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Toyota Aygo: Jetzt ganz frisch

Foto: Jürgen Pander

Toyota Aygo Zwergfest

Es gibt erfrischende, attraktive Kleinwagen, und zwar ohne Premium-Firlefanz. Der Toyota Aygo ist so einer. Wenn man ihn als Viertürer fährt, fehlt einem im Autoalltag eigentlich - gar nichts.

Wie fühlt sich der Toyota Aygo an? Natürlich wie ein Auto. Aber da ist noch was anderes. Eine Empfindung, so ähnlich, wie wenn man im Frühling, nach Monaten mit Rollkragenpulli, Mantel und Schal, zum ersten Mal wieder nur im T-Shirt nach draußen gehen kann. Leicht, luftig, beweglich. Genau so fühlt sich der Toyota Aygo an.

Wenn man die Tür zuzieht, hört man ein Blechteil das ins Schloss fällt, und kein gedämpftes Einrasten einer Tresoröffnung. Wenn man den Motor anlässt, hört man ein herzhaftes Dreizylinder-Rasseln, und kein weit entferntes Gebrummel. Das sind die ersten Eindrücke die man von dem Kleinwagen aufschnappt, und sie prägen auch nach etlichen Kilometern das Gesamtbild des auf raffinierte Art einfachen Autos.

Ein bisschen stolz auf ein bisschen Auto

Warum raffiniert? Weil der Aygo alles hat, was man von einem Kleinwagen erwartet und darüber hinaus noch etwas bietet, dass vielen Autos - ganz gleich welcher Kategorie - fehlt: Originalität. Markantestes Beispiel ist die Frontpartie im sogenannten X-Design. Wie ein riesiges Andreaskreuz ziehen sich die Kontrastlinien einmal quer über die Karosserie - jeweils vom Außenspiegel bis unters gegenüber liegende Radhaus.

"Kleinwagenbesitzer möchten, wie alle anderen auch, ein Auto fahren, das ihnen gefällt und auf das sie stolz sein können", sagt David Terai, der Chefingenieur des Aygo. "Genau so einen Kleinwagen wollte ich auf die Räder stellen." Nun kann man die Optik des Autos genial oder grässlich finden, ganz sicher hebt sie sich von allen anderen Karosserien in dieser Klasse ab und schafft damit eine eindeutige Identifikation - bei Aygo-Besitzern natürlich eine durchweg positive.

Was auch daran liegt, dass die Toyota-Designer ihre Ideen nicht schon beim Außendesign verpulvert haben, denn auch innen wirkt das Auto zwar einfach, aber doch ansprechend gemacht. Das liegt an der Armaturentafel im Farbton des Außenlackes (Vulcanrot, 150 Euro Aufpreis), am poppig gestalteten Cockpit und am Sieben-Zoll-Touchscreen in der Armaturentafel, über den sich die Musikanlage, das Navigationsgerät oder die Smartphone-Anbindung via Mirror-Link steuern lässt. Auf dem Bildschirm erscheint auch das Bild der Rückfahrkamera. Toyota preist das System als erste Rangierhilfe in einem derart kleinen Auto - doch vielmehr stellt sich die Frage, ob das in einem 3,45 Meter langen Auto wirklich nötig ist.

Eine Motorisierung, zahlreiche Ausstattungsvarianten

Gerade die äußeren Abmessungen bei zugleich gewitzter Raumausnutzung machen den Aygo zu einem idealen Allroundauto für den Stadt- und Nahverkehr. Vier Sitzplätze und ein Kofferraum mit einem Ladevolumen von 168 Liter stehen im Normalfall zur Verfügung. Bei umgeklappten Rücksitzlehnen wird aus dem Wagen ein Zweisitzer mit rund 700 Liter Stauraum im Fond, das reicht für die meisten Transportaufgaben.

Bei den Ausstattungsvarianten und -optionen bietet ausgerechnet der kleine Aygo eine für Toyota völlig untypische Vielfalt an. Sieben Versionen des Wägelchens sind erhältlich, und zwar jeweils mit drei oder fünf Türen (350 Euro Aufpreis). Monokultur herrscht dagegen im Motorraum, denn den Aygo gibt es ausschließlich mit einem 1-Liter-Dreizylinder-Benziner mit einer Leistung von 69 PS. Das quirlige, jedoch gerade beim Anfahren reichlich vorlaute Aggregat tritt serienmäßig mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe an, eine automatisiertes Schaltgetriebe kostet 600 Euro Aufpreis.

Ein Auto für die Kurzstrecke

Als Durchschnittsverbrauch gibt Toyota 4,2 Liter je 100 Kilometer an. Wir kamen bei unseren Testfahrten, zumeist Kurzstrecken im Stadtverkehr, auf einen Schnitt von 5,9 Liter. Sparsam ist das nicht, aber vermutlich einigermaßen realistisch, denn so werden Autos dieses Typs nun mal vorrangig bewegt. Zumal längere Strecken kein Vergnügen sind, dazu sind die Sitze auf Dauer zu unbequem und einen plärrenden Motor mag man auch nicht stundenlang ertragen.

Ab 9950 Euro ist der Aygo im Angebot, und damit ist der Toyota schonmal der teuerste unter den baugleichen Kleinwagen-Drillingen aus dem tschechischen Werk Kolin, zu denen noch der Peugeot 108 (ab 9850 Euro) und der Citroën C1 (ab 9090 Euro) gehören. Das von uns gefahrene Modell "x-wave" allerdings kostet als Fünftürer satte 14.250 Euro. Weil der Wagen unter anderem mit 15-Zoll-Leichtmetallfelgen, einen elektrischen Faltdach, dem Multimedia-System inklusive Rückfahrkamera sowie der Armaturentafel in Wagenfarbe ausgestattet war.

Hotspot im Handschuhfach

Im Handschuhfach steckte obendrein noch eine WiFi-Box mit spezieller Hochgeschwindigkeits-Dual-Antenne, die bis zu fünf Endgeräte während der Fahrt mit dem Internet verbindet. Das funktioniert überzeugend - auch bei Autobahntempo, auch in abgelegeneren Landstrichen. 400 Euro Aufpreis verlangt Toyota für den eingebauten Hotspot - eine SIM-Karte nicht inbegriffen.

Ob man nun auf manche Extras verzichten möchte, kann oder muss - der Aygo bleibt ein erfrischender Autoknirps. Sehr praktisch, überaus kompakt und erfreulich eigenständig - drei Dinge, die bei vielen anderen Autos auch gegen Aufpreis nicht verfügbar sind.

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