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Autogramm McLaren 570 GT: Schnellfracht

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Autogramm McLaren 570 GT Kann einpacken

Einen SUV würde McLaren niemals bauen (sagen die Verantwortlichen heute), doch etwas mehr Alltagstauglichkeit wünschen sich die Kunden schon. Deshalb bietet das neue Modell 570 GT erstmals einen Kofferraum.

Der erste Eindruck: Der Motor ist weg! Statt des schön angerichteten V8-Triebwerks erblickt man unter der langen Glashaube im Heck des McLaren 570 einen Kofferraum.

Das sagt der Hersteller: McLaren-Sprecher Wayne Bruce sagt, der 570 GT sei eine markentypische Antwort auf den SUV-Trend bei den Luxusautoherstellern. Jaguar baut ja inzwischen den F-Pace und Bentley den Bentayga. Auch McLaren will mehr Alltagstauglichkeit bieten, mit dem "Touring Deck" hinter den beiden Sitzen der neuen "Sports Series". Das soll den Kundenkreis erweitern.

Bislang war das Modell 570 S der praktischste McLaren - mit Handschuhfach und Schminkspiegel. Nun folgt der nochmals in Richtung Praktikabilität verbesserte GT. Weiter werde man sich allerdings nicht vom klassischen Sportwagen entfernen, beteuert Bruce. Wobei der neue Stil ankommt. McLaren rechnet damit, dass rund die Hälfte aller künftigen 570-Kunden die Variante GT wählen werden.

Das ist uns aufgefallen: Während man in vielen anderen Sportwagen hockt wie in einer dunklen Höhle, ist die Atmosphäre im 570 GT wegen des durchgehenden Dachs so hell und freundlich wie in einem Wintergarten. Damit man bei Sonnenschein nicht allzu sehr schmort, wurde die Leistungsfähigkeit der Klimaanlage gesteigert. Und bald soll wahlweise auch noch eine Jalousie oder eine automatische Tönung des Glases verfügbar sein.

Die Gepäckablage hinter den Sitzen hat ein Fassungsvermögen von 220 Litern, was zusammen mit den 150 Litern der Luke im Bug erstmals so viel Stauraum ergibt wie bei einem Kompaktwagen. Die neue Ladefläche ist mit feinem Leder ausgeschlagen und mit schmucken Schienen bestückt. Ein breiter Bügel schützt die Insassen vor der Ladung. Allerdings muss man sich weit über den Kotflügel beugen, wenn man etwas unter der seitlich angeschlagenen Glasklappe verstauen möchte.

Der McLaren 570GT im Video

Tom Grünweg

Zum zusätzlichen Stauraum kommen beim 570 GT noch eine erhöhte Langstreckentauglichkeit durch ein spürbar sanfteres Fahrwerk, eine weniger scharfe Lenkung und einen besser gedämmten Auspuff. Das ist das eine. Das andere: Das Auto ist und bleibt ein Hochleistungssportwagen. Der V8-Motor klingt zwar, als hätte er Kreide gefressen. Dennoch entwickelt er eine Leistung von 570 PS sowie 600 Nm Drehmoment und garantiert damit explosiven Vortrieb.

Die siebenstufige Doppelkupplung wechselt die Gänge zwar etwas weicher und feuert weniger Zwischengasstöße ab, doch wenn man in 3,4 Sekunden von 0 auf 100 schießt, läuft einem noch immer ein Schauer über den Rücken. Der Motor sitzt nun unter einem Lochblech hinter der Heckklappe. Statt des bislang üblichen, ausfahrbaren Heckflügels samt Airbrake gibt es im GT einen fest stehenden Flügel - die Wirkung ist identisch. Das Teil erzeugt so viel Abtrieb, dass einem in Kurven der Schweiß auf die Stirn tritt, so schnell kann man sie durchfahren.

Das muss man wissen. Der 570 GT ist die zweite von drei Karosserievarianten, die McLaren für die sogenannte Sports Series angekündigt hat. Er kostet mindestens 195.350 Euro und ist damit rund 15.000 Euro teurer als das klassisch geschnittene Coupé 570 S. Als Nächstes steht dann für Anfang 2017 ein Spider auf dem Programm.

Während McLaren am Schnitt und um Set-up gefeilt hat, ändert sich an der Hardware unter der neuen Karosserie nichts. Es bleibt bei einer extrem steifen und leichten Konstruktion aus Karbon, die mit dem größeren Glasanteil zwar um 40 Kilogramm schwerer wird, mit 1350 Kilo Trockengewicht aber immer noch zu den Leichten der Klasse zählt. Und natürlich bleibt es auch beim 3,8 Liter großen V8-Turbomotor im Heck, der auch in diesem Fall den Wagen auf bis zu 328 km/h beschleunigt.

Das werden wir nicht vergessen: Rücksicht - das kennen Sportwagenfahrer meist nicht. Erstens, weil man jenseits von 500 PS und 300 km/h den Blick besser nach vorn richtet und zweitens, weil man bei den allermeisten Autos dieser Klasse nach hinten ohnehin nichts sieht. Im 570 GT ist das anders. Weil es neben der großen, rahmenlosen Heckklappe auch noch zwei kleine Dreiecksfenster gibt, kann man diesen Sportwagen nicht nur besser beladen als viele andere, sondern auch besser aus ihm herausschauen.

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