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Autogramm Opel Astra Sports Tourer Drei gewinnt

Kurz vor dem Start des Golf 8 renoviert Opel seinen Kompakt-Konkurrenten Astra: Sportvarianten sind passé - stattdessen ziehen die Rüsselsheimer mit Dreizylindermotoren an der Konkurrenz vorbei.

Der erste Eindruck: Bewährt, aber auch betagt - am Design von Fünftürer und Kombi hat Opel kaum etwas geändert. Nur der Kühlergrill wurde ein bisschen retuschiert.

Das sagt der Hersteller: Es müsse nicht immer ein SUV sein, beteuert Opel-Marketingdirektorin Christina Herzog. Zwar wachse auch in der Kompaktklasse der Anteil von SUV stetig, doch Autos wie der Astra hätten weiter Konjunktur, deshalb verdienen sie auch die nötige Aufmerksamkeit bei der Modellpflege. Den eigentlichen Grund des gründlichen Updates für den Astra erwähnt Herzog freilich nicht: Beim Hauptkonkurrenten VW Golf steht die neue, achte Auflage in den Startlöchern. Wenn der Astra nicht völlig hinterherhecheln will, braucht er ein paar Frischzellen.

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Autogramm Opel Astra Sports Tourer: Ab sofort nur Dreizylinder

Foto: Opel

Für die Kur ist vor allem Matthias Alt zuständig. Er leitet die Entwicklung der Benzinmotoren in Rüsselsheim und hat sich für das Astra-Facelift kräftig ins Zeug gelegt. Alle Triebwerke sind neu und leisten mit bis zu 21 Prozent weniger CO2-Ausstoß einen nennenswerten Beitrag dazu, dass Opel den Flottenzielen möglichst nahekommt. Auch Alt erzählt allerdings nicht die ganze Geschichte. Wer nicht nachfragt, erfährt über die die Herkunft der Motoren nichts und schließt wegen identischer Hubraumgrößen auf Aggregate aus dem PSA-Konzern.

"Falsch," korrigiert Opel-Sprecher David Hamprecht, die Motoren seien echte Eigengewächse und in Rüsselsheim entwickelt. Und zwar als eine Art Abschiedsgeschenk für den ehemaligen Mutterkonzern General Motors. Wahrscheinlich ist das der Grund dafür, dass Alt die Entstehungsgeschichte nicht an die große Glocke hängt.

Das ist uns aufgefallen: Immer mit der Ruhe. Normalerweise sind Dreizylindermotoren sehr mitteilsam. Doch dank einer Ausgleichswelle und einer gründlichen Schallisolierung, mit der die Motorhaube so schwer wird, dass man sie besser mit zwei Händen lupft, ist der Astra ein echter Leisetreter. Zumindest der stärkste Dieselmotor in Kombination mit der einzigen Neungangautomatik im Segment macht einen ausgesprochen kultivierten Eindruck. Kein Knurren oder Murren ist zu hören, und mit den zusätzlichen Schaltstufen bleibt die Drehzahl immer auf einem komfortablen Niveau.

Wovon man sich allerdings mit dem Facelift verabschieden muss, ist der Sportsgeist. Eine GSI-Variante oder gar einen Astra OPC wird es nicht geben, Opel setzt konsequent darauf, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Künftig gibt es nur noch Dreizylindermotoren, fünf von sieben Antriebskombinationen bleiben daher bei einem CO2-Ausstoß von unter 100 g/km.

Außer bei den Motoren hat Opel auch bei der Elektronik nachgelegt. So gibt es jetzt zumindest zwischen den beiden Analoginstrumenten im Cockpit einen Monitor, das überarbeitete Infotainmentsystem geht zum Navigieren online, das Smartphone kann kabellos geladen werden, der Notbremsassistent erkennt nun auch Fußgänger, und im Bug stecken neue LED-Scheinwerfer, die weniger Energie brauchen.

Das muss man wissen: Der überarbeitete Astra hat auf der IAA Premiere gefeiert und kommt in einigen Wochen in den Handel. Als Fünftürer kostet das Auto mindestens 19.990 Euro, der Sports Tourer genannte Kombi ist exakt 1000 Euro teurer. Angeboten wird er als einziges Modell in der Kompaktklasse künftig nur noch mit Dreizylindermotoren. Weil zudem die Aerodynamik überarbeitet wurde und es nun zum Beispiel eine Kühlerjalousie gibt, geht der Verbrauch um bis zu 21 Prozent zurück. Als Benziner gibt es nun einen 1,2-Liter-Turbo mit 110 oder 130 PS und ein Aggregat mit 1,4 Liter Hubraum und 145 PS. Für Dieselfahrer haben die Hessen einen 1,5-Liter-Motor im Angebot, der 105 oder 122 PS leistet.

Das werden wir nicht vergessen: Den Hai, der die Insassen vom Boden des Becherhalters anlacht und seit vielen Jahren ein in allen Opel-Autos wiederkehrendes Suchelement der Designer ist. Denn jedes Mal verstecken sie den Raubfisch woanders. Die Kreativen bei Opel, so viel ist sicher, haben das Scherzen noch nicht verlernt.

Thomas Geiger ist freier Autor und wurde bei seiner Recherche von Opel unterstützt. Die Berichterstattung erfolgt davon unabhängig.

Hersteller:Opel
Typ:Astra Sports Tourer (2019)
Karosserie:Kombi
Motor:Dreizylinder-Turbodiesel
Getriebe:Neungangautomatik
Antrieb:Front
Hubraum:1.496 ccm
Leistung PS:122 PS
Leistung kW:90 kW
Drehmoment:285 Nm
Von 0 auf 100:10,8 Sek.
Höchstgeschw.:205 km/h
Verbrauch (ECE):5,3 Liter
CO2-Ausstoß:140 g/km
Kofferraum:540 Liter
umgebaut:1.630 Liter
Gewicht:1.435 kg
Maße:4702 / 1871 / 1510
Versicherung (HP):30.145 €
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