Suzuki Swift Fertig zum Flirten

Die Ampel zeigt Rot. Ein Blick nach links. Nebenan im Auto lächelt ein Gesicht. Dann reckt sich ein Daumen in die Höhe, das Lächeln wird noch breiter. Meint sie mich? Natürlich nicht, sie meint das Auto. Knallrot, knuffig, einfach zum Knuddeln sieht er aus - der neue Suzuki Swift.

Von Jürgen Pander


Suzuki Swift: Auffällige Scheinwerfer, muskulöser Auftritt

Suzuki Swift: Auffällige Scheinwerfer, muskulöser Auftritt

Normalerweise wird man in einem Kleinwagen nicht beachtet. Es gibt zu viele davon, sie sind nichts Besonderes. Da fällt es schon auf, wenn man in einem Kleinwagen herumfährt und dann immer wieder mal bemerkt, wie Passanten sich umdrehen, andere Autofahrer herüberschauen oder die Insassen des vorausfahrenden Autos nach hinten blicken. Was ist so sehenswert am neuen Suzuki Swift? Die Grundform erinnert an den Mini: Stummel-Motorhaube und dann eine vergleichsweise große Kabine. Darüber ein flaches Dach, dessen Schraubverschluss-Anmutung noch dadurch verstärkt wird, dass die A- und B-Säulen in neutralem Schwarz gehalten sind.

Die Designer haben es jedenfalls geschafft, dem Swift ein freundliches und auffälliges Aussehen zu verpassen und dabei die Proportionen (3,69 Meter Länge, 1,69 Meter Breite, 1,50 Meter Höhe) so zu wählen, dass im Innern der Eindruck entsteht, man sitzt in einem beinahe schon ausgewachsenen Auto. Dazu beigetragen hat in unserem Fall auch die Tatsache, dass wir mit der fünftürigen Version (Aufpreis 500 Euro) unterwegs waren, in der vier Erwachsene genug Platz finden, um bequem von A nach B oder auch nach C und D zu kommen.

Swift-Innenraum: Erstaunlich geräumig auf kleiner Grundfläche

Swift-Innenraum: Erstaunlich geräumig auf kleiner Grundfläche

Größenmäßig rangiert der Suzuki Swift ziemlich genau zwischen beispielsweise dem Toyota Aygo (3,41 Meter) und dem VW Fox (3,82 Meter). Der Kofferraum ist natürlich bescheiden, reicht aber mit 213 Liter in Normalstellung der Rücksitzlehne aus, um das kleine Wochenendgepäck aufzunehmen. Mit umgelegten Lehnen lässt sich ein Gepäckvolumen von 562 Liter verstauen. Den guten Gesamteindruck bestätigt auch ein Blick auf die glatt und elegant gestaltete Armaturentafel und das klare, moderne Cockpit mit den sauber gezeichneten und hübsch beleuchteten Instrumenten.

Auch in Fahrt schlägt sich der von Suzuki in Europa entwickelte Knirps wacker. Der 1,3-Liter-Vierzylinder dreht willig hoch, wird dabei zwar etwas lauter und rauer, doch das ist okay. Wenn die Autobahn frei und flach ist, sind Geschwindigkeiten von 150 km/h und mehr überhaupt kein Problem. An Steigungen, zumal mit mehr als zwei Insassen, wird es dann allerdings deutlich zäher. Aber auch das geht in Ordnung, denn erstens ist der Suzuki trotz seines forschen Auftritts ein Kleinwagen und zweitens hält sich der Verbrauch - wir errechneten während unserer Testfahrten einen Schnitt von 6,7 Litern - in akzeptablen Grenzen.

Fahrzeugschein
Hersteller: Suzuki
Typ: Swift
Karosserie: Kleinwagen
Motor: Vierzylinder-Benziner
Hubraum: 1.328 ccm
Leistung: 92 PS (68 kW)
Drehmoment: 116 Nm
Von 0 auf 100: 11,0 s
Höchstgeschw.: 175 km/h
Verbrauch (ECE): 6,2 Liter
CO2-Ausstoß: 147 g/km
Kraftstoff: Superbenzin
Kofferraum: 213 Liter
umgebaut: 562 Liter
Versicherung: 17 (HP) / 16 (TK) / 19 (VK)
Preis: 10.990 EUR
Vorläufig bietet Suzuki das Auto nur mit diesem Aggregat an. Im Herbst soll ein 1,5-Liter-Benziner mit 102 PS das Angebot ergänzen, Anfang 2006 dann ein 1,3-Liter-Diesel mit 70 PS. Zur Wahl stehen jedoch drei Ausstattungsversionen (Club, Comfort, Comfort+), wobei die Sicherheitsausstattung für sämtliche Versionen mit sechs Airbags, ABS, fünf Dreipunktgurten samt höhenverstellbaren Kopfstützen und Isofix-Kindersitzbefestigung ordentlich ist. Nebelscheinwerfer gibt es nur in der Topversion "Comfort+" (ab 13.990 Euro), das ist ärgerlich. Außerdem erhält man in diesem Modell ein CD-Radio mit integriertem Navigationsgerät. Der elektronische Fährtensucher schickte uns jedoch mehrfach in die Irre, so dass wir von diesem Detail getrost abraten können.

Wenig überzeugend präsentierte sich auch das schlüssellose Schließsystem. Zwar ist es bequem, den Transponder einfach in der Tasche zu behalten und den Motor per Dreh am Zündschloss ohne Extra-Schlüssel zu starten. Doch das klappte mit unserem Testwagen mehrfach erst nach längerer Fummelei und erneutem Ver- und Entriegeln der Schlösser. Wie gesagt: Wenn die Nebelscheinwerfer nicht wären, gäbe es keinen Grund, das "Comfort+"-Paket in die Kaufüberlegung mit einzubeziehen.

Suzuki Swift: Steiles Heck, putzig ausgestellte Radhäuser

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Abgesehen von solchen Details hinterließ der Suzuki Swift einen respektablen Eindruck. Bei Kleinwagen hat die Marke, die unter den Motorradherstellern zu den ganz Großen gehört und im vergangenen Jahr in Deutschland knapp 25.000 Autos verkaufte, den Bogen heraus. Man habe den Anspruch, teil Suzuki mit, im "Kleinwagensegment als Vorreiter" aufzutreten. Mag das in der Vergangenheit nicht aufgefallen sein, mit dem neuen Swift werden die Japaner diesem Anspruch durchaus gerecht.



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