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Mercedes E-Klasse T-Modell: Lust an der Last

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Mercedes E-Klasse T-Modell Der rollende Wandschrank

Gut ein halbes Jahr nach dem Debüt der Limousine erweitert Mercedes die neue E-Klasse-Baureihe durch die Kombiversion. In wenigen Wochen wird der einladende Typ an den Start gehen. Das Platzangebot ist mit bis zu zwei Kubikmetern voluminös, der Preis allerdings auch.

Es muss sie noch geben - jene Menschen, die noch ausreichend Geld für lange Autoreisen und große Einkäufe besitzen. Auf sie zielt Mercedes mit dem neuen E-Klasse-Kombi, im Schwabensprech T-Modell genannt. Nachdem die seit März erhältliche Limousine vor allem auf Firmenkunden abzielt, kommt nun Ende November der Kombi auf die Straße.

Beim neuen Auto hat Mercedes vor allem an Kleinigkeiten gefeilt. Damit soll das Unterbringen von Kindern, Koffern und Kisten künftig noch leichter werden. So gibt es etwa an den Seitenwänden des Gepäckabteils zwei Griffe, mit denen die asymmetrische geteilte Rückenlehne der Fondsitze mit einem Griff umklappt werden kann wie ein Kartenhaus.

Ebenfalls leichter zu bedienen als bisher ist das Gepäckrollo. Es schwingt nun gemeinsam mit der Heckklappe auf und wird in einer Kassette gelagert, die nicht mehr an der Rücklehne, sondern an den Seitenwänden befestigt ist und dadurch leichter demontiert werden kann. Nur der dünne Kunststoff des Rollos passt nicht gut zum Anspruch eines Luxus-Lasters.

Viele kleine Helferlein

Wer komplexere Transportaufgaben lösen möchte, für den gibt es eine Vielzahl pfiffiger aber meist auch aufpreispflichtiger Helferle für die Kleinteile-Logistik. Mit dem doppelten Ladeboden etwa lassen sich nicht nur Wertsachen abdecken; er variiert auch die Ladehöhe oder dient als Raumteiler. Aus den Flanken klappen auf Knopfdruck Taschenhaken, im Tiefgeschoss ist eine praktische Klappbox untergebracht, und in den Schienen im Boden lassen sich nach Belieben Zurrösen, Spanngurte oder Haltestangen befestigen.

Das Ladevolumen selbst ist kaum gewachsen, allerdings war es bereits beim Vorgänger enorm. Bei stehender Rückbank schluckt das neue T-Modell 695 Liter, und wenn alle Fondsitze flach liegen, kann es der Kombi mit seinen annähernd zwei Kubikmetern Ladevolumen fast mit einem Kleintransporter aufnehmen. Oder mit einem Kleinbus: Als einziger Wagen in dieser Klasse bietet das T-Modell die Option auf zwei weitere Sitze in der dritten Reihe, auf denen zumindest der Nachwuchs noch kommod reisen kann.

Für diesen rollenden Wandschrank verlangt Mercedes gegenüber der Limousine einen Aufschlag von gut 3200 Euro. Das ist deutlich mehr als bei der Konkurrenz "Dafür haben wir auch mehr zu bieten", findet Produktmanager Bernd Stegmann. Er meint damit zum Beispiel die Dachreling und die Luftfederung samt Niveauausgleich an der Hinterachse, die serienmäßig an Bord sind. Neuerdings gehört auch eine elektrische Heckklappe zum Standard. "Alleine durch diese drei Positionen hat man den Aufpreis für den Kombi wieder drin", behauptet er.

Technisch ist der Kombi mit der Limousine weitgehend identisch

Unter dem Blech gleicht der Kombi der Limousine. Assistenzsysteme wie die Kamera zur Verkehrszeichenerkennung und Spurführungshilfe oder den Müdigkeitswarner gibt es auch im T-Modell. Und die Motorenpalette ist ohnehin weitgehend identisch. Zum Start gibt es drei Dieselaggregate mit Leistungen zwischen 170 und 231 PS sowie zwei Benziner mit 292 oder 388 PS. Im Frühling sollen ein Diesel mit 136 PS, zwei weitere Benziner mit 184 oder 204 PS sowie die Allradvarianten und der 525 PS starke Eiltransporter E 63 von AMG nachkommen.

Für die erste Ausfahrt wählte SPIEGEL ONLINE den Einstiegsbenziner samt Automatik. Der Direkteinspritzer im E 200 CGI holt aus 1,8 Litern Hubraum 184 PS und 270 Nm, was keine schlechten Werte sind. Doch in der Praxis hat der Vierzylinder mit dem großen Auto schon ohne Fondpassagiere und mit leerem Kofferraum Mühe. Die Maschine fordert Drehzahl, doch die antiquierte Fünfgang-Automatik spielt da nicht mit. Nur wer reichlich Gas gibt und den Motor orgeln lässt, kommt im Mittelgebirge halbwegs flott voran. Den Normverbrauch von 7,9 Litern kann man dann aber vergessen.

Ein Auto, gemacht für die große Fahrt in entspannter Manier

Auf der Autobahn sieht das schon anders aus. Dort kann man den E 200 CGI locker rollen lassen, Schwung mitnehmen und Ruhe und Entspannung genießen. Weil auch Fahrwerk und Lenkung ganz auf Langstrecken ausgelegt sind, taugt die E-Klasse erstklassig zum Kilometerfresser.

Gerade das macht das T-Modell bei solventen Familienvätern und Handlungsreisenden offenbar gleichermaßen beliebt. Allerdings: Ähnlich imposant wie das Format des Wagens sind auch die Preise. Zum Start kostet das billigste Modell 44.800 Euro, Extras nicht inbegriffen. So wird der Raumwagen für viele wohl ewig ein Traumwagen bleiben.

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