Rundumerneuert Ford-Schritt für den Fiesta

Seit 25 Jahren baut Ford den Fiesta und hat inzwischen mehr als zehn Millionen Autos verkauft. Über zehn Jahre mussten die Fiesta-Fans sich in dieser Zeit mit diversen Facelifts zufrieden geben. Ab Mai steht ein komplett neuer Fiesta beim Händler.

Von Frank Wald


Rundum-Erneuerung für das Erfolgsmodell Ford Fiesta

Rundum-Erneuerung für das Erfolgsmodell Ford Fiesta

Soviel vorweg: Das Warten hat sich gelohnt. Der neue Fiesta setzt die von Ford mit dem Focus und Mondeo eingeschlagene Erneuerung fort. Der Wagen fährt sich gut, bietet viel Platz auf kleinem Raum und sieht auch noch ganz anständig aus.

Das polarisierende New Edge-Design, das beim Focus für Aufsehen sorgte, findet sich zwar noch in manchen Karosserie-Details, doch ein Auto, nach dem man sich umdreht, ist der Fiesta sicher nicht. Insgesamt gefällt der Wagen jedoch durch seine klaren Konturen und schnörkellosen Linien. Schließlich soll er jung und alt gefallen.

Bei der Gestaltung des Cockpits allerdings hätte man den Designer etwas mehr Mut gewünscht. Bei einem Kleinwagen darf der Fahrerplatz schon etwas origineller gestaltet werden, als das konventionell gestapelte DIN-Layout im Fiesta daherkommt.

Klare Konturen und schnörkellose Linien

Klare Konturen und schnörkellose Linien

Hier wollte Ford offenbar kein Risiko eingehen: Die großen Rundinstrumente für Geschwindigkeit und Drehzahl sind gut ablesbar, der Aufbau der Mittelkonsole klar gegliedert und der Schalthebel ergonomisch gesetzt. Groß und gut platziert ist der Fernentriegelungsknopf für die Heckklappe, viel zu klein sind allerdings die LED-Displays für Benzinstand und Temperatur im Tacho versteckt.

Auch der Fiesta ist wie sein schärfster Konkurrent VW Polo deutlich gewachsen, was den Insassen zu Gute kommt. 1,46 Meter in der Höhe bieten ausreichend Kopffreiheit und ein großzügiges Raumgefühl. Auf den Rücksitzen findet sich ausreichend Platz, ebenso wie im Kofferraum mit 284 Litern.

Fahrzeugschein
Hersteller: Ford
Typ: Fiesta 1.4 TDCI
Karosserie: Kompaktwagen
Motor: Vierzylinder-Turbodiesel
Hubraum: 1.399 ccm
Leistung: 68 PS (50 kW)
Drehmoment: 160 Nm
Von 0 auf 100: 14,9 s
Höchstgeschw.: 164 km/h
Verbrauch (ECE): 4,3 Liter
CO2-Ausstoß: 114 g/km
Kofferraum: 284 Liter
Preis: 13.690 EUR
Zu den größten Stärken des neuen Fiestas zählt aber vor allem sein Fahrwerk. Den Ford-Ingenieuren ist es gelungen, auch den Modell-Benjamin auf Agilität und Komfort des Focus und Mondeo zu trimmen. Federn und Dämpfer wirken angenehm straff. Mit der direkt ausgelegten Lenkung lässt sich der Fiesta souverän um die Ecken zirkeln.

In schnellen Kurven und beim plötzlichen Gaswegnehmen reagiert er zwar leicht übersteuernd, doch bleibt der Wagen dabei gutmütig und jederzeit beherrschbar. Die elektronische Krücke ESP, die ohnehin erst im Laufe des Jahres angeboten werden soll, braucht der kleine Kölner dafür jedenfalls nicht.

Viel Platz auf kleinem Raum

Viel Platz auf kleinem Raum

Für den Vortrieb sorgen zunächst vier Vierzylinder-Benziner von 58 PS (43 kW) bis 100 PS (74 kW) sowie ein 1,4-Liter-Diesel mit Common-Rail-Technik. Der gemeinsam mit dem französischen PSA-Konzern (Peugeot/Citroën) entwickelte Selbstzünder ist zwar kein Ausbund an Temperament, aber im Stadtverkehr mit seinen 160 Newtonmeter Drehmoment durchaus spritzig zu nennen.

Vor allem sein geringer Durchschnittsverbrauch entschädigt für die ein oder andere Durchzugsschwäche im vierten oder fünften Gang. Ford gibt ihn mit 4,3 Liter an, was bei seinen Fahrleistungen äußerst akzeptabel ist. Man darf auf die noch folgende 92-PS-Variante des Diesel gespannt sein.



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