Opel Omega V8.com Vernetzter Büro-Bolide

Opel hat die Dotcom-Welle entdeckt: Mit dem Omega V8.com wollen die Rüsselsheimer Schlagworte wie Internet, Telematik und Kommunikationstechnik besetzen - und Kunden dauerhaft binden.


Noch in diesem Jahr soll jeder siebte Opel ab Werk mit einem Navigationssystem oder dem Mobilitätsservice "OnStar" ausgerüstet werden. Für Vorstandsmitglied Alain Uyttenhoven

In den Omega V8.com hat Opel das neue 5,7-Liter-V8-Triebwerk eingebaut

In den Omega V8.com hat Opel das neue 5,7-Liter-V8-Triebwerk eingebaut

liegen die Gründe auf der Hand: "Telematik- und Mobilkommunikation schaffen eine dauerhafte Beziehung zu den Kunden und sind künftig neben Verkauf und Service die dritte tragende Säule unseres Geschäfts."

Während Navigationssysteme beinahe schon ein alter Hut sind, bietet Opel mit dem "OnStar"-Dienst einen neuen Service: Bei einem Callcenter erhält der Opel-Fahrer Auskunft über die aktuelle Verkehrssituation, den Straßenzustand, eine Routenberatung und Hilfe bei einer Panne oder einem Unfall. Außerdem gibt es im Internet ein kostenloses Informationsangebot und weitere Mobilitätshilfen.

Dass diese demnächst auch aus dem Auto heraus in Anspruch genommen werden können, darauf lässt das "seriennahe Konzeptfahrzeug" Opel Omega V8.com schließen. In den verlängerten Omega Kombi haben die Rüsselsheimer nicht nur das neue 5,7-Liter-V8-Triebwerk mit 310 PS (228 kW) gesteckt, sondern auch jede Menge Kommunikations- und Unterhaltungstechnik.

Der Fahrer blickt auf ein je nach Bedarf konfigurierbares Farbdisplay. Fährt er zum Beispiel rückwärts, wird das Bild einer Minikamera im Heckscheibenwischer auf dem Bildschirm eingeblendet. Bei Nachfahrten kommt das System "Night Vision" zum Einsatz. Dabei werden die Bilder einer Infrarot-Kamera, die zehnmal weiter reicht als das Abblendlicht, auf die Frontscheibe projiziert.

Bildschirme für Fahrer und Beifahrer: Der Fahrer blickt im V8.com auf ein frei konfigurierbares Farbdisplay

Bildschirme für Fahrer und Beifahrer: Der Fahrer blickt im V8.com auf ein frei konfigurierbares Farbdisplay

Für die drei übrigen Sitzplätze des Omega V8.com ist eine umfassende Spaß- und Arbeitstechnik vorgesehen. Die Passagiere können den Blick auf je einen 9,5-Zoll-LCD-Bildschirm richten. Über Lautsprecher, die in die Kopfstützen integriert sind, können Kassetten oder CDs abgespielt werden. Auch der Empfang von Fernsehsendungen ist möglich.

Genauso kann die Ausrüstung aber zum Arbeiten genutzt werden: Im V8.com finden sich neben Mobiltelefone auch Computer, mit denen im Internet gesurft werden kann.

Das komplexe Multimedia-Angebot ist nicht über herkömmliche Kabel vernetzt, sondern über Lichtwellenleiter. Laserdioden setzen Daten und Steuerbefehle in Lichtimpulse um, die über Glasfaserkabel verteilt werden. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass die elektromagnetischen Felder herkömmlicher Datenleitungen andere technischen Komponenten des Autos stören.

Das klingt innovativ, ist aber möglicherweise noch ein wenig störanfällig. Für diesen Fall aber hat Opel sicher an ein Ablagefach für ein gutes Buch gedacht.



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