Autogramm Porsche Macan S Der Star von SUVenhausen

Mit dem 911er poliert Porsche sein Image, mit SUV wie dem Macan verdient das Unternehmen viel Geld. Damit das so bleibt, wurde der Bestseller aufgefrischt - ein großer Nachteil an dem Wagen aber bleibt.

Porsche

Der erste Eindruck: Der Macan ist für Porsche eine Blech gewordene Lichtgestalt - und zwar im doppelten Sinne. Erstens ist der Wagen Bestseller des Herstellers aus Zuffenhausen. Zweitens fällt die überarbeitete Version durch raffinierte LED-Scheinwerfer und das Leuchtenband am Heck auf.

Das sagt der Hersteller: Der Macan ist für Baureihenchef Michael Becker der Sportler unter den kompakten SUV. Als der Wagen vor vier Jahren in den Handel kam, sei er das erste ernsthafte Muskelmodell seiner Klasse gewesen. Mittlerweile hat die Konkurrenz nachgezogen, wie Becker einräumt. Mit der Modellpflege soll der Macan wieder eine Spitzenstellung einnehmen. Dabei setzt Becker auf Motoren mit mehr Leistung und neue Details wie das GT-Lenkrad, das den sportlichsten Varianten des Elfers entlehnt wurde. Die meisten Kunden gehören indes nicht der Vollgasfraktion an: Mehr als die Hälfte aller bestellten Macans haben einen Vierzylinder-Basismotor, sagt Becker. Dieser Trend sei noch stärker geworden, seit Porsche den Dieselmotor aus dem Programm genommen habe.

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Autogramm Porsche Macan S: Dick im Geschäft

Das ist uns aufgefallen: Man muss nur um zwei, drei Ecken fahren, dann weiß man, dass Michael Becker recht hat: Kein anderes SUV in dieser Klasse tritt so stramm und sportlich an wie der Macan, zumindest wenn man Sportskanonen von AMG oder ähnlichen Labels beiseitelässt. Der kraftvolle Auftritt ist weniger eine Frage des Antriebs als eine der Abstimmung. Die Federung arbeitet so verbindlich und die Lenkung so direkt, dass der Fahrer sich fast in einem Elfer oder einem Cayman auf Stelzen wähnt. Lustvoll lässt sich dieses SUV durch die Kurven treiben, ohne dass man den höheren Schwerpunkt oder das größere Gewicht spürt. Das war allerdings schon bisher so - die 14 PS, die der 354-PS-V6-Motor im Macan S jetzt zusätzlich mobilisiert, ändern das Fahrgefühl kaum. Und dass man den "Sport"- oder "Sport+"-Modus nun auch im Macan mit einem Drehrädchen am Lenkrad statt einem Taster aktiviert, macht auch keinen großen Unterschied.

Um herauszufinden, was tatsächlich neu ist am Macan, muss man lediglich die Zündung betätigen. Dann leuchtet neben dem weiterhin analogen Cockpit der deutlich gewachsene Touchscreen auf. Mit ihm will Porsche Anschluss beim Infotainment halten. Er wächst von 7,2 auf jetzt 10,9 Zoll Bildschirmdiagonale, ist stets mit dem Internet verbunden, lässt sich individuell konfigurieren und macht manche Taste auf der Mittelkonsole überflüssig. Diese sieht dadurch etwas aufgeräumter aus, aber noch nicht ganz so geleckt wie im großen Bruder Cayenne.

Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des Porsche Macan S - mit unserem 360-Grad-Foto:

Das muss man wissen: Der Verkauf des überarbeiteten Macan hat zum Jahreswechsel begonnen. Zunächst stehen zwei Benzinmotoren zur Auswahl, die als erste in der Porsche-Palette mit einem Otto-Partikelfilter ausgestattet sind. Es gibt den Macan in der Basisversion mit einem 2,0 Liter großen Vierzylindermotor mit 245 PS ab 58.763 Euro und als Macan S mit einem aus Panamera und Cayenne übernommenen V6-Turbo, der aus 3,0 Liter Hubraum 354 PS Leistung und 480 Nm Drehmoment schöpft und mindestens 64.356 Euro kostet.

