Jaguar X-Type Endlich Mittelmaß

Der Luxuswagen-Hersteller Jaguar will sich breiteren Käuferschichten zuwenden. Das Mitglied des Ford-Konzerns lanciert aus diesem Grunde den neuen X-Type.


Jahrelang geisterten die Pläne von einem "kleinen Jaguar" durch die Branche. Nun lüften die Briten das Geheimnis.

"Kleiner" Jaguar: Erfolg bei breiteren Käuferschichten?
AFP

"Kleiner" Jaguar: Erfolg bei breiteren Käuferschichten?

Aber nur ein bisschen, denn schließlich soll die offizielle Weltpremiere des Wagens erst Ende Februar 2001 beim Genfer Salon stattfinden. Also gibt es vorerst lediglich ein paar Fotos und einige Appetithäppchen.

Jaguar nennt das neue Modell eine "kompakte Sport-Limousine" und will mit dem X-Type in das derzeit von Mercedes C-Klasse, Audi A4 und BMW 3er-Baureihe beherrschte Marktsegment vorstoßen. Um den sportlichen Anspruch zu erfüllen, wird das Auto aus dem Werk Halewood serienmäßig mit permanentem Allradantrieb ausgerüstet.

Zwei Motoren werden ab Sommer 2001, dem anvisierten Verkaufsstart, zur Verfügung stehen. Es handelt sich um zwei V6-Maschinen mit 2,5 oder 3 Liter Hubraum. Genauere Leistungsdaten, so Jaguar, "werden Anfang des kommenden Jahres veröffentlicht". Diese Salami-Taktik der Informationsverbreitung sichert der Marke immer wieder Beachtung.

Die hat das Unternehmen auch nötig, denn das neue Fahrzeug soll Kunden interessieren, die ein Jaguar-Modell bislang nicht im Traum auf ihrem Auto-Einkaufszettel notiert hätten. "Die typischen X-Type-Käufer werden nicht nur jünger sein als die traditionellen Jaguar-Kunden, sondern auch ganz andere Bedürfnisse haben."

"Wir erwarten außerdem, dass der X-Type in erheblich größerer Zahl weibliche Kunden anspricht." Das sagt Wolfgang Steib, Geschäftsführer von Jaguar Deutschland, über die potentielle Kundschaft des neuen Modells.

Wenn die Serienproduktion des neuen "Kleinen" erst einmal angelaufen ist, erhofft sich Jaguar in naher Zukunft eine Verdoppelung des Gesamtabsatzes. Der liegt in diesem Jahr bei voraussichtlich etwas mehr als 85.000 Fahrzeugen. Die neuen "Denk- und Vorstellungsmuster", die der X-Type nach Ansicht von Jaguar-Chef Jonathan Browning verkörpert, müssen vor allem unter der Karosserie versteckt sein. Denn schon auf Grund der ersten Fotos lässt sich sagen, dass der Neue nicht eben avantgardistisch oder gar mutig gestylt ist. Hier fährt ein klassisch geformter Jaguar vor, der einfach ein wenig kleiner als sonst geraten ist. Die Marke ist im Mittelmaß angekommen.



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