchdrehenden Rädern schneller eingreift und beim Beschleunigen auf glatten und schneebedeckten Oberflächen sensibler reagiert. Was bei den aktuellen Wetterverhältnissen gut auszuprobieren ist. Bei unserem Auf und Ab über verschneite Pisten im Bergischen Land bei Köln spurte der Wagen präzise, Lenkung und Fahrwerk gehorchten perfekt auf jedes Kommando. Dank des wendigen Handlings und der hohen Sitzposition ist der SUV aber auch im Stadtverkehr ähnlich gut zu manövrieren wie ein Pkw.

Hersteller:Honda
Typ:CR-V 2.2 i-CTDi
Karosserie:Geländewagen/Pickup/SUV
Motor:Vierzylinder-Turbodiesel
Hubraum:2.204 ccm
Leistung PS:140 PS
Leistung kW:103 kW
Drehmoment:340 Nm
Von 0 auf 100:10,6 Sek.
Höchstgeschw.:180 km/h
Verbrauch (ECE):6,7 Liter
CO2-Ausstoß:178 g/km
Kraftstoff:Diesel
Kofferraum:527 Liter
umgebaut:1.568 Liter
Preis:26.300 €

Auffallen wird der neue Honda CR-V dort nicht unbedingt. Die Änderungen an Stoßfängern, Frontgrill, Haupt- und Nebelscheinwerfer sowie Rückleuchten sind so gut wie zu vernachlässigen. Alle Modelle fahren jetzt mit 16-Zoll-Rädern, in der Basisversion mit Stahlfelgen, in den beiden höheren Ausstattungen mit Alu-Felgen. Das Interieur wurde durch verchromte Türgriffe und Bedienschalter sowie neue Bezugstoffe für die Sitze aufgepeppt. Kleines Gimmick ist die neu gestaltete Instrumententafel in so genannter Durchlicht-Technik, die sich erst beim Einsteigen und Starten stufenweise automatisch aufhellt.

Geblieben ist die Geräumigkeit und Variabilität des 4,63 Meter langen und 1,78 Meter breiten Autos. Auf allen Plätzen sitzt man ausreichend kommod und genießt wegen der SUV-Sitzhöhe einen guten Ausblick. Besonders Fondpassagiere können es sich bequem machen, wenn sie die Rücksitze um 17 Zentimeter verschieben und die Lehnen um 45 Grad nach hinten neigen. Der Kofferraum fasst in dieser Konfiguration noch 527 Liter, die über die zweigeteilte Heckklappe auch durchs Fenster gefüllt werden können. Klappt man die asymmetrisch teilbaren Rücksitze ganz nach vorn - wobei die Kopfstützen nicht abgenommen werden müssen - wächst der Laderaum dachhoch auf 1568 Liter. Pfiffig gemacht ist nach wie vor das wasserfeste Staufach unter der Ladefläche, dessen Abdeckung als Picknick-Tisch genutzt werden kann.

Angeboten wird der Honda CR-V mit dem neuen Dieselmotor in Basisversion LS ab 26.300 Euro - mit manueller Klimaanlage, aber ohne ESP. Das ist ab Werk erst in der mittleren ES-Ausstattung (28.400 Euro) an Bord ebenso wie Kopfairbags vorn und hinten, Tempomat, Klimaautomatik, Nebelscheinwerfer und Leichtmetallfelgen. Die Top-Version Executive (30.750 Euro) besitzt darüber hinaus Lederausstattung mit Sitzheizung, beheizbare Außenspiegel, elektrisches Glasschiebedach, abgedunkelte Scheiben und eine Alarmanlage.

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