Weil der Motor etwas stärker ist als bislang und das Doppelkupplungsgetriebe anders übersetzt ist, verkürzt sich die Sprintzeit auf 5,1 Sekunden. Das Spitzentempo liegt bei 254 km/h. Später soll es auch wieder einen Macan Turbo geben. Dieselmotoren sind hingegen endgültig passé. Ein großer Nachteil bleibt: Weiterhin wird Porsche im Macan keinen Plug-in-Hybridantrieb anbieten. Den hat Baureihenleiter Becker zwar untersucht, aber schließlich als zu teuer und mit zu vielen Kompromissen behaftet verworfen. Deshalb müssen E-Fans auf die zweite Macan-Generation in drei bis vier Jahren warten, zu der dann mutmaßlich auch eine rein elektrische Variante gehören wird.

Das werden wir nicht vergessen: Die neuen Extras auf der Optionsliste. Zum einen, weil sie überfällig sind - wie die beheizbare Frontscheibe oder der Lenkeingriff beim Stauassistent. Zum anderen, weil sie teils ironischen Charakter haben - wie die Innenraumluftreinigung. Während die vielen SUV für hohe Schadstoffwerte in Großstädten mitverantwortlich sind, bekommen Insassen des Macans weniger Feinstaub in die Lungen als Fußgänger.

Fahrzeugschein
Hersteller: Porsche
Typ: Macan S (2019)
Karosserie: SUV
Motor: V6-Benzindirekteinspritzer mit Turbo
Getriebe: Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe
Antrieb: Allrad
Hubraum: 2.995 ccm
Leistung: 354 PS (260 kW)
Drehmoment: 480 Nm
Von 0 auf 100: 5,1 s
Höchstgeschw.: 254 km/h
Verbrauch (ECE): 8,9 Liter
CO2-Ausstoß: 204 g/km
Kofferraum: 500 Liter
umgebaut: 1.500 Liter
Gewicht: 1.865 kg
Maße: 4697 / 1923 / 1624
Preis: 64.356 EUR


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viellärmumnichts 21.01.2019
1. Perspektive
Nur mit konventionellen Benzinmotoren? Mich wundert das, denn mit dem Audi etron gibt es doch was im Unternehmen bereits, und Porsche ist ja über Audi anzusiedeln. Ob der Macan seine guten Verkaufszahlen ohne Dieselmotoren in Europa halten kann ist fraglich. Wie Toyota und Lexus wurde er aus vielen Fuhrparks gestrichen, weil diese auf Diesel bestehen. Ich bin über das recht aufwendige Facelift überrascht, eigentlich werden erfolgreiche Fahrzeuge nur mässig zu diesem Zeitpunkt überarbeitet. Hier könnte man sich ne Scheibe von Tesla abschneiden, nachhaltiges Design, der S wird seit 2012 optisch nahezu unverändert gebaut.
suedniedersachse 21.01.2019
2. Vierzylinder?
Das ist lächerlich. Absolut lächerlich. Ich soll ein Heidengeld für einen Laubpuster bezahlen? Absurd.
LauraD 21.01.2019
3. Nun ja... Für ein "Test"...
...etwas zuviel Süffisanz und etwas zuwenig Fahreindruck... Immerhin schön zu lesen, daß VW/Porsche nunmehr auch einen Innenraum-Feinfilter anbietet, wie ihn zB Volvo schon vor vielen Jahren hatte (während der katalytisch reinigende Frontkühler von der Mutter Ford wieder gekippt wurde- m.E. bis heute eine tolle Idee made in Sweden). Bei einem Porsche, auch "auf Stelzen", würden mich doch solche Dinge wie Sitzposition, Seitenhalt, Kurvenverhalten interessieren, bei einem SUV auch ein Gelände Fahreindruck. Was ich außerdem wichtig finde: Kann man/frau die "permanente Internetverbindung" auch abschalten, oder notfalls deaktivieren lassen? Zwar muß sich nicht jeder über einen Angriff der CIA Sorgen machen, aber pfiffige Hacker gibt es immer und die Verbindung zu Lenk- und Bremssystemen ist von kundigen Händen schnell hergestellt - und ob VW für seine Marken auch in 10, 15 oder mehr Jahren noch Sicherheitsupdates gewährleisten kann..... Außerdem möchte man ja evtl auch einfach mal jede Strahlungsquelle ausschalten, und sei es für ein Nickerchen auf dem Standplatz.
ericausdemNorden 21.01.2019
4. Alte Plattform
Nur schade, der Macan hat noch die alte Audi Q5 Plattform, nicht die neue. Somit kauft man alte Technik die selbst Audi zu alt ist.
baggi66 21.01.2019
5. Überlebenswichtig
Für Porsche, damit die Masse der Petrolheads wieder Gas geben kann, für die Menschheit ein weiteres Produkt aus Hightech Deutschland auf das tatsächlich verzichtet werden kann.
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