Autogramm Mazda MX-5 Frisch aufgedreht

Mazdas klassischer Roadster wird wieder aufgefrischt - und bleibt doch puristisch. Am Design änderte der Hersteller nichts, dafür haben die Motoren mehr Schmackes.

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Der erste Eindruck: Ganz der Alte. Mazda ist mit dem Design des MX-5 offenbar so zufrieden, dass es bei der Überarbeitung nicht verändert wurde. Auch den Kunden gefällt die Optik. Selbst drei Jahre nach der Premiere der aktuellen Baureihe steigen die Zulassungszahlen kontinuierlich.

Das sagt der Hersteller: Nach Auskunft des deutschen Mazda-Chefs Bernhard Kaplan ist der MX-5 vor allem ein Image-Modell, das die gesamte Marke auflädt. Doch die Stückzahlen sind nicht zu vernachlässigen. Von dem Roadster wurden allein in diesem Jahr schon 3300 in Deutschland verkauft. Seit dem Start hierzulande im Jahr 1990 waren es insgesamt mehr als 130.000. In einem Segment, das immer wieder totgesagt wird, sei das nicht schlecht, sagt Kaplan. Erst recht nicht, wenn man die Entwicklung der Absatzzahlen betrachtet, die gegen den Trend gestiegen sind. Weltweit wurden in vier Generationen seit 1989 insgesamt bereits mehr als eine Million MX-5 verkauft. Kaplan: "Das macht den MX-5 zum erfolgreichsten offenen Zweisitzer der Welt."

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Das ist uns aufgefallen: Der MX-5 ist winzig. Steht man davor, fragt man sich, wie man mit 1,89 Meter Körpergröße in den Wagen kommen soll. Doch steigt man ein, flutscht man ruckzuck zwischen Sitz und Lenkrad und fühlt sich auf Anhieb gut aufgehoben. Erst recht im frisch überarbeiteten Modell, in dem man das Lenkrad etwas weiter verstellen kann als bisher und indem die Sitzposition noch einmal um Millimeter abgesenkt wurde.

Warum das wichtig ist? In den allermeisten Autos reicht es, wenn man bequem sitzt und genügend Platz für Kopf und Knie hat. Aber der MX-5 versteht sich als ernsthafter Sportwagen, und da geht es vor allem um Kontakt zur Straße. Das Mazda-Marketing drischt gerne die Phrase vom "Jinba Ittai", der "Einheit von Ross und Reiter". Bei einem Familienkombi wie dem Mazda 6 oder einem SUV wie dem CX-5 ist das ein bisschen weit hergeholt. Doch wenn Fahrer und Fahrzeug tatsächlich irgendwo "verwachsen", dann hier. In jeder Kurve ist das spürbar. Wie kaum ein anderes Auto hält man den Roadster fast intuitiv auf der Ideallinie.

Mazda will die Fahrer mit klassischen Roadster-Tugenden begeistern. Dazu gehört eine extrem knackige Schaltung und Heckantrieb. Dennoch hielten in dem extrem puristischen Auto mit der Modellpflege Apple Car-Play oder gar ein Aufmerksamkeitsassistent Einzug, der den Fahrer per Signalton warnt, wenn er müde wird. Was jedoch fehlt, ist ein Handschuhfach, weil das die perfekte Sitzposition beeinflussen würde, das Verdeck funktioniert nach wie vor manuell. Schneller und cooler kann man die Sonne kaum herein lassen.

Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des Mazda MX-5 - mit unserem 360-Grad-Foto:

Im neuen Modelljahr dreht der MX-5 buchstäblich noch einmal auf. Weil die Ingenieure für die Einhaltung der neuen Schadstoffnorm Euro 6d Temp ohnehin Hand an die Motoren legen mussten, um sie ohne einen Partikelfilter (zu schwer, zu groß) über die Emissionshürden zu heben, haben sie gleich die Performance perfektioniert. Deshalb gibt es deutlich mehr Leistung, etwas mehr Drehmoment und eine höhere Maximaldrehzahl: Erst bei 7500 statt bislang bei 6800 Touren macht die Elektronik Schluss. Auf der Autobahn oder im Flachland wird man das kaum je merken. Aber wer mit dem MX-5 eine Passstraße in Angriff nimmt, der freut sich, dass er die Gänge weiter ausdrehen und so noch flotter gen Gipfel stürmen kann.

