Skoda Superb Facelift Sleep well in your Fahrgestell

Kein Auto in der Mittelklasse bietet im Fond so viel Platz wie der Skoda Superb. Das jüngste Facelift bleibt sich in dieser Hinsicht treu - und wird durch zwei originelle Funktionen zum perfekten Schlafwagen.

Skoda

Der erste Eindruck: Feinschliff. Scheinwerfer und Rückleuchten wirken wie aus Kristallglas gemacht, die Streben im Kühlergrill wurden verlängert. Das war es dann auch schon mit den Veränderungen des Superb-Facelifts, die ins Auge stechen.

Das sagt der Hersteller: Vom ersten Tag an ein Erfolg - so feiert Skoda sein Flaggschiff. Immerhin haben die Tschechen von dem 2002 eingeführten Modell bislang 1,3 Millionen Exemplare verkauft und den Marktanteil in der westeuropäischen Mittelklasse dabei kontinuierlich von 1,1 auf 6,5 Prozent gesteigert. Und von Altersschwäche kann keine Rede sein, sagt Pressesprecher Christoph Birringer: Im ersten Halbjahr habe der Superb seinen Anteil in der Mittelklasse in Deutschland noch einmal um 30 Prozent gesteigert - und das, obwohl das Facelift erst jetzt in den Handel kommt. Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb die Überarbeitung so dezent ausgefallen ist.

Das ist uns aufgefallen: 47.150 Euro - die Zeiten, in denen Skoda mal einfach nur billig war, sind lange vorbei. Für den Preis, den die tschechische VW-Tochter für das Flaggschiff des neuen Superb in der noblen Variante Laurin & Klement mit Allrad und 190 PS-Diesel aufruft, gibt's auch einen gut ausgestatteten VW Passat oder wahlweise eine nackte Mercedes E-Klasse.

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Skoda Superb: Zum Einschlafen

Allerdings lässt sich die Limousine aus Kvasiny weder mit dem einen noch mit dem anderen Konkurrenten so richtig vergleichen. Und das, obwohl sie sich mit dem Passat zumindest die Plattform teilt und mit der E-Klasse die Länge der Karosserie. Auf den vorderen Sitzen ist der Abstand zu Mercedes noch am größten. Zwar fühlt man sich im Skoda auf Anhieb wohl, freut sich über den großen Touchscreen, der jetzt auch auf Gesten reagiert und online geht, die solide Materialauswahl und insgesamt die Liebe zum Detail. Doch ganz so seriös wie ein Mercedes, so gediegen, komfortabel und luxuriös kommt der Skoda selbst in der Topausstattung nicht daher. Zum Niveau des Passats aber fehlt dem Superb nicht viel. Warum man für den Bruder aus Wolfsburg also mehr bezahlen soll, erschließt sich nicht.

Spätestens beim Wechsel in die zweite Reihe fährt der Superb im Vergleich mit beiden Konkurrenten ohnehin in die Pole Position: Wo man im Passat schnell mal mit den Knien an der Rücklehne schleift, können Hinterbänkler im 4,87 Meter langen Superb bei 2,41 Meter Radstand auch die Beine übereinanderschlagen. Und selbst im Wettbewerb mit der E-Klasse bietet der Superb im Fond mehr Freiraum. Wer dann von hinten rechts auch noch per Fernbedienung den Beifahrersitz elektrisch nach vorne surren lässt, fühlt sich fast wie in einer S-Klasse. Und der üppige Fußraum geht nicht einmal zulasten des Kofferraums. Der fasst 625 Liter und ist damit ebenfalls Maßstab in dieser Klasse.

In anderen Disziplinen allerdings hält die E-Klasse den Konkurrenten aus Tschechien auf Distanz: Ja, der Superb ist leise und komfortabel. Der 190-PS-Diesel mit der Doppelkupplung steht mit seinen 400 Nm Drehmoment gut im Futter. Doch das Fahrerlebnis in der E-Klasse ist eben doch noch eine Spur feiner. Zumindest seinem bürgerlichen Bruder aus Wolfsburg ist der Skoda aber mindestens ebenbürtig und wegen des längeren Radstandes und der damit größeren Laufruhe vielleicht sogar ein wenig voraus.

Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des Skoda Superb - mit unserem 360-Grad-Foto:

Aufgeholt hat der Superb mit dem Facelift auch bei den Assistenzsystemen. Skoda hat nicht nur erstmals das Matrix-Licht aus dem Konzernbaukasten übernommen, sondern auch sonst alle elektronischen Helfer auf den neuesten Stand gebracht. Das Infotainment geht online, auf der Autobahn fährt man bis Tempo 210 km/h zumindest sekundenweise freihändig, der Notbremsassistent erkennt nun auch Fußgänger. Und wenn der Fahrer auf einer mehrspurigen Straße einen medizinischen Notfall erleidet und nicht mehr handlungsfähig ist, fährt der Superb nun automatisch an den Rand, parkt und ruft um Hilfe.

