Autogramm Subaru Outback Zurück in der Zivilisation

Bisher stand Subaru für Autos mit Nutzfahrzeugcharme: Hart im Nehmen, und Hartplastik im Innenraum. Der neue Outback ist anders. Gemütlich, und vor allem technisch im Heute angekommen.

Subaru

Der erste Eindruck: Für einen Kombi ist der Outback grobschlächtig geraten. Für einen Geländewagen wirkt der Subaru fast schon zierlich. So sieht ein gelungener Kompromiss aus.

Das sagt der Hersteller: Subaru feiert den Outback als Trendsetter. Schließlich haben die Japaner schon die Segmente gekreuzt, als andere Hersteller noch gar nicht wussten, wie man Crossover buchstabiert. Den Outback als Ableger des Legacy gibt es bereits seit 20 Jahren und mittlerweile fünf Generationen.

Das ist uns aufgefallen: Es ist noch nicht lange her, da waren Subarus klassische Feld-, Wald- und Wiesenautos: Außen rustikal und innen mit so viel billigem Hartplastik ausgeschlagen, dass man sie auch mit dem Kärcher hätte ausspritzen können. Doch der neue Outback fühlt sich nicht nach lodengrünem Drillich an, sondern bietet ein ganz anderes Ambiente: Glänzende Konsolen, feine Materialien und ein schillernd brillanter Touchscreen mit Zoom- und Wischbedienung wie beim iPhone, dazu moderne Instrumente, eine liebevolle Verarbeitung - so geht der Outback glatt als Business-Kombi für Kilometerfresser durch.

Dazu passt auch das Assistenzsystem "Eyesight", das man einer technisch nicht immer ganz vorne mitfahrenden Marke wie Subaru gar nicht zugetraut hätte. Mithilfe einer von den Designern hübsch inszenierten Stereokamera scannt die Elektronik den Bereich vor dem Wagen, hält den Abstand zum Vordermann und die Fahrspur und bremst, falls dem Outback etwas in den Weg kommt.

So vorbildlich die Elektronik des Subaru ist, so durchschnittlich wirkt seine Antriebstechnik. Der unkonventionelle Boxerdiesel ist zwar ausgesprochen leise, sodass man erst auf Drehzahlmesser oder Tankuhr schauen muss, wenn man den Ölbrenner entlarven will. Aber das Triebwerk wirkt dafür auch etwas lustlos.

Irgendwo in den Tiefen der stufenlosen Automatik und des Allradantriebs muss ein Gros der 150 PS und 350 Nm Drehmoment verloren gehen - so zäh und zaghaft kommt der Outback aus dem Quark. Von 0 auf 100 in 9,9 Sekunden und Spitze 200 km/h: Für ein Auto, das der Hersteller mit Modellen wie dem Audi A6 Allroad oder dem Volvo XC70 vergleicht, ist das ein bisschen dürftig. Und dass der Outback ohne Start-Stopp-Technik daherkommt, muss man auch nicht verstehen - denn ein bisschen Spritsparen wäre gar nicht verkehrt, wenn schon der Normverbrauch bei 6,1 Litern liegt.

Im Gelände schlägt sich der Outback übrigens ganz passabel, auch wenn sich der Wagen auch dort eher zivil gibt: Der bei Subaru obligatorische Allradantrieb ist natürlich an Bord, ein X-Mode genanntes Fahrprogramm mit etwas geänderter Software für Gaspedal und Stabilitätsprogramm und eine Tempobremse für starkes Gefälle - mehr Abenteuerausstattung gibt es nicht im Outback.

Das muss man wissen: Der neue Outback kommt in Deutschland Ende März in den Handel und kostet mindestens 34.400 Euro. Wer statt des hier vorgestellten Diesels lieber den 2,5 Liter großen Boxer-Benziner mit 175 PS und 235 Nm Drehmoment (Spitze 210 km/h, Verbrauch 7,0 Liter) fahren möchte, muss mindestens 35.900 Euro bezahlen. Das vorbildliche Eyesight-System gibt es erst ab dem zweiten Ausstattungsniveau, das weitere 1500 Euro Aufpreis kostet.

