Renault Mégane Grandtour Französische Raumaufteilung

Die bisherigen Modelle waren nur Vorgeplänkel von Renault. Jetzt folgt mit dem Kombi Grandtour die wichtigste Mégane-Variante. Wer noch mehr Platz im Auto braucht, könnte aber auch das ebenfalls neue Modell Scénic oder den ersten Kompaktvan von Peugeot bestellen.


"Der Mégane Grandtour ist für uns die wichtigste Neuheit des Jahres", sagt Renault-Sprecher Thomas May-Englert. Denn während Drei- und Fünftürer der Baureihe gegen den Klassenprimus VW Golf einen schweren Stand haben, schlägt sich der Grandtour erfahrungsgemäß besser. Das könnte demnächst noch deutlicher werden, denn Renault folgt bei der der Preiskalkulation der neuen "Weniger ist mehr"-Strategie, erläutert Deutschlandchef Achim Schaible. "Das neue Modell ist trotz umfangreicherer Serienausstattung in der Einstiegsversion um 600 Euro günstiger als der Vorgänger." Der Aufpreis zum vergleichbaren Fünftürer wiederum liegt bei exakt 1000 Euro; der billigste Mégane Kombi ist also für 18.950 Euro zu haben.

Die Optik des Autos gefällt. Die Dachlinie fällt leicht nach hinten ab, die Seitenfenster laufen spitz zu, die Heckscheibe wurde gerundet und die Rückleuchten markant gestaltet. Zur Serienausstattung zählen sechs Airbags, ESP, Klimaanlage, Dachreling und Keycard statt Zündschlüssel. Darüber hinaus bietet das Auto mehr Platz und Pfiff als viele Wettbewerber.

Gegenüber dem Fünftürer wurden der Radstand des Kombimodells um 5 und die Karosserie um 16 Zentimeter gestreckt. Das Gepäckabteil fasst 524 Liter. Legt man die Rückbank um und stapelt das Ladegut bis unters Dach, steht ein Volumen von 1595 Liter zur Verfügung. Wer lange Lasten transportieren möchte, sollte einen Beifahrersitz mit umklappbarer Lehne bestellen, dann sind auch Latten von 2,55 Meter Länge kein Problem mehr. Ein paar pfiffige Details, machen das Leben mit den Lasten leichter: Die Laderaumabdeckung passt in ein maßgeschneidertes Staufach im Wagenboden, eine ausklappbare Trennwand samt Gummilaschen sorgt für Ordnung in der Kleinteile-Logistik, und die Ladekante ist so niedrig wie bei keinem anderen Kombi dieser Klasse.

Acht Motorvarianten stehen zur Wahl

Je nach Einsatzzweck changiert der Grandtour zwischen Stabelkünstler und Eiltransporter. Die Leistungsskala der je vier Diesel- und Benzinmotoren reicht bis 180 PS, der Preis klettert dann allerdings auf bis zu 28.000 Euro. Häufiger anzutreffen in den Garagen und Reihenhaussiedlungen werden wohl eher Basismodelle wie der Testwagen von SPIEGEL ONLINE sein, der mit einem 110-PS-Benziner bestückt war. Der Motor mit 151 Nm maximalem Drehmoment beschleunigt das Auto in 10,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und am Ende sind bis zu 195 km/h möglich. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei 6,9 Litern - da kann man nicht meckern.

Der Renault Mégane Grandtour ist nicht das einzige Raumfahrzeug aus Frankreich, das in diesen Tagen auf die Straße drängt. Auch Peugeot ist offenbar auf den Geschmack gekommen und kontert die anhaltenden Großraum-Offensive von Renault und Citroën nun ebenfalls mit einem Van in der Kompaktklasse. Der Wagen bekommt das Typenkürzel 5008, feiert Weltpremiere im September auf der IAA in Frankfurt und soll kurz danach zu Preisen ab angeblich knapp unter 20.000 Euro an den Start gehen.

Wie das Crossover-Modell Peugeot 3008 nutzt der Neue die Plattform des 308. Er wird zunächst in vier Motorvarianten mit 110 bis 150 PS angeboten - und mit sieben Plätze in drei Reihen, die zahlreiche Bestuhlungsszenarien erlauben: So können die beiden hintersten Sitze im Wagenboden versenkt werden, die drei Sitze in der zweiten Reihe lassen sich um bis zu 13 Zentimeter verschieben oder ebenfalls umklappen. Damit wächst das Kofferraumvolumen von 210 auf mehr als 2500 Liter. Der Peugeot 5008 deutet außerdem einen Schwenk in der Designrichtung an: das Auto wirkt nicht so grotesk überzeichnet wie einige Peugeot-Modelle zuletzt.

Bei den Kompaktvans tritt Renault mit einem Duo an

Eher umgekehrt agiert Renault beim neuen Modell Scénic. Der kleine Bruder des Grand Scénic, der gemeinsam mit dem Grandtour am kommenden Wochenende in den Handel kommt, sei eher extrovertierter gezeichnet, sagt Produktmanager Sebastien Auguin. "Der Scénic spricht nicht nur Vernunftkäufer an, sondern auch Kunden, die sich durch ihr Fahrzeug von der Masse abheben wollen." Also erhielt der Scénic eine auffällig gezeichnete Front mit in Chrom gefassten Lufteinlässen, dreieckig geschnitten Seitenscheiben und Rückleuchten in Bumerang-Form.

Die praktischen Werte kommen nicht zu kurz. Der Fünfsitzer bietet ein Laderaumvolumen von 470 Litern, wer das Auto als Zweisitzer bewegt, kann 1870 Liter verstauen. Das Motorenangebot umfasst drei Benziner und vier Diesel von 106 bis 160 PS. Die Preisliste des Scénic beginnt bei 19.100 Euro - zum Vergleich: der billigste Grand Scénic kostet 20.200 Euro.

Nachdem Renault und Peugeot die Raumpatrouillen auf Vordermann gebracht haben, haben Familien eine bislang noch nie dagewesene Auswahl unter französischen Fahrzeugen. Die kommenden Ableger der kompakten Baureihen von Peugeot und Renault allerdings fahren in eine andere Richtung: es werden sportliche Coupé-Varianten sein.



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.