Mazda MPV Japanischer Puppenwagen

Karakuri-Puppen kennt in Japan jedes Kind. Sie werden seit Jahrhunderten in Teezeremonien verwendet und zeichnen sich durch eine spezielle Falttechnik aus. Mazdas Ingenieuren dienten sie jetzt als Inspiration für die Sitzgestaltung ihres neuen MPV-Vans.

Von Frank Wald


Klippklapp: Im neuen MPV-Van von Mazda lässt sich die hintere Rückbank komplett im Boden versenken

Klippklapp: Im neuen MPV-Van von Mazda lässt sich die hintere Rückbank komplett im Boden versenken

Das "Karakuri"-Prinzip funktioniert ähnlich wie das Flex-7-System im Opel Zafira. Durch einen einfachen Klappmechanismus lässt sich bei der sechssitzigen Version der Großraumlimousine aus Hiroshima die hintere Rückbank mit wenigen Handgriffen komplett im Fahrzeugboden versenken. So entsteht ein komfortabler Van mit vier Einzelsitzen mit Armlehnen und einem ebenen Laderaum, der bis zu 866 Liter Gepäck fasst. Werden alle Plätze gebraucht, schrumpft sein Volumen auf immer noch geräumige 405 Liter. Die Sitze in der zweiten Reihe können nur umgeklappt oder ausgebaut werden. Ihre Rückenlehnen lassen sich zu Tischen umklappen. Der rechte Sitz kann außerdem zur Seite geschoben werden, um den Einstieg nach hinten zu ermöglichen. Neben der Karakuri-Version gibt es den MPV aber auch weiterhin in der Grundausstattung mit fünf Sitzen sowie als siebensitzige Variante.

Verfeinerungen im Detail: Der Innenraum des MPV

Verfeinerungen im Detail: Der Innenraum des MPV

Darüber hinaus beschränkten sich Mazdas Ingenieure bei der Neuauflage ihres Vans auf kosmetische Retuschen und technische Feinjustierung. Die Front wurde mit neu gestalteten Kotflügeln und Klarglasscheinwerfern ans neue Mazda-Design angepasst. Die Motorhaube ist stärker konturiert, der typische Fünf-Punkt-Kühlergrill größer gezeichnet und mit einer Chromleiste umrandet. Ebenfalls gewachsen sind die vorderen Stoßfänger. Die Rückleuchten erstrahlen nun unter einer Klarglasabdeckung mit roter Umrandung.

Auch im Innenraum sind Verfeinerungen im Detail zu erkennen. Ein neues Drei-Speichen-Lenkrad, Chromränder in den Armaturen und Innengriffen, Carbonlook in der Mittelkonsole sowie dunkle gedeckte Farben schaffen ein wohnliches Ambiente. Der Fahrersitz ist längs- und höhenverstellbar und bietet zusammen mit der ohnehin Van-typisch hohen Sitzposition eine erhabene Sicht über das Verkehrsgeschehen. In das hintere Abteil gelangt man über zwei serienmäßige Schiebetüren, die sich in engen Parklücken als sehr praktisch erweisen.

Dieselmotor soll großen Anteil am Verkauf haben: Den MPV gibt es als 2,3-Liter-Benziner und als Turbodiesel

Dieselmotor soll großen Anteil am Verkauf haben: Den MPV gibt es als 2,3-Liter-Benziner und als Turbodiesel

Verbessert wurden in der neuen Modellgeneration auch Fahrwerk und Sicherheit. Härtere Stabilisatoren und stärkere Dämpfer sorgen für präziseres Handling und geringere Karosseriebewegung in schnellen Kurven. In der Karakuri-Version wird dieser Effekt zusätzlich durch progressiv ansprechende Stoßdämpfer an Vorder- und Hinterachse weiter reduziert. Für problemlose Starts und sicheres Fortkommen sorgt jetzt in allen Modellvarianten eine serienmäßige Traktionskontrolle, wie umgekehrt nun auch an den Hinterrädern belüftete Scheibenbremsen zupacken.

Fahrzeugschein
Hersteller: Mazda
Typ: MPV 2,0l DI
Karosserie: Van/Kleinbus/Großraumlimousine
Motor: Vierzylinder-Turbodiesel
Hubraum: 1.998 ccm
Leistung: 136 PS (100 kW)
Drehmoment: 310 Nm
Von 0 auf 100: 13,2 s
Höchstgeschw.: 176 km/h
Verbrauch (ECE): 7,1 Liter
CO2-Ausstoß: 188 g/km
Kraftstoff: Diesel
Kofferraum: 405 Liter
umgebaut: 866 Liter
Preis: 26.520 EUR
Gut unterwegs ist man im Mazda MPV aber auch mit den Motoren, die unverändert geblieben sind. Zur Wahl stehen nach wie vor ein 2,3-Liter-Benziner (141 PS/104 kW) sowie ein Zwei-Liter-Common-Rail-Turbodiesel mit 136 PS (100 kW). Beide Triebwerke bringen die 1780 Kilogramm schwere Fuhre gut in Schwung und zeigen auch auf langen Strecken ausreichende Laufruhe. Wobei der im vergangenen Herbst eingeführte Selbstzünder angesichts des etwas kräftigeren Durchzugs (310 Newtonmeter Drehmoment) und des geringeren Verbrauchs (7,1 Liter im EU-Mix) die bessere Alternative ist. Allerdings kostet er in allen Ausstattungsversionen auch im Schnitt 2570 Euro mehr.

Was aber die meisten deutschen Kunden offensichtlich nicht am Kauf hindert. Nach den bislang vorliegenden Zahlen rechnet Mazda bis Jahresende für seine 2600 verkauften MPV mit einem Dieselanteil von rund 85 Prozent.



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