Peugeot 207 Der Duft des Löwen

Peugeot setzt eine neue Duftmarke im Revier der Kleinwagen. Und zwar nicht nur, weil der ab Mai lieferbare 207 größer, schöner und moderner ist als der 206, der erst mal weiter gebaut wird. Sondern auch, weil er auf Wunsch einen eingebauten Parfumspender bekommt.


Jetzt wird es bei den Kleinwagen langsam eng für die deutschen Hersteller. Nachdem ihnen im letzten Jahr schon die dritte Generation des Renault Clio und der Fiat Grande Punto in die Parade gefahren sind, müssen sich Opel, VW und Ford seit dem Jahresanfang des zweiten Toyota Yaris und ab Mai auch noch des Peugeot 207 erwehren. Und das mit Autos, die alle schon einige Jahre auf dem Buckel haben und vorerst durch sogenannte Facelifts über die Runden gerettet wurden. Dabei ist die Situation für Opel am komfortabelsten, denn am 18. Juli wird in London der neue Corsa enthüllt. Doch für Polo und Fiesta wird es eng, denn die Wettbewerber haben aufgeholt und der Peugeot 207 macht die Sache nicht leichter.

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Peugeot 207: Der riecht so neu

Zwar ist die neue Nummer unter den französischen Kleinwagen nicht ganz so charismatisch wie ihr Vorgänger und deshalb im guten wie im schlechten Sinne frei von Überraschungen. Aber mit einem neuen Format, einem frischen Design, Fünf-Sterne-Sicherheit und einem sehr erwachsen gewordenen Fahrverhalten hat der jüngste Löwe in der Familie allemal das Zeug, für Peugeot gemeinsam mit 107, 1007 und 206 wieder die Führungsposition im Segment unterhalb der Golfklasse zurückzuerobern.

Obwohl Peugeot den Generationswechsel selbst nur als Evolution wertet, fällt der Neue schon auf. Erstens trägt der 207 ein völlig modernes, muskulöses Design, das es mal mit sportlich aggressiver und mal mit etwas zurückhaltenderer Frontpartie gibt. Und zweitens ist das Auto eine ganze Nummer größer als der bisherige 206. So wurde der Radstand auf 2,54 Meter und die Länge um 20 Zentimeter auf 4,03 Meter gestreckt. Im Fond kann man deshalb deutlich besser sitzen und im Kofferraum mindestens 270 Liter verstauen.

Fahrzeugschein
Hersteller: Peugeot
Typ: 207
Karosserie: Kleinwagen
Motor: Vierzylinder-Turbodiesel
Hubraum: 1.560 ccm
Leistung: 109 PS (80 kW)
Drehmoment: 240 Nm
Von 0 auf 100: 10,1 s
Höchstgeschw.: 193 km/h
Verbrauch (ECE): 4,8 Liter
CO2-Ausstoß: 127 g/km
Kraftstoff: Diesel
Kofferraum: 270 Liter
umgebaut: 923 Liter
Versicherung: 18 (HP) / 21 (TK) / 16 (VK)
Preis: 14.850 EUR
Beim Motorenprogramm sind die Franzosen in Deutschland zunächst noch limitiert. Zum Start werden sie lediglich zwei Benziner mit 1,4 Litern Hubraum und 88 PS (65 kW) oder 1,6 Litern Hubraum und 109 PS (80 kW) sowie einen ebenfalls 1,6 Liter großen und 109 PS (80 kW) starken Diesel anbieten. Mehr Auswahl würde sich der Importeur vom Mutterhaus zwar wünschen. Doch weil es bei uns keinen Selbstzünder ohne Rußpartikelfilter geben soll, sind ihm erst einmal die Hände gebunden. In Frankreich verkauft Peugeot auch andere Dieselversionen - aber eben filterlos. Bald aber soll es, nachdem zunächst das Modell 307 dieses Aggregat erhält, auch ein gefilterter 90-PS-Diesel an den Start gehen. Weniger wacklig ist die Planung bei den Benzinern, wo Peugeot aus einer Kooperation mit BMW bald einen 1,6 Liter großen Direkteinspritzer mit 115 PS oder 150 PS (85 oder 110 kW) übernehmen kann und im September auch den 73 PS (54 kW) starken 1,4-Liter für das Basismodell nachreicht.

Am deutlichsten wird der Schritt vom 206 auf den 207 während der Fahrt, wo der große Kleine jetzt auftritt wie ein kleiner Großer. Merklich souveräner bügelt der Wagen nun auch über schlechte Pisten hinweg und überzeugt mit solider Straßenlage und ordentlichem Komfort. Einzig die elektrische Servolenkung dürfte etwas direkter ausgelegt sein. Viel Spaß macht dabei der große Diesel. Zwar wird den in diesem Segment kaum jemand kaufen. Doch wer es tut, kann sich über 240 und kurzzeitig sogar 260 Newtonmeter Drehmoment freuen, mit denen man lässig überholen und auch steile Straßen schnell hinauf jagen kann. 10,1 Sekunden für den Spurt sind vollkommen in Ordnung, 193 km/h Höchstgeschwindigkeit für einen Kleinwagen wirklich vorzeigbar und der Normverbrauch von 4,8 Litern ein schöner Trost bei notorisch knapper Kasse.

Die Preisliste startet bei 11.650 Euro

Mit den Preisen für den 207 tun sich die Franzosen in Deutschland noch etwas schwer. Zwar steht der Einstieg mit 11.650 Euro schon fest, doch dieses Modell gibt es erst im Herbst. Und die 14.850 Euro für den Diesel sind nicht gerade eine attraktive Referenz. "Alle anderen Preise können wir erst später bekannt geben", so der einhellige Kommentar. Allerdings macht der deutsche Geschäftsführer Olivier Veyrier so viel klar: "Der Preisunterschied zwischen den beiden gleich stark motorisierten Einstiegsvarianten von 206 und 207 beträgt etwa 1000 Euro", und er erklärt dies mit mehr Platz und mehr Ausstattung. Also gibt es beim 207 mehr Auto für mehr Geld. Sparen kann man trotzdem, weil viele reparaturfreundliche Details die Versicherungstarife um bis zu sieben Stufen gesenkt haben.

Bei der Ausstattung dagegen sind sich alt und neu im Kern sehr ähnlich. Wichtige Elemente wie vier Airbags und ABS sind Serie, während für ESP und Fensterairbags in einigen Varianten auch künftig ein Aufpreis fällig wird. Ebenfalls Standard sind elektrische Fensterheber und die fernbedienbare Zentralverriegelung. Neu auf der Aufpreisliste stehen Extras wie die Klimaautomatik mit zwei Temperaturzonen, das Panoramadach, Kurvenlicht und der eingangs zitierte Parfümspender. "Darüber mag man ja im ersten Augenblick schmunzeln", gesteht Peugeot-Sprecher Christophe Chateau ein. "Doch Sie werden sehen: Das ist sehr praktisch, falls Ihr Beifahrer ein anderes Eau de Toilette benutzt als Sie." Und falls einem der neue Duft nun doch nicht schmeckt, lässt man die Düse einfach zu oder bestellt den Luftverbesserer erst gar nicht erst mit.



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