Das muss man wissen: Mazda hat mit der Auslieferung des neuen MX-5-Modelljahres bereits begonnen, das sich vor allem durch die überarbeiteten Motoren auszeichnet. Es gibt weiterhin zwei Vierzylinder-Benziner mit 1,5 oder 2,0 Liter Hubraum, die nun 132 statt 131 oder 184 PS statt wie bisher 160 PS leisten. Außerdem kann man den MX-5 für einen Aufpreis von 2600 Euro auch als RF bestellen, und bekommt dann anstelle des wunderbar einfachen Stoffdaches ein versenkbares Hardtop, das dem Wagen einen völlig anderen Look gibt. Vielleicht ist er dann praktischer, dafür aber lange nicht mehr so puristisch.

So wenig Mazda bei der Modellpflege am Design geändert hat, so wenig tut sich auch an den Preisen. Die beginnen nach wie vor bei 22.900 Euro für den Roadster mit 1,5 Liter-Motor; der Zweiliter startet bei 27.790 Euro und das günstigste RF-Modell steht mit 28.690 Euro in der Liste.

Das werden wir nicht vergessen: Die zwei störenden Becherhalter, die man zwischen den Sitzen auf den Mitteltunnel stecken kann. Permanent stößt man sich mit den Ellbogen daran, die ansonsten perfekte Ergonomie ist dahin. Gut, dass es hinter den Sitzen ein Staufach gibt, in dem man die beiden Störenfriede verschwinden lassen kann.

Fahrzeugschein
Hersteller: Mazda
Typ: MX-5 (2018)
Karosserie: Roadster
Motor: Vierzylinder-Benziner
Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe
Antrieb: Heck
Hubraum: 1.998 ccm
Leistung: 184 PS (135 kW)
Drehmoment: 205 Nm
Von 0 auf 100: 6,5 s
Höchstgeschw.: 219 km/h
Verbrauch (ECE): 6,9 Liter
CO2-Ausstoß: 155 g/km
Kofferraum: 130 Liter
Gewicht: 1.030 kg
Maße: 3915 / 1735 / 1225
Preis: 27.790 EUR
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insgesamt 45 Beiträge
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Seite 1
skeptiker-today 02.10.2018
1. Antenne
so ein schönes Auto - und dann diese blöde, störende Antenne hinten rechts. gibt es da nichts besseres - z.B. eine Scheibenantenne ?
saftschubse 02.10.2018
2. Ein schöner, eleganter Wagen...
...und 184 PS reichen auch wirklich aus, mal was anderes als diese ewigen Dickschiffe. Und zusätzlich nicht mehr Technik drin als nötig; auf die Rückfahrkamera hätte man auch verzichten können. Gut gemacht Mazda
intercooler61 02.10.2018
3. Schöne, aber auch ziemlich kompromisslose Fahrmaschine
Nahezu perfekt als Zweit- und/oder Spaßauto. Wer (wie ich) im Alltag etwas mehr Platz und auf Reisen mehr Komfort möchte, wird evtl. die einheimischen Konkurrenten bevorzugen. Aber dass es die überhaupt gibt, haben wir auch dem MX5 zu verdanken. Dessen Markterfolg ist ein gerechter Lohn für den Mut, gegen den Mainstream zu schwimmen. Hut ab.
Pickle__Rick 02.10.2018
4.
Zitat von saftschubse...und 184 PS reichen auch wirklich aus, mal was anderes als diese ewigen Dickschiffe. Und zusätzlich nicht mehr Technik drin als nötig; auf die Rückfahrkamera hätte man auch verzichten können. Gut gemacht Mazda
Jein. Die meisten Kfz haben heute eh einen einigermaßen großen Bildschirm. Das Kameramodul ist günstig, simpel aufgebaut und mit einfach verkabelt. Dieses Feature einzubauen bietet einen riesigen Vorteil und wenig Aufwand. Der Vorteil ist, dass man auch den toten Winkel direkt hinter dem Heck des Fahrzeugs im Blick hat. Aus diesem Grund sind die Kameras in den USA mittlerweile auch Pflicht für eine Zulassung. Ohne sie bekommt man das Auto nicht auf den Markt. Der Grund sind die hohen Unfallzahlen beim Zurücksetzen. Bei ungefähr 1/3 dieser Unfälle werden Kinder beim Rückwärtsfahren aus der eigenen Einfahrt vor dem Haus überfahren. Also muss Mazda die Kameras sowieso vorsehen. Die EU überlegt diese Vorschrift zu übernehmen.
MartinS. 02.10.2018
5. ...
Zitat von saftschubse...und 184 PS reichen auch wirklich aus, mal was anderes als diese ewigen Dickschiffe. Und zusätzlich nicht mehr Technik drin als nötig; auf die Rückfahrkamera hätte man auch verzichten können. Gut gemacht Mazda
Die Rückfahrkamera mussten sie mit reinnehmen, weil sie mittlerweile in Kanada (??? glaube ich zumindest) verpflichtend für die Zulassung ist.
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