In der fünften Generation ist der Outback noch einmal ein bisschen gewachsen, und streckt sich jetzt auf 4,82 Meter. Weil er außerdem ein bisschen höher ist als ein normaler Kombi, sitzt man nicht nur in der ersten, sondern auch in der zweiten Reihe sehr bequem. Außerdem schluckt der Kofferraum hinter der elektrischen Klappe jetzt solide 559 Liter.

Das werden wir nicht vergessen: Subaru hat beim neuen Outback wirklich Liebe zum Detail bewiesen. Das zeigt sich vor allem am Weckruf des Eyesight-Systems, so etwas bietet kein anderer Hersteller. Der Outback warnt nicht nur, wenn man von der Spur abkommt oder seinem Vordermann zu dicht auf die Pelle rückt. Er meldet sich auch im Stau oder vor der Ampel, wenn es wieder weitergeht: "Das Fahrzeug vor ihnen hat sich bewegt", steht dann auf dem Display. Und ein sanftes "Pling" aus dem Cockpit ersetzt die genervte Hupe des Hintermanns.



insgesamt 32 Beiträge
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Seite 1
wo_st 16.03.2015
1. Immer noch..
..die kindischen 9,9 Sekunden vom Quark auf 100km/h. Es gibt wichtigeres am Auto und für den Fahrer. Ich hatte mal ein Auto, das schoss von 0 auf 50 und im zweiten danach auf 100 und dann im dritten bis 150 bis alle sechs Gänge durch waren. Gebraucht hatte ich das nie.
vrdeutschland 16.03.2015
2. Ne, is klar Start-Stopp Automatik...
Ich bin mal gespannt, wann die Autos mit Start-Stopp in ihrem Wert um die Hälfte fallen (analog alle TDIs damals "nur" mit gelber Plakette), weil nach Auslaufen des Leasings-Vetrags Anlasser, Anlasszahnkranz und Batterie (die kosten mal eben das Doppelte einer normalen Starterbatterie) zum Standardaustauschrepetoire gehören. Spritsparen ist ja vollkommen legitim und in Ordnung, aber wir werden diesen Planeten nicht retten, weil ein paar Autos vor der Ampel den Motor anschalten.
Frank Zi. 16.03.2015
3.
Zitat von vrdeutschlandIch bin mal gespannt, wann die Autos mit Start-Stopp in ihrem Wert um die Hälfte fallen (analog alle TDIs damals "nur" mit gelber Plakette), weil nach Auslaufen des Leasings-Vetrags Anlasser, Anlasszahnkranz und Batterie (die kosten mal eben das Doppelte einer normalen Starterbatterie) zum Standardaustauschrepetoire gehören. Spritsparen ist ja vollkommen legitim und in Ordnung, aber wir werden diesen Planeten nicht retten, weil ein paar Autos vor der Ampel den Motor anschalten.
Anlasser, Anlasszahnkranz usw. sind bei Autos mit Start-Stop Automatik ganz anders ausgelegt, das sind ganz andere Teile als "normale" 0-8-15 Anlasser. Info: http://de.bosch-automotive.com/de/parts/parts_and_accessories/motor_and_sytems/start_stop_system/starters_4/starters_5 Die sind dann auf ~80000 Motorstarts ausgelegt, statt auf ~4000. Sowas lässt sich heute alles planen. Eine moderne AGM Batterie ist mir im Gegensatz zu uralten Blei-Säure Batterien auch noch nie verreckt.
Frank Zi. 16.03.2015
4.
Zitat von wo_st..die kindischen 9,9 Sekunden vom Quark auf 100km/h. Es gibt wichtigeres am Auto und für den Fahrer. Ich hatte mal ein Auto, das schoss von 0 auf 50 und im zweiten danach auf 100 und dann im dritten bis 150 bis alle sechs Gänge durch waren. Gebraucht hatte ich das nie.
Stimmt, 80-120 ist wichtiger um auf der Landstrasse locker zu überholen.
trader_07 16.03.2015
5. Exakt...
Zitat von Frank Zi.Stimmt, 80-120 ist wichtiger um auf der Landstrasse locker zu überholen.
Exakt. Genau in diesem Bereich muss reichlich Drehmoment vorhanden sein und zwar ohne dass man in den dritten Gang zurückschalten und den Drehzahlmesser ins Orange treiben muss.
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