Seat Salsa Emoción Geschliffener Nasenbär

VW-Chef Piëch scheint eine neue Liebe entdeckt zu haben: Geländewagen. Nach Volkswagen mit dem Pendant zum Porsche Cayenne und Audi mit dem Steppenwolf fährt nun auch die VW-Tochter Seat konzeptionell ins Gelände.


Klarheit und Purität, so die Spanier, seien die beiden zentralen Pfeiler der neuen Offroad-Studie Salsa Emoción. "Klar und glatt" das Design, "pur und rassig" die Materialien. Im Innenraum zum Beispiel kommt kiloweise transparenter Kunststoff zum Einsatz; die Sitze und das Lenkrad sind mit

Glatt gebügelt ins Gelände: Der Seat Salsa Emoción

Glatt gebügelt ins Gelände: Der Seat Salsa Emoción

wasserabweisendem Leder bezogen. Denn, das meinen die Seat-Leute durchaus ernst, der hübsch geformte Salsa Emoción soll bereit sein für den Einsatz auf Schotter und im Morast.

Doch natürlich wissen die Spanier, dass auch die tollsten Allrad-Autos vor allem auf Asphalt bewegt werden. Also haben sie die Studie als "Multifunktions-Fahrzeug" konzipiert. Drei Einsatzmöglichkeiten sind vorgesehen: Straße, Sport, Offroad. In jeder der drei Bereiche ändert das Auto Fahrwerksabstimmung und Cockpitansicht.

Im Modus Straße zum Beispiel ist die Bodenfreiheit am geringsten, der Fahrer bekommt nur Tachometer und Drehzahlmesser angezeigt. Wird der zentrale Hebel rechts des Fahrersitzes auf "Offroad" gestellt, wächst die Bodenfreiheit um sieben Zentimeter an und im Cockpit erscheinen Kompass, Höhen- und Neigungsmesser. Zwischen den beiden Stufen ist der Modus "Sport" angesiedelt, bei dem sämtliche Instrumente eingeblendet werden.

Wenig aggressiv: Dem Salsa Emocíon hat Seat weiche Linien verpasst

Wenig aggressiv: Dem Salsa Emocíon hat Seat weiche Linien verpasst

Motorisiert ist die im Seat-Entwicklungszentrum in Martorell entstandene Studie mit einer 2,8-Liter-V6-Maschine mit 250 PS (184 kW) und einem maximalen Drehmoment von 297 Nm - genug Kraft für eine Höchstgeschwindigkeit von 233 km/h. Gesteuert wird der Kraftfluss des Allradlers über eine Fünfgang-Automatik mit Tiptronic-Funktion.

Von außen fallen am glattgeschliffenen Seat Emoción vor allem die 18-Zoll-Räder und das Fehlen einer B-Säule auf. Auf eine herkömmliche Motorhaube wurde ebenfalls verzichtet, die Einfüllstutzen für Wasser und Öl sind diskret in kleinen Öffnungen untergebracht, ansonsten benötigt der Motor so gut wie keine Pflege, glaubt Seat.

Was das Auto interessant macht, sind weniger die technischen Features, zu denen auch Kommunikationseinrichtungen wie Internetanschluss sowie vorinstallierte WAP- und UMTS-Zugänge gehören. Vielmehr besticht das Design.

"Latino"-Styling nennt Seat die weichen und doch kraftvollen Linien der Karosserie. Der Salsa Emoción wirkt nicht halb so aggressiv wie etwa der Audi Steppenwolf. In einer automobilen Tierwelt entspräche die Seat-Studie eher - siehe Optik - einem Nasenbär.



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