Subaru Forester Alles Allrad

Subaru gilt als Pionier der Allradtechnik sowie mit dem Modell Forester als Wegbereiter für die höher gelegten Kombis mit Offroad-Qualitäten, denen Volvo Cross Country, Audi Allroad oder BMW X5 folgten. In diesen Tagen rollt die zweite Generation des Bestsellers zum Händler.

Von Frank Wald


Subaru Forester: Wenig nachgefragt und selten geklaut

Subaru Forester: Wenig nachgefragt und selten geklaut

Kapital schlagen konnten die Japaner aus ihrer Vorreiterrolle dennoch nie so richtig. Zumindest auf dem deutschen Markt führen sie nach wie vor ein Nischendasein. Wie sogar das zweifelhafte Kompliment, das der Gesamtverband der Deutschen Wirtschaft (GDV) in seiner jüngsten Diebstahl-Statistik ausstellte, belegt. Trotz des großen Vorliebe der Langfinger für allradgetriebene Autos und Geländewagen, bleiben Subarus meistens unberührt. Keine andere Marke wird seltener geklaut.

Aber auch die zahlende Kundschaft findet nur selten den Weg zum Subaru-Händler. Der Bestseller im deutschen Modellprogramm ist da noch der Forester mit insgesamt 2340 Zulassungen im vergangenen Jahr. Subaru-Geschäftsführer Jens Becker weiß warum: "80 Prozent unserer Kunden wohnen in Orten mit weniger als 50.000 Einwohnern. Aber in Deutschland werden 52 Prozent aller Autos in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern gekauft." Deshalb will die General-Motors-Tochter jetzt zusätzlich Händler in den Ballungsgebieten akquirieren sowie die Vertriebskooperation mit Opel-Händlern verstärken.

Fahrzeugschein
Hersteller: Subaru
Typ: Forester 2.0 XT Turbo
Karosserie: Kombi
Motor: Vierzylinder-Benziner-Boxer
Hubraum: 1.994 ccm
Leistung: 177 PS (130 kW)
Drehmoment: 245 Nm
Von 0 auf 100: 8,3 s
Höchstgeschw.: 202 km/h
Verbrauch (ECE): 9,8 Liter
CO2-Ausstoß: 232 g/km
Kraftstoff: Super
Kofferraum: 387 Liter
umgebaut: 1.525 Liter
Versicherung: 21 (HP) / 33 (TK) / 25 (VK)
Preis: 29.240 EUR
Hinzu kommt das "alte" Problem, mit dem Subaru zu kämpfen hat: das biedere Design. Doch "wir wollen unsere exzellente Technik nicht länger unter durchschnittlichen Formen verstecken", sagt Becker. Mit der Verpflichtung von Andreas Zapatinas, der als Chef des Alfa Romeo Centro Stile für den mehrfach prämierten Alfa 147 verantwortlich ist, wollen die Japaner jetzt eine "Design-Offensive" einläuten. "Ein tolles Auto, das toll aussieht", will Becker in Zukunft von seinen Kunden hören.

Was sich über den neuen Forester noch nicht unbedingt sagen lässt. Gegenüber seinem Vorgänger, der schon keine gestalterische Offenbarung war, hat er sich nämlich kaum verändert. Die Front ziert jetzt ein neuer Kühlergrill mit Multireflektor-Scheinwerfer und Nebelleuchten im Frontspoiler. Größer geschnittene Rückleuchten prägen die neue Heckpartie. In der Länge wurde er um einen Zentimeter auf 4,45 Meter gestutzt. Die übrigen Maße (Breite: 1,735 Meter, Höhe: 1,59 Meter) blieben identisch, ebenso wie die Bodenfreiheit von 19 Zentimeter.

Subaru Forester: Übersichtliche Instrumentengestaltung

Subaru Forester: Übersichtliche Instrumentengestaltung

Dafür wurde der Innenraum mit neuen Materialien ausgestattet. Zwar gibt es auch jetzt kaum ein Detail, an dem das Auge hängen bleibt, doch immerhin sind alle Bedienelemente gut sichtbar und ergonomisch um den Fahrer herumgruppiert und geben keine Rätsel auf. Beim Antrieb hat sich ebenfalls wenig geändert. Zur Verfügung stehen die bekannten Vierzylinder-Boxermotoren. Das Zwei-Liter-Basistriebwerk leistet 92 kW (125 PS), mit Turbo-Aufladung werden daraus 130 kW (177 PS). Beide Motoren gehen mit kräftigem Antritt, wenn auch etwas rau zu Werke. Insbesondere das Turboaggregat überzeugt durch seine Spurtqualitäten, wenn es den 1410 Kilogramm schweren Wagen in knapp acht Sekunden an die 100 km/h-Marke beschleunigt. Beide Triebwerke wurden im Hinblick auf Verbrauch und Emission überarbeit, erreichen aber dennoch nur die Euro-3-Abgasnorm.

Auch sicherheitstechnisch hat der neue Forester einiges, wenn auch nicht alles zu bieten. Serienmäßig an Bord sind neben dem permanenten Allradantrieb, ABS, Scheibenbremsen, Front- und Seitenairbags sowie aktive Kopfstützen. Leider fehlt ein elektronisches Stabilitätsprogramm, das bei einem neuen Fahrzeug dieser Klasse inzwischen üblich ist. Vor allem dann, wenn Subaru sich auch "in Deutschland zielstrebig zur Premium-Marke entwickeln will", wie Jens Becker es formuliert.



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