Mercedes CL 55 AMG Vorhut für die Boliden

Der Kalauer, dass Mercedes-Fahrzeuge mit eingebauter Vorfahrt ausgeliefert werden, gilt für ein Auto der Stuttgarter tatsächlich: den neuen CL 55 AMG, der als Safety Car in der Formel 1 zum Einsatz kommt - und auch als 360 PS starke Straßenversion erhältlich ist.


Eingebaute Vorfahrt: Mercedes CL 55 AMG als Saftey Car

Eingebaute Vorfahrt: Mercedes CL 55 AMG als Saftey Car

In den vergangenen zwei Jahren galt die Vorfahrtsregel für einen CLK 55 AMG, der dem Grand-Prix-Feld zum Beispiel vor dem Start oder bei Rennunterbrechungen vorausfuhr. Nun darf sich ein neues Modell der Stuttgarter an die Spitze der wohl erlesensten und teuersten Auto-Meute der Welt setzen: das Top-Coupé aus dem Hause Mercedes-Benz. Der Wagen ist mit einem V8-Triebwerk ausgerüstet, das 360 PS (265 kW) leistet und die silberne Fuhre in sechs Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt und mehr als 280 km/h schnell macht. Das ist auch nötig, denn das Safety Car fährt keineswegs im Bummeltempo vor den Boliden her, da sonst deren Motoren überhitzen und die Reifen zu stark abkühlen würden.

Für den Spezialeinsatz in der Formel 1 ­ am Steuer des Autos sitzt übrigens der Renn-Routinier Bernd Mayländer ­ erhielt das Fahrzeug eine verstärkte Bremsanlage und ein gegenüber der Serienversion deutlich straffer ausgelegtes Fahrwerk. Zudem legten die Stuttgarter den Wagen um 1,5 Zentimeter tiefer, dazu wurden breitere Reifen aufgezogen und die Spur verbreitert.

Ruhiggestellte Karosserie: Die Serienversion des CL 55 AMG

Ruhiggestellte Karosserie: Die Serienversion des CL 55 AMG

In der Straßenversion geht der CL 55 AMG eine Spur dezenter zu Werke ­ aber eben nur eine Spur. Denn unter der Haube steckt das gleiche Aggregat, der 5,5-Liter-V8-Motor mit Schmiedekolben, 360 PS und einem maximalen Drehmoment von 530 Newtonmetern. Das Fahrwerk wird vom System ABC (Active Body Control) gesteuert. Diese Elektronik passt die Dämpfung der Karosserie mittels einer Hochdruck-Hydraulik an die jeweilige Fahrsituation an. So werden Bewegungen des Chassis beim Anfahren, Bremsen oder in Kurven stark vermindert. Mercedes verspricht sich von der Ruhigstellung der Karosserie nicht nur mehr Komfort für die Insassen, sondern auch einen Sicherheitsvorteil.

Über solche Extras können die Passagiere nachsinnen, während sie auf die komplett mit Leder bezogene Instrumententafel blicken und das Tempo vom Tachometer mit der ehrfurchtgebietenden, bis 320 km/h reichenden Skala ablesen. Über den Preis müssen Autofahrer dieses Typs vermutlich nicht allzu lange grübeln: Der liegt für den CL 55 AMG bei 215.412 Mark.



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