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Autogramm Range Rover Evoque TD4: Die neue Doppelspitze

Foto: Jürgen Pander

Autogramm Range Rover Evoque TD4 Selbst hingedeichselt

Der Range Rover Evoque ist der Bestseller der Marke. Jetzt ist er überarbeitet worden. Breitbeinig kommt der Kompakt-SUV immer noch daher, gleichzeitig ist er aber bescheidener geworden. Das liegt an der wichtigsten Neuerung.

Der erste Eindruck: Geradlinig, gedrungen, selbstbewusst - das Karosseriedesign des Autos wirkt auch nach vier Jahren Bauzeit noch attraktiv. Deshalb wurden jetzt zur Modellpflege lediglich kleine Veränderungen an den Stoßfängern und dem Kühlergrill vorgenommen. Zudem strahlt der Evoque als erster Typ von Land Rover mit Voll-LED-Scheinwerfern.

Das sagt der Hersteller: Die Briten wissen, dass ihnen mit dem Evoque ein Glücksgriff gelang. Rund 450.000 Exemplare wurden bislang ausgeliefert, jeder dritte weltweit abgesetzte Land Rover ist mittlerweile ein Evoque. Neue, sparsamere Dieselmotoren sollen den Absatz weiter ankurbeln. Und dann ist ja für nächstes Jahr auch noch das Evoque Cabrio angekündigt, ein SUV mit Faltverdeck.

Wie man hört, wird das Auto gegenwärtig strengstens abgeschirmt im 41 Kilometer langen Crossrail-Tunnel unter der Londoner City erprobt; in wenigen Jahren sollen hier die ersten Züge fahren, vorerst sind aber noch die Testfahrer von Land Rover in dem Stollen unterwegs.

Das ist uns aufgefallen: Wenn man SUVs generell eher peinlich findet, ist das Einsteigen in den Evoque erst mal kein Vergnügen. Das Auto wirkt einfach zu breitbeinig und gegelt. Drinnen jedoch verfliegt dieser Eindruck sofort. Die Einrichtung ist modern und zurückhaltend, die neuen Sitze sind bequem und bieten ordentlichen Halt. Außerdem ist von innen heraus die Aussicht gar nicht so schlecht, wie die flachen Scheiben von außen befürchten lassen.

Behaglichkeit ist ein guter Begriff, um die Atmosphäre im Evoque zu beschreiben. Dazu gibt sich der SUV alle Mühe, den Fahrer zum Maßhalten zu erziehen. Im Cockpitdisplay zeigen drei Leuchtsymbole an, wie es um das Beschleunigungsverhalten, die Geschwindigkeit und die Bremsintensität bestellt ist. Strahlen alle Balken grün, darf man sich als verantwortungsbewusster SUV-Fahrer fühlen.

Die fünf Programme für unterschiedliche Fahrbahnbeläge vermitteln einen Hauch von Abenteuerlust. Die Symbole auf der Mittelkonsole stehen beispielsweise für sandigen Untergrund, ruppiges Offroad-Gelände sowie Schnee und Matsch. Wirklich genutzt werden vermutlich aber nur zwei Modi: die Standard- und die Sporteinstellung. Letztere wird durch eine verschlängelte Straße symbolisiert. Wird die Taste gedrückt, leuchten die Cockpitskalen nicht mehr weiß, sondern rot, und dazu werden Fahrwerk und Lenkung straffer, die Gasannahme empfindlicher und das in unserem Testauto verbaute Neungang-Automatikgetriebe dreht die Gänge etwas weiter aus.

Neu im überarbeiteten Evoque sind ein Spurhalteassistent, der gegebenenfalls mit Lenkkorrekturen eingreift, eine automatische Notbremsfunktion bis zu einem Tempo von 60 km/h und eine automatische Heckklappe, die sich per angedeutetem Fußtritt öffnet. Das System an sich kennt man längst von anderen Modellen, neu beim Evoque hingegen sind zwei Sensoren an jeder Ecke des Hecks. Das sei, so belehren die Land-Rover-Leute, besonders hilfreich, wenn beispielsweise ein Anhänger im Schlepp ist und man mit dem Fuß nur schwer unter die Deichsel kommt. Schön, dass auch daran mal jemand gedacht hat.

Das muss man wissen: Der überarbeitete Evoque kommt in diesen Wochen zu den Händlern, die Preisliste beginnt bei 34.500 Euro und zwar für Drei- und Fünftürer gleichermaßen. Im Angebot sind ein Zweiliter-Benziner mit 240 PS sowie zwei nagelneue Zweiliter-Dieselmotoren mit 150 oder 180 PS.

Beim Selbstzünder handelt es sich um eine Eigenentwicklung von Jaguar-Land-Rover (JLR). Das Vollaluminium-Aggregat wiegt lediglich 190 Kilogramm und verbraucht laut Hersteller 18 Prozent weniger als das betagte Vorgängertriebwerk, das noch vom französischen PSA-Konzern zugekauft wurde.

Zum Normverbrauch von 5,1 Liter, was 134 Gramm CO2 pro Kilometer entspricht, tragen die Gewichtsersparnis, reibungsoptimierte Oberflächen und eine neue Niederdruck-Abgasrückführung bei. Eine wälzgelagerte Nockenwelle und eine Ausgleichswelle sorgen für Laufruhe, 430 Nm maximales Drehmoment für ausreichend Antrittskraft.

Bei der Abgasreinigung setzt Land Rover unter anderem auf ein SCR-System mit einem 14,5 Liter fassenden Harnstoff-Tank. Diese Menge Flüssigkeit reicht aus, heißt es beim Hersteller, damit die Stickoxid-Umwandlung in harmloses Wasser und Stickstoff während des gesamten Serviceintervalls von 34.000 Kilometern reibungslos funktioniert. Sollte die Harnstofflösung zur Neige gehen, leuchtet eine Warnlampe auf. Falls der Tank dann komplett leer ist, kann der Motor nicht mehr gestartet werden.

Das werden wir nicht vergessen: Von Flugzeugen kennt man doppelte Leitwerke, bei Autos ist so ein Teil nun ebenfalls zu sehen - und zwar auf dem neuen Evoque. Dort sitzen auf dem Dach, kurz vor der Abrisskante, gleich zwei der kleinen Haifischflossen. Warum das? Weil die Technik für den optionalen Wifi-Hotspot nicht anders untergebracht werden konnte. Wenn also künftig ein SUV mit zwei Dachzacken vor Ihnen auftaucht, wissen sie jetzt zumindest, dass die Insassen Internetempfang haben. Das haben sie teuer bezahlt - mit mindestens 850 Euro Aufpreis.

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