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Autogramm Land Rover Discovery Sport: Hotspot im Schlammpott

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Autogramm Land Rover Discovery Sport Der kleine Lord

Stahlbad für den Großstadt-SUV: Mit dem Land Rover Discovery Sport erhält der Evoque einen hemdsärmeligen Zwilling. Das neue Landy-Einstiegsmodell bewies bei der ersten Testfahrt die erwartbaren Nehmerqualitäten - und überraschte an anderer Stelle.

Der erste Eindruck: Gut, dass so groß "DISCOVERY " auf der Motorhaube steht. Denn sonst wäre das Auto kaum vom Range Rover Evoque zu unterscheiden. Erst im Profil und von hinten sieht der Neue anders aus. Dann erkennt man auch typische Merkmale wie die lackierte C-Säule, die aufsteigende Gürtellinie oder das schwimmende Dach (floating roof).

Das sagt der Hersteller: Variabel, geräumig und im Gelände kaum aufzuhalten - wenn Projektleiter Paul Cleaver vom neuen Discovery Sport spricht, betont er vor allem die praktischen Seiten. Denn für Luxus und Lifestyle ist die Submarke Range Rover zuständig, fürs wirklich Grobe der Land Rover Defender. "Dazwischen steht die Submarke Discovery, die wir zu einer ganzen Familie ausbauen ," sagt Cleaver. "Der Discovery Sport ist nur der Anfang."

Das ist uns aufgefallen: Die technische Plattform der Modelle Evoque und Discovery Sport ist identisch, daher ist es erstaunlich, wie unterschiedlich die Autos geworden sind und wie verschieden sie sich anfühlen. Während man im Range Rover vergleichsweise tief sitzt, fährt man im Discovery aufrecht und erhaben.

Noch größer sind die Unterschiede im Fond. Beim Evoque gleicht die Rückbank einem Folterinstrument, im Discovery Sport sind die hinteren Sitze um fünf Zentimeter höher positioniert und man genießt eine Beinfreiheit wie in der Oberklasse - zumal sich die Bank um 16 Zentimeter in Längsrichtung verschieben lässt. Und dahinter geht es weiter: Weil der Discovery Sport um gut 20 Zentimeter länger ist als der Evoque, ist der Kofferraum immens, und auf Wunsch und gegen Aufpreis lässt sich dort eine dritte Sitzreihe herausklappen.

Die neue Sitzordnung färbt auf das Fahrverhalten ab. Man nimmt im Discovery Sport die für Land Rover typische Kommando-Position ein, schaltet fast automatisch einen Gang zurück, lockert die Hände am wulstigen Lenkrad und lässt es gelassen angehen. Kein Wunder, dass die Briten den Wagen mit einer neuen, platzsparenden Hinterachse auch etwas weicher abgestimmt haben.

Auffallend ist auch das aufgeräumte Innenleben. Das macht sich dünne, wahrt respektvoll Abstand zu den Passagieren und ist obendrein nur spärlich bestückt. Weil fast alle Funktionen über den großen Touchscreen gesteuert werden, gibt es drum herum nur noch wenige Tasten, die dafür groß, griffig und gut sortiert sind.

Das muss man wissen: Der Discovery Sport kommt Ende Februar in den Handel und beerbt das Modell Freelander. Den gab es bislang für weniger als 30.000 Euro, das neue Modell mit 150 PS starkem Basis-Diesel kostet allerdings mindestens 34.400 Euro. Andererseits ist der Discovery Sport damit immer noch 1000 Euro billiger als ein vergleichbarer Evoque. Außerdem folgt im Herbst eine Frontantriebsvariante, was den Einstiegspreis auf 32.250 Euro senken wird. Parallel geht auch der Durchschnittsverbrauch um 1,2 Liter zurück. Mit einem Durchschnittswert von 4,5 Liter wird diese Variante zu einem der sparsamsten Land Rover überhaupt.

Am besten verkaufen dürfte sich allerdings die 190-PS-Version des 2,2-Liter-Selbstzünders. Zumal man bei 1,8 Tonnen Leergewicht dankbar ist für die bis zu 420 Nm Drehmoment, mit denen das Aggregat zu Werke geht. Die Maschine ist auf einen kräftigen Antritt auch im Gelände und einen ruhigen Atem beim Dauerlauf ausgelegt. Das Auto heißt zwar "Sport", ist aber nicht sportlich. Bei 188 km/h endet der Vortrieb. Etwas schneller ist die Benziner-Alternative; der 2-Liter-Vierzylinder leistet 240 PS, erreicht bis zu 200 km/h und schluckt im Schnitt 8,3 Liter.

Das werden wir nicht vergessen: Knietief verschneite Nebenstraßen, Geröllhalden und der Wasserspiegel bis knapp unter der Fensterkante - der Discovery Sport schlägt sich tapfer im Gelände. Und über Land ist er ein lässiger Begleiter, auch das war erwartbar. Überraschend an dem Auto sind ein paar Details, die gar nichts mit dem Fahren zu tun haben. Die faszinierende Grafik, die kinderleichte Bedienung und die perfekte Smartphone-Integration des Infotainmentsystems zum Beispiel. Oder das schicke Nachtdesign der Leuchten und Instrumente. Und die gleich sieben USB-Anschlüsse, die im Auto verteilt sind. Auch in der Wildnis beginnen moderne Zeiten.

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