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Autogramm Suzuki Jimny: Soweit die Rädchen tragen

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Autogramm Suzuki Jimny Ein ganzes Kerlchen

Der Suzuki Jimny sieht nach Spielzeugauto aus, doch das täuscht. Denn im Unterschied zu vielen anderen SUV ist der Knirps tatsächlich fit fürs Gelände.

Der erste Eindruck: Playmobil. Mit dem neuen, kantigeren Design und dem kleinen Format sieht der Suzuki Jimny eher aus wie ein Spielzeugauto als ein echter SUV.

Das sagt der Hersteller: "Wenn es ein Auto gibt, das exemplarisch für die Kernwerte der Marke Suzuki steht, dann ist es der Jimny", schwärmt die Marketing-Abteilung des japanischen Autobauers. Die Begründung: In dem sympathischen Geländewagen spiegelten sich sowohl die Allrad-Kompetenz, als auch das Kleinwagen-Knowhow des Herstellers wider. Und anders als die vielen anderen kleinen SUV, die der Zeitgeist gerade auf unsere Straßen schwemme, sei der Jimny keine Modeerscheinung, sondern seit bereits rund fünf Jahrzehnten eine Konstante im Suzuki-Angebot. Die Geschichte des Autos beginnt, zunächst noch unter der Bezeichnung LJ, im Jahr 1970. Und als Suzuki 1979 auf der damaligen IAA das Deutschlanddebüt vorbereitet, ist er schon in der Startaufstellung. Eckiges Design, kantiger Charakter und eine lange Historie - es ist also gar nicht so weit hergeholt, wenn man den Jimny mit der Mercedes G-Klasse vergleicht.

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Das ist uns aufgefallen: Der will nicht nur spielen. Der neue Jimny mag zwar aussehen, als wäre er von Playmobil, aber er meint es ernst. Viel ernster als die meisten anderen Minis für den Matsch, die gerade so in Mode sind. Denn während Modelle wie Peugeot 2008, Renault Captur oder der neue VW T-Cross im Grunde doch nur aufgebockte Kleinwagen sind und nicht einmal Allradanatrieb bieten, ist der Jimny ein Geländewagen aus altem Schrot und Korn.

Er verfügt über einen zuschaltbaren Allradantrieb und ein Untersetzungsgetriebe, das kraftvolles Fahren bei niedriger Geschwindigkeit ermöglicht. Die Karosserie trägt sich nicht selbst, wie heute meistens üblich. Ein robuster Leiterrahmen übernimmt die Last.

Entsprechend mutig stürzt sich das Auto ins Gelände und wühlt sich tapfer durch den Dreck. Dabei ist es auch ohne aufwändige Offroad-Fahrprogramme vielen stärkeren und teureren Allradmodellen haushoch überlegen - schon allein, weil der Jimny leichter und kleiner ist und so problemlos durch Lücken schlüpft. Wo eine Mercedes G-Klasse oder ein Range Rover durchs Unterholz pflügen wie Elefanten und alles niederwalzen, wuselt der Suzuki Jimny wie ein Wiesel hindurch und findet so bisweilen den einfacheren Weg.

Aber so viel Laune der Jimny offroad macht, so schnell ist der Spaß auf der Straße vorbei. Denn der 1,5 Liter große Vierzylindermotor ist mit 102 PS Leistung zwar laut, aber nicht sonderlich munter. Und mit 145 km/h Höchstgeschwindigkeit und einem Beschleunigungswert weit im zweistelligen Bereich wird das Überholen auf der Landstraße zur Mut- und auf der Autobahn zur Geduldsprobe. Jedoch: Mit dem kurzen Radstand, der eher vagen Lenkung und der nicht sonderlich strammen Federung möchte man eigentlich gar nicht schneller fahren.

Obwohl das Konzept, das Design und vor allem das Innenleben vergleichsweise rustikal sind, hat mit dem Generationswechsel die Moderne im neuen Jimny Einzug gehalten. Neben dem Bauklötzchen-Cockpit gibt es ein Touchscreen-Navigationssystem. Zur Ausstattung gehören eine elektronische Bergabfahrhilfe und Assistenzsysteme, die bei der Einhaltung der Fahrspur helfen, die Aufmerksamkeit des Fahrers überwachen, Notbremsungen einleiten und, das ist neu bei Suzuki, Verkehrszeichen lesen können.

Was es dagegen nicht gibt, ist Platz. Wie auch, bei 3,65 Meter Länge und 2,25 Meter Radstand? Während man vorn noch überraschend gut sitzt, müssen Hinterbänkler Schlangenmenschen sein - sonst kommen sie weder durch die kleinen Türen am großen Vordersitz vorbei, noch schaffen sie es, die Beine in den schmalen Fußraum zu falten. Der Kofferraum ist mit 85 Liter Volumen kleiner als bei den puristischsten Sportwagen - dabei hängt das Ersatzrad doch schon draußen an der Hecktür. Aber ein Gutes hat das winzige Format: Nirgends kann man das Gepäck von hinten so leicht auf die sonst ohnehin unbrauchbare Rückbank werfen wie im Jimny, und auch zum Umlegen der Sitze muss sich niemand verrenken.

Das muss man wissen: Die neue Auflage des Suzuki Jimny kommt ab 27. Oktober in den Handel und startet bei 17.915 Euro als 1,5 Liter-Benziner mit 102 PS Leistung und 130 Nm Drehmoment. Während Käufer beim Getriebe zwischen einer Fünfgang-Schaltung und einer Automatik (1180 Euro Aufpreis) wählen, ist der Antrieb gesetzt: Allrad und Untersetzung sind immer Standard.

Das werden wir nicht vergessen: Kantige Karosserie, große Fenster, kleine Abmessungen, leichtgängige Lenkung - selten war das Parken mit einem Geländewagen so leicht wie mit dem Suzuki Jimny. Auch ohne Birdview-Kamera und 360-Grad-Sensoren. Selbst in der Stadt ist er also den meisten moderner gestrickten SUV überlegen.

Hersteller:Suzuki
Typ:Jimny
Karosserie:Geländewagen
Motor:Vierzylinder-Benziner
Getriebe:Fünfgang-Schaltgetriebe
Antrieb:Allrad
Hubraum:1.462 ccm
Leistung PS:102 PS
Leistung kW:75 kW
Drehmoment:130 Nm
Höchstgeschw.:145 km/h
Verbrauch (ECE):6,8 Liter
CO2-Ausstoß:154 g/km
Kofferraum:85 Liter
umgebaut:830 Liter
Gewicht:1.165 kg
Maße:3645 / 1645 / 1705
Preis:17.915 €
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