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Autogramm Mini Fünftürer: Ganz schön lang hingezogen

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Der neue Fünftürer Mini bleibt Mini, auch als Maxi

Nach mehr als 60 Jahren ist es jetzt so weit: Den Mini gibt es erstmals als Fünftürer. Hat sich das Warten gelohnt?

Der erste Eindruck: Von Weitem sieht der neue Fünftürer aus wie jeder andere Mini auch. Erst wenn man näherkommt, erkennt man, dass zwei Türen mehr ins Blech geschnitten und das Dach angehoben wurde. Insgesamt wirkt der Kleine ein bisschen aufrechter, kastiger und stämmiger als der Vorgängertyp.

Das sagt der Hersteller: "Das wurde auch langsam Zeit", sagt Peter Schwarzenbauer, BMW-Bereichsvorstand für die Marke Mini. Denn neu ist die Idee eines fünftürigen Minis nun wirklich nicht. Schon als Alec Issigonis 1956 mit der Arbeit am Ur-Mini begann, gab es Skizzen von einer XXL-Version.

Um den Start des klassischen, dreitürigen Mini zu beschleunigen, wurde dieses Projekt allerdings eingestellt. Und auch in den Jahrzehnten danach hat es ein Mini-Fünftürer nie über das Stadium eines Designmodells hinaus gebracht. Erst seit 2001 die Marke von BMW übernommen und neu aufgestellt wurde, reifte die Idee wieder von Neuem - ließ sich aber auf der bisherigen Plattform nicht umsetzen. Die aktuelle Mini-Generation, die auf einer neuen Bodengruppe mit mehr Flexibilität aufbaut, macht es nun möglich: Der Fünftürer ist das erste Derivat der Kleinwagenbaureihe nach dem klassischen Dreitürer.

Vorstand Schwarzenbauer setzt große Hoffnungen in den Neuzugang. Nachdem soeben der dreimillionste Mini seit 2001 vom Band lief, soll der Neue der Marke weiteres Wachstum sichern. "Wir starten mit dem Auto in einer für uns ganz neuen Fahrzeugklasse, die doppelt so groß ist wie das Kernsegment des Dreitürers", sagt der Vorstand mit Blick auf jetzt neue Konkurrenten wie VW Polo, Opel Corsa oder Ford Fiesta.

Das ist uns aufgefallen: Wenn man erst mal drin ist, geht's sogar. Weil BMW den Radstand um sieben Zentimeter gestreckt hat, kann hinten jetzt ein kurzer Erwachsener, ganz sicher aber ein Schulkind, ordentlich sitzen. Allerdings sind die Türen relativ schmal, sodass man sich beim Einsteigen durch eine enge Luke schlängeln muss. Und der Fußraum halb hinter, halb unter dem Vordersitz ist so eng, dass man besser keine breiten Stiefel oder empfindlichen Lackschuhe anzieht.

Aber wie gesagt: Wer erst einmal seinen Platz auf der Rückbank gefunden hat, reist dort überraschend bequem. Das liegt auch daran, dass die Designer das Dach etwas angehoben und die Flanken etwas steiler modelliert haben. 15 Millimeter mehr Kopffreiheit und 61 Millimeter mehr Raum für die Schultern - das klingt erst einmal nicht viel, fühlt sich aber deutlich besser an als im dreitürigen Auto.

Außerdem ging es den Entwicklern beim Fünftürer nicht allein um die Hinterbänkler. Die Briten wollten das als Trendmobil positionierte Auto endlich alltagsfest machen. Zum Beispiel als Einkaufswagen. Taugte der Mini bislang allenfalls für den Gepäcktransport nach einem Boutiquen-Bummel, wächst mit der um insgesamt 16 Zentimeter gestreckten Länge auch der Kofferraum. Er legt um 67 auf 278 Liter Fassungsvermögen zu. Außerdem bietet er Stauraum in Gepäcknetzen sowie einen doppelten, höhenverstellbaren Ladeboden.

Daneben gibt es weiterhin schräge bis schrullige Extras wie etwa die ziemlich alberne Lichtorgel um das von einer Musikbox inspirierte Zentralinstrument in der Mittelkonsole. Und nach wie vor bricht man sich fast das Handgelenk, wenn man den Controller für das Infotainmentsystem auf dem Mitteltunnel bedienen will.

Das muss man wissen: Der Fünftürer kommt im Oktober in den Handel und kostet als 136 PS starker Mini One 20.600 Euro. Damit ist der jetzt ziemlich genau vier Meter lange Kleinwagen um exakt 900 Euro teuer als der Dreitürer.

Mittelfristig wird die Motorenpalette aus zwei Dreizylinder-Benzinern mit 102 oder 136 PS sowie dem Vierzylinder im 192 PS starken Cooper S bestehen. Dazu kommen die Dieselmotorisierungen mit 95 oder 170 PS. Unser Testwagen war ein Cooper SD mit dem stärksten Diesel, der gut zur neuen Zwitterrolle passt. Denn einerseits ist der Selbstzünder kräftig genug für das typische Go-Kart-Vergnügen, und andererseits kann man den Mini so mit einem Schnitt von gut fünf Litern auf 100 Kilometer auch halbwegs vernünftig bewegen.

Das werden wir nicht vergessen: Er mag jetzt größer und praktischer sein - aber die kleinen Fondtüren und der knappe Fußraum passen nur dann zum neuen Anspruch, wenn man auch im Maxi-Mini auf kleinem Fuß lebt.

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