Smart Cabrio Kurz Luft holen

Rund eineinhalb Jahre nach dem Start des Smart bringt die DaimlerChrysler-Tochter nun die Cabrio-Version auf den Markt. Aber hält die offene Variante des Kleinstwagens auch das, was sie verspricht? Das Freiluftmodell im Praxistest.


Eins, zwei, drei - fertig ist das Cabrio: Das Verdeck des Smart öffnet sich in drei Stufen

Eins, zwei, drei - fertig ist das Cabrio: Das Verdeck des Smart öffnet sich in drei Stufen

Was unterscheidet - abgesehen vom Dach - den offenen Smart vom City-Coupé? Gar nicht soviel: Bis auf anders geformte Front- und Rücklichter gibt es äußerlich kaum weitere Differenzen zwischen den beiden Modellen. Etwa 75 Prozent aller Teile wurden für das Cabrio vom Coupé übernommen. Natürlich musste das Fahrwerk steifer ausgelegt werden, um ohne Dach ausreichend Festigkeit zu bieten. Das scheint den Ingenieuren gelungen zu sein: Der Praxistest über zum Teil holprige und kurvige Straßen ergab, dass der Autozwerg tatsächlich nicht zum Knarzen oder gar Verwinden neigt. Auch die Crashtests absolvierte das Cabrio mit Werten, die denen des Coupés entsprechen.

Das Verdeck - das interessanteste Bauteil eines Cabrios - lässt sich beim Smart in drei Stufen öffnen: Stufe eins bedeutet, dass sich das Stoffdach per Knopfdruck nach hinten schiebt und den Blick auf den Himmel freigibt. Bei Stufe zwei wird, wiederum per Tastendruck, das Verdeckteil am Heck - also hinter dem Überrollbügel - nach unten geklappt. Für Stufe drei schließlich müssen die seitlichen Dachholme per Hand ausgeklinkt werden und in der Kofferraumklappe in ein extra dafür vorgesehenes Fach verstaut werden. Das hört sich zwar etwas aufwendig an, in der Praxis funktionierte dieses Verfahren aber ohne Probleme und dauerte keine 30 Sekunden. Der Kofferraum behält übrigens auch bei völlig geöffnetem Fahrzeug seine ursprüngliche Größe.

Zu den unangenehmen Begleiterscheinungen des Cabriofahrens gehören häufig auch die Lautstärke und das erhöhte Erkältungsrisiko. Diese Probleme sind beim Smart Cabrio gut gelöst: Die Insassen sind auch bei größtmöglicher Öffnung des Dachs erfreulich gut gegen Zugluft geschützt - niemand muss einen steifen Nacken befürchten, auch nicht bei flotter Gangart. Und bei geschlossenem Verdeck und Autobahntempo bleiben die Windgeräusche so niedrig, dass man den Smart-Leuten beinahe ein Kompliment machen möchte.

Fahrzeugschein
Hersteller: Smart
Typ: Cabrio & Pulse
Karosserie: Cabrio/Roadster
Motor: Dreizylinder-Benziner
Hubraum: 599 ccm
Leistung: 55 PS (44 kW)
Drehmoment: 80 Nm
Von 0 auf 100: 17,2 s
Höchstgeschw.: 135 km/h
Verbrauch (ECE): 4,8 Liter
CO2-Ausstoß: 114 g/km
Kraftstoff: Superbenzin
Kofferraum: 150 Liter
Versicherung: 14 (HP) / 26 (TK) / 13 (VK)
Preis: 11.346 EUR
Das bleibt einem aber leider im Halse stecken, wenn man den Preis des Autos hört: 22.190 Mark kostet das Basismodell mit dem kryptischen Namen Smart Cabrio & Pulse. Für die besser ausgestattete Version Smart Cabrio & Passion - mit Alurädern, Schublade unterm Fahrersitz, Nebelscheinwerfer, Softtouch-Automatik - müssen sogar 23.990 Mark hingeblättert werden. Ein stolzer Betrag für ein kleines Auto, das ganz große Stückzahlen erreichen soll. Damit diese Gleichung aufgeht, muss dem Mini-Cabrio schon mehr als Sympathie entgegengebracht werden.



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