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24. Februar 2014, 09:39 Uhr

Autogramm Seat Leon Cupra

Adios, GTI

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Übermotorisierte Kompaktwagen haben im Volkswagen-Konzern Tradition, jüngster Aufrüstungsschritt ist der Seat Leon Cupra mit 280 PS. Damit ist der neue Cupra der aktuell stärkste Fronttriebler im VW-Konzern - und lässt auch den Golf GTI alt aussehen.

Der erste Eindruck: Ein paar größere Luftlöcher in der Frontschürze, ein bisschen dicker aufgeblasene Radhäuser - viel mehr ist es nicht, was den neuen Seat Leon Cupra R von seinen Baureihen-Brüdern unterscheidet. Klar - wenn man ohnehin das sportlichste Design in der Kompaktklasse hat, kann man nicht viel draufpacken, ohne dass es peinlich wird.

Das sagt der Hersteller: Emotion und Leistung, ein verführerisches Design und trotzdem hoher Alltagsnutzen - für Seat-Chef Jürgen Stackmann ist der Leon Cupra die Quintessenz der Marke. Kein anderes Auto treibe diesen Ansatz so weit, wie das neue Modell. Diese Strategie lässt zudem Luft für zwei weitere Modelle, die zumindest in den Planungen schon existieren: Ein Kombi für all jene, die wirkliche lange Wege mit ihrem Cupra fahren und dabei auch noch allerhand transportieren wollen, und einen noch schärferen Cupra R, der dann tatsächlich das Zeug zum Rundstrecken-Renner hat.

Das ist uns aufgefallen: Ein Druck auf die Taste mit der Zielflagge in der Mittelkonsole, dann den entsprechenden Fahrmodus ausgewählt, schon spannt das Auto merklich die Muskeln an: Giftig hängt der Vierzylinder-Turbomotor am Gas, schlagartig jagt die Drehzahl nach oben und vehement stürmt der Leon voran.

Dabei ist der Cupra kein Poser, der nur den vorlauten Kavalierstart beherrscht. Dank der variablen Verzahnung der sogenannten Progressivlenkung, die feinfühlig auf kleinste Einschläge reagiert und das Umgreifen auch in engen Kurven praktisch überflüssig macht, dank der adaptiven Dämpferregelung und vor allem dank der Vorderachs-Differentialsperre, die stets ein bisschen mehr Drehmoment ans kurvenäußere Rad leitet, sowie aufgrund von zwei Zentnern weniger Gewicht als beim Vorgängermodell giert der neue Leon förmlich nach Kurven.

So gibt der Leon Cupra die leidenschaftliche Alternative zu den Sportmodellen des VW Golf und stiehlt nicht nur dem GTI die Schau. Auch der nur mäßig stärkere Golf R wirkt gegen den fetzigen Spanier geradezu norddeutsch unterkühlt. Was übrigens auch am Motorklang liegt, der nach dem Druck auf die "Sport"-Taste zu heiserem Gebrüll wird.

Nicht minder eindrucksvoll aber ist das, was Sportler wohl als Cooldown bezeichnen würden. Denn sobald man zurück in den Komfort-Modus schaltet, macht sich der Leon wieder locker und man kann ganz entspannt auch große Distanzen abspulen, ohne dass es später im Rücken zwickt.

Das muss man wissen: Direkt nach der Publikumspremiere auf dem Autosalon in Genf geht der Wagen zu Preisen ab 30.810 Euro in den Handel. Es gibt den Cupra in vier Varianten. Als Drei- oder Fünftürer sowie mit 265 oder 280 PS. Immer steckt unter der Haube ein zwei Liter großer Turbo-Benzindirekteinspritzer. Aus der Abteilung unnützes Wissen: Der Lader verdichtet mit bis zu 1,2 bar pro Stunde 850.000 Liter Luft. Fürs Fahrgefühl entscheidend ist, dass die Motorkraft in einem breiten Drehzahlband bereit steht; ob bei 1700 oder 5600 Touren - immer hat die Maschine den maximalen Biss.

Entsprechend flott geht es im Cupra zur Sache: Wer die starke Version mit dem Doppelkupplungsgetriebe (1700 Euro Aufpreis) bestellt, der schnellt in 5,7 Sekunden auf Tempo 100 und wird erst bei 250 Sachen von der Elektronik eingebremst. Ließe man den Leon laufen, wären mehr als 260 km/h möglich, sagt Entwicklungschef Matthias Rabe.

Mit 280 PS ist der neue Leon Cupra übrigens nicht nur der stärkste Serien-Seat bislang, sondern er ist auch der stärkste Fronttriebler des VW-Konzerns. Zwar bieten die Niedersachsen den Golf R auch mit 300 PS an und bei Audi gibt es einen S3 mit identischer Leistung. Doch in beiden Fällen ist das Leistungsplus an einen Vierradantrieb gekoppelt.

Das werden wir nicht vergessen: Sobald man in den Sportmodus wechselt, springt die Drehzahl mit einem irrwitzigen Tempo um 700 Touren nach oben. Viel deutlicher kann man dem Fahrer kaum signalisieren, dass es jetzt gleich richtig rund geht.

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