Das muss man wissen: Der Verkauf des Superb beginnt in diesen Tagen und ist in drei Varianten erhältlich. Zur Limousine mit einem Basispreis von 28.850 Euro gibt es den Combi für einen Aufpreis von exakt 1000 Euro. Und außerdem erstmals auch eine Variante namens "Scout". Dafür stecken die Tschechen je nach Wahl die Topmotorisierungen von Diesel und Benziner in den Kombi und verpassen ihm ein Abenteuerdress: Der Wagen wird um zwei Zentimeter aufgebockt, bekommt rustikale Planken ans Blech, noch etwas mehr Ausstattung an Bord - und dann ein saftiges Preisschild angepappt: Mindestens 46.150 Euro stehen für die Scout-Varianten zu Buche.

Unter der Haube gibt es zunächst die Wahl zwischen drei Benzinern mit 1,5 oder 2,0 Liter Hubraum und 150, 190 oder 272 PS sowie zwei Dieseln, die aus 2,0 Litern 150 oder 190 PS schöpfen. Die buchstäblich spannendste Motorvariante kommt allerdings erst zum Jahreswechsel. Dann gibt es den Superb als ersten Skoda auch mit Steckdosenanschluss als Plug-in-Hybrid: Dafür kombiniert Skoda einen 1,4 Liter großen Benziner von 156 PS mit einer 115 PS starken E-Maschine und kommt so auf eine Systemleistung von 218 PS. Weil der Elektromotor aus einer 13 kWh großen Batterie gespeist wird, fährt der Superb bestenfalls 55 Kilometer ohne Abgase und kommt im Mittel zumindest theoretisch auf einen CO2-Ausstoß von weniger als 40 g/km.

Das werden wir nicht vergessen: Zwei Details aus der Rubrik "Simply Clever", mit der Skoda jedes Mal aufs Neue überrascht. Diesmal: die Kuscheldecke in der Filztasche an den Rücklehnen der Vordersitze und die beiden gepolsterten Hörner, die Hinterbänkler aus der rechten Kopfstütze klappen können. Sie halten das Haupt auch in Kurven gerade und machen den Superb zum perfekten Schlafwagen - nur für den Fall, dass jemandem bei diesem zumindest optisch müden Facelift das große Gähnen kommt.

Fahrzeugschein
Hersteller: Skoda
Typ: Superb (2019)
Karosserie: Limousine
Motor: Vierzylinder-Commonrail-Diesel
Getriebe: 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Antrieb: Allrad
Hubraum: 1.968 ccm
Leistung: 190 PS (140 kW)
Drehmoment: 400 Nm
Von 0 auf 100: 8,0 s
Höchstgeschw.: 232 km/h
Verbrauch (ECE): 4,9 Liter
CO2-Ausstoß: 129 g/km
Kraftstoff: Diesel
Kofferraum: 625 Liter
umgebaut: 1.760 Liter
Gewicht: 1.665 kg
Maße: Länge/Breite/Höhe in mm: 4861 / 1864/ 1468
Preis: 47.150 EUR


insgesamt 112 Beiträge
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Seite 1
observerlbg 16.07.2019
1. Aber, aber, Herr Grünweg
Genau dafür steht Skoda doch nun seit zwanzig Jahren: gepflegte Langeweile aber funktionelle Ausstattung. Nur die Preise bewegen sich, sicher auch dank der hohen Nachfrage, mittlerweile auf typischen VAG-Niveau. Weshalb ich nach vier Skodas nun ein bischen abgekommen bin von der Marke.
ole#frosch 16.07.2019
2. Mittelklasse
Sie nehmen den falschen Mercedes zum Vergleich. Die Mercedes c Klasse ist das Vergleichsmodell. Die E Klasse ist eine Stufe daruber, auch wenn die Größe von Passat und Suberb etwas anderes vermuten lässt.
lignano1969 16.07.2019
3. Es..
ist und bleibt ein Ostblockfahrzeug. Auch wenn VW Teile verbaut werden, heisst es noch lange nicht, dass die Qualität stimmt. ( Bin Automobilverkäufer). Vom Image will ich garnicht reden und von der Optik.. naja..
lila72 16.07.2019
4. # Nr 3:
Er ist und bleibt ein Automobilverkäufer. Unseriös und mit jedem Wort seines Beitrags unsympathisch. Dann ist der Touareg auch ein Oatblockfahrzeug? Wenn ich so einen Unsinn lese wie Sie ihn hier schreiben, möchte ich von Ihnen gewiss kein Auto kaufen. Der Suberb ist schon ein tolles Auto. Solide, unaufgeregt, und v.a. noch seinen Preis wert. Und nein, ich fahre kein Auto dieser Marke
kalsu 16.07.2019
5. Fähnchenhändel - höchstens
Zitat von lignano1969ist und bleibt ein Ostblockfahrzeug. Auch wenn VW Teile verbaut werden, heisst es noch lange nicht, dass die Qualität stimmt. ( Bin Automobilverkäufer). Vom Image will ich garnicht reden und von der Optik.. naja..
Der Audi A3, Q3 und TT wird in Györ gebaut. VW Touareg, Audi Q7 und Porsche Cayenne kommen aus Bratislava. Das sind also auch alles Osblockfahrzeuge für Sie? Sie haben keine Ahnung, davon offensichtlich aber eine ganze Menge.
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