Skoda Fabia RS Rational rasen

Mit dem Skoda Fabia RS wollte die tschechische Volkswagen-Tochter ein sportliches und zugleich praktisches Auto bauen. In diesen Tagen kommen die ersten Wagen zu den Händlern. Der Fabia RS ist das neue Spitzenmodell der Kleinwagen-Baureihe für vernünftige Racer.

Es gibt tatsächlich noch rundum zufriedene Firmen in Deutschland. Die Skoda Auto GmbH zum Beispiel. "Wir müssten schon sehr lange nachdenken, bis uns ein Grund zur Klage einfiele", sagt Unternehmenssprecher Nikolaus Reichert. Seit neun Jahren in Folge steigerte die Marke ihre Neuzulassungen in Deutschland - das gelang keinem anderen Autohersteller. Auch in den ersten sechs Monaten dieses Jahres legte Skoda zu: Es wurden 44.363 Autos verkauft, was den Marktanteil auf derzeit 2,6 Prozent steigerte.

Wer vom Erfolg so verwöhnt ist, darf sich schon mal ein kleines Abenteuer gönnen. Skoda tut dies in Form eines ungewöhnlichen Sportmodells: Das neue Topmodell der Kleinwagen-Baureihe Fabia bekommt einen 1,9-Liter-Turbodieselmotor mit Pumpe-Düse-Einspritztechnik, der aufgrund seiner Leistung von 130 PS (96 kW) das exakt vier Meter lange Auto auf mehr als 200 km/h beschleunigt. Damit verdient sich das Kraftmeierchen den Namenszusatz RS. Die Lettern stehen für Rallye Sport und sind durchaus wörtlich zu verstehen. Denn der Fabia RS ist das Basismodell für den Fabia WRC. Skodas neuer WM-Renner, der von einem rund 300 PS starken Turbomotor befeuert wird, gab sein Debüt unlängst bei der Deutschland Rallye.

Hersteller:Skoda
Typ:Fabia RS
Karosserie:Kleinwagen
Motor:Vierzylinder-Turbodiesel
Hubraum:1.896 ccm
Leistung PS:130 PS
Leistung kW:96 kW
Drehmoment:310 Nm
Von 0 auf 100:9,6 Sek.
Höchstgeschw.:204 km/h
Verbrauch (ECE):5,1 Liter
CO2-Ausstoß:135 g/km
Kraftstoff:Diesel
Kofferraum:260 Liter
umgebaut:1.016 Liter
Versicherung (HP):19 €
Versicherung (TK):22 €
Versicherung (VK):23 €
Preis:18.980 €

Jetzt folgt sozusagen die Grundversion des Motorsport-Geräts, die nach Auskunft der Skoda-Verantwortlichen "Rationalität und Emotionen" verbinden soll. Rund 600 Exemplare sollen noch in diesem Jahr in Deutschland abgesetzt werden. Das wichtigste Argument der Verkäufer: Der Kleinwagen bietet nicht nur rasante Fahrleistungen und eine sportliche Optik, sondern auch fünf Türen, einen ordentlichen Gepäckraum, einen Durchschnittsverbrauch von 5,1 Liter je 100 Kilometer und viele nette Ausstattungsdetails. Das Experiment sportlicher Diesel ist Skoda auf Anhieb geglückt.

Der Fabia RS entwickelt seine Kraft spontan und druckvoll. Ab 2000 Touren fegt der Wagen los, bis knapp 5000 Umdrehungen pro Minute darf die Maschine ausgedreht werden. Das lästige Leerlauf-Nageln wird mit zunehmender Drehzahl von einem angriffslustig bollernden Motorgeräusch abgelöst. Die Kraftübertragung geschieht mittels eines prima zu schaltenden Sechsgang-Getriebes. Leider scheint das Fahrwerk mit der Kraft des Antriebs manchmal etwas überfordert. Auf kurvigen Abschnitten mit vielen Asphaltflecken wirkt der Wagen vergleichsweise nervös, die Lenkung könnte auf solchen Passagen einen Tick fester. Insgesamt jedoch benimmt sich der Fabia RS erfreulich neutral, die sportliche Gangart in diesem Auto macht Spaß.

Auch die Verbrauchswerte geben Grund zur Freude: Zwar sind die offiziell angegebenen 5,1 Liter als Durchschnittsverbrauch im Alltag wohl kaum zu erzielen, aber auch die 7,1 Liter, die der Bordcomputer unseres Testwagens ermittelte, bleiben angesichts der Fahrleistungen noch im Rahmen. Jedoch, das darf nicht vergessen werden: Unter der RS-Haube verbrennt Diesel. Das spart einige Euro an der Tankstelle, bedeutet aber, dass auch mehr Schadstoffe aus den beiden in einem Edelstahl-Oval zusammengefassten Auspuffrohren geblasen werden. Der Fabia RS erfüllt lediglich die Abgasnorm Euro 3, der CO2-Ausstoß beträgt 138 Gramm je Kilometer und über die Russpartikel-Emission schweigt sich Skoda aus.

Gerne erwähnt wird dagegen die umfangreiche Ausstattung des Wagens. Vier Airbags, ABS, ESP, Xenonscheinwerfer, beheizbare Sportsitze, Klimaanlage, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen sowie eine geteilt umklappbare Rücksitzlehne gehören unter anderem zum Serienumfang. Angenehm ist die optische Zurückhaltung, mit der das Sportmodell auftritt. Die Frontschürze mit den Nebelscheinwerfern gibt dem Bug eine freundliche Ausstrahlung. An der Seite finden sich nur bescheidene Schwellerleisten und der Dachspoiler am Heck fällt auch nicht unangenehm auf. Sympathiepunkte dürften die Skoda-Stylisten auch für die Idee erhalten, die Bremssättel in Grün zu lackieren. Falls die Bremsscheiben einmal glühen, ergibt das einen hübschen Kontrast.

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