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23. Mai 2003, 09:29 Uhr

Lexus RX 300

All you need is LAV

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Die Toyota-Edelmarke Lexus nimmt für sich in Anspruch, mit dem Modell RX 300 das Segment der Luxus-SUV (Sport Utility Vehicle) begründet zu haben. Jetzt folgt die zweite Generation des RX 300, und sie soll schon wieder eine neue Nische eröffnen. Das Kürzel diesmal: LAV - Luxury Active Vehicle.

"Das Coupé unter den SUVs": Der Lexus RX 300 wirkt elegant und eigenständig

"Das Coupé unter den SUVs": Der Lexus RX 300 wirkt elegant und eigenständig

Gut sieht der Wagen aus und schnittig, der cW-Wert von 0,32 gilt als Bestwert unter den großen Geländewagen. Dazu wirkt das Auto elegant und eigenständig. Überall gibt es was zu gucken: Vorne fällt die angespitzte Frontpartie auf, an der Seite die markante Fenstergrafik, am Heck die geheimnisvoll glitzernden Rückleuchten. "Der RX 300 ist das Coupé unter den SUVs", sagt Frank Winter, General Manager der Marke Lexus in Deutschland. Er hofft, dass das neue Modell Schwung ins Geschäft bringt.

Im vergangenen Jahr verkaufte Lexus insgesamt knapp 3000 Modelle hier zu Lande, darunter etwa 500 RX 300. "In diesem Jahr", sagt Winter, "sollen noch 1250 RX 300 an Kunden ausgeliefert werden." Was macht ihn so optimistisch? "Wir bieten ein ausgezeichnetes Auto mit außergewöhnlicher Ausstattung", lautet die Antwort. Zudem ist der Wagen mit einem Grundpreis von 42.500 Euro für das Einstiegsmodell ein vergleichsweise günstiges Angebot in dieser Klasse. "Herzlich willkommen in der wachsenden Gemeinschaft preisbewusster Menschen, die sich für einen Lexus entschieden haben", lautet der erste Satz in der 468 Seiten starken Betriebsanleitung.

468 Seiten Betriebsanleitung: Der Lexus RX 300 hat bereits in der Grundausstattung eine Menge zu bieten

468 Seiten Betriebsanleitung: Der Lexus RX 300 hat bereits in der Grundausstattung eine Menge zu bieten

Die fällt so dick aus, weil der Wagen tatsächlich eine Menge bietet. Er ist auf Grund des im Vergleich zum Vorgänger um 10,5 Zentimeter gewachsenen Radstandes im Innenraum sehr geräumig. Und serienmäßig sind zum Beispiel Tempomat, CD-Musikanlage, Klimaautomatik, Multifunktions-Lederlenkrad, verschiebbare Mittelkonsole, verschiebbare Rücksitze und elektrisch verstellbare Vordersitze an Bord. Dazu kommen, wir sind immer noch bei der Grundausstattung, elektronisch gesteuerter Allradantrieb, Fünfgang-Automatikgetriebe, 17-Zoll-Leichtmetallräder, ABS, Xenon-Scheinwerfer, das Stabilitätsprogramm VSC (Vehicle Stability Control) und sieben Airbags. Beim siebten Luftsack handelt es sich um einen Knieairbag für den Fahrer, der sowohl Beinverletzungen als auch das Durchrutschen unter den Sicherheitsgurt (so genanntes Submarining) verhindern soll.

Wir waren mit dem RX 300 des mittleren Ausstattungsniveaus namens Executive unterwegs, der als Extras eine elektrisch öffnende und schließende Heckklappe, 18-Zoll-Felgen, Lederausstattung, eine teilbare Rücksitzlehne und einen Regensensor bietet. Es gibt eine noch üppiger bestückte Version (Luxury, Preis 50.800 Euro) mit Luftfederung, Kurvenlicht und HiFi-Musikanlage.

Lexus muss die Modelle allein durch ihre Ausstattung voneinander abgrenzen, denn unter der Motorhaube steckt stets das gleiche Aggregat. Ein Drei-Liter-V6-Motor mit 204 PS. Weil das Auto mit gut 1900 Kilogramm Leergewicht zu den Leichteren seiner Art gehört, ist die Motorisierung absolut korrekt. Die Fahrdaten sind allemal ausreichend. Wirklich beeindruckend ist, wie ruhig und seidig sich der Wagen bewegt - und zwar auch die Modelle mit herkömmlichem Schraubenfeder-Fahrwerk. Das liegt an Detailverbesserungen am Motor, an einer dynamischen Triebwerksaufhängung, die Vibrationen unterdrückt, an einer neuen Auspuffanlage und an diversen Änderungen an Außenspiegeln, Unterboden, Scheibenwischern, die Windgeräusche senken.

Gut getan hätte dem RX 300 auch ein Senkung des Benzinverbrauchs. Der liegt im Schnitt bei 12,2 Liter je 100 Kilometer, wie Lexus angibt. Das ist ein stattlicher Wert, und so drängt sich die Frage auf, wie es mit einem sparsameren Dieselmotor aussieht. Die Antwort von Lexus fällt überraschend aus: Es wird vorerst keinen RX 300 mit Selbstzünder geben, sondern etwas viel Besseres: den RX-HSD. Die Buchstaben stehen für Hybrid Synergy Drive und bedeuten, dass Ende 2004 Lexus als erster Hersteller weltweit ein Luxusauto als Hybrid-Fahrzeug anbieten wird. Eben jenen RX 300 mit V6-Benziner, der dann aber mit zwei Elektromotoren gekoppelt sein. Schon jetzt versprechen die Verantwortlichen der Marke mehr Leistung und Drehmoment bei geringerem Verbrauch und niedrigeren Schadstoffwerten.

Ruhig und seidig: Der Lexus RX 300 fährt mit einem Drei-Liter-V6-Motor mit 204 PS

Ruhig und seidig: Der Lexus RX 300 fährt mit einem Drei-Liter-V6-Motor mit 204 PS

Möglicherweise schafft es Lexus mit dieser Innovation auch, seinem Image etwas schärfere Konturen zu geben. Bislang spielt die Marke im Konzert der so genannten Premium-Anbieter wie Audi, BMW, Mercedes oder Jaguar eine zwar schöne, aber auch sehr leise Melodie. Ein Hybrid-LAV wäre jedoch ein Paukenschlag. Und Lexus hätte abermals ein neues Segment begründet.

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