Toyota Land Cruiser Legende mit Luxus-Ambitionen

Er schüttelt Touristen durch die ägyptische Wüste, Expeditionsteams durch den südamerikanischen Dschungel oder Rallye-Piloten zu Paris-Dakar-Siegen. Der Toyota Land Cruiser gehört neben Chrysler Jeep und Land Rover Defender zu den echten Klassiker der Offroad-Szene. Mit dem neuen Modell schreiben die Japaner die Allrad-Legende fort.

Von Frank Wald


Toyota Land Cruiser: Bullige Karosserie, permanenter Allradantrieb

Toyota Land Cruiser: Bullige Karosserie, permanenter Allradantrieb

Schon seit über 50 Jahren fährt der Toyota Land Cruiser in die entlegensten Winkel der Welt. Das erste Modell mit der weniger griffigen Bezeichnung BJ 40 kam 1951 auf den Markt und sah noch aus wie eine originalgetreue Kopie des amerikanischen Militär-Jeep-Willys, mit dem die US-Boys im Zweiten Weltkrieg in der Normandie landeten. Sechs Jahre später war das Modell der erste Toyota überhaupt, der aus Japan exportiert wurde - wenn auch nur ganze vier Exemplare. Heute wird der Land Cruiser in 127 Ländern ausgeliefert und ist mit über vier Millionen Fahrzeugen der meistverkaufte Geländewagen aller Zeiten. Allein in Europa rollen zurzeit rund 200.000 Fahrzeuge.

Auch die jetzt vorgestellte siebte Generation, die am 18. Januar in die deutschen Showrooms rollt, hält am klassischen Grundkonzept des robusten Offroaders fest: bullige Karosserie auf einem stabilen Leiterrahmen, die mit permanentem Allradantrieb, Differenzialsperren und Geländeuntersetzungen über Stock und Stein klettert. Dazu kommen in der modernen Ausführung jetzt noch allerlei elektronische Helferchen, die auf den üblichen Kürzel-Kauderwelsch hören. So beispielsweise in der Version mit Automatikgetriebe die Bergabfahrhilfe DAC (Downhill Assist Control) und Bergabfahrkontrolle HAC (Hill Start Assist Control), mit der steile Abschnitte, Steigungen auf losem Untergrund oder verschneite Passagen ihren Schrecken verlieren. Oder auch ein permanent variabler Allradantrieb, der automatisch die optimale Verteilung der Antriebskraft auf Vorder- und Hinterachse vornimmt sowie im Zusammenspiel mit der aktiven Traktionskontrolle A-TRC über Raddrehzahlsensoren und ABS-Bremssystem auf die Räder mit ausreichender Haftung umlenkt. Damit werden Fahrten im Gelände zum Kinderspiel.

Aber auch auf Asphalt sorgt moderne Elektronik für Sicherheit und Pkw-ähnlichen Fahrkomfort. Dazu gehören ABS, elektronische Bremskraftverteilung und Bremsassistent wie auch das elektronische Stabilitätssystem VSC. Die Land Cruiser Top-Version Executive fährt außerdem serienmäßig mit dem aktiven Federungssystem TEMS (Toyota Electronically Modulated System) mit luftgefederter Hinterachse. Es reguliert, abhängig von Fahrzustand und Geschwindigkeit automatisch die Dämpfung an jedem einzelnen Rad. Dadurch soll die Karosserieneigung in Kurven gemindert werden. Was wir nach unseren Testfahrten allerdings nur bei moderatem Tempo bestätigen konnten. Bei schnellerer Fahrt greift der Beifahrer durch den konstruktionsbedingt hohen Schwerpunkt automatisch zum seitlichen Haltegriff. Darüber hinaus bietet TEMS jedoch einen automatischen Niveauausgleich, mit dem Karosserie zwecks größerer Bodenfreiheit um 30 Millimeter angehoben oder auch zur leichteren Beladung um dasselbe Maß abgesenkt werden kann.

Fahrzeugschein
Hersteller: Toyota
Typ: Land Cruiser 3,0 D-4D
Karosserie: Geländewagen/Pickup/SUV
Motor: Vierzylinder-Turbodiesel
Hubraum: 2.982 ccm
Leistung: 163 PS
Drehmoment: 343 Nm
Von 0 auf 100: 12,7 s
Höchstgeschw.: 165 km/h
Verbrauch (ECE): 9,4 Liter
CO2-Ausstoß: 249 g/km
Kraftstoff: Diesel
Kofferraum: 403 Liter
Versicherung: 35 (TK) / 24 (VK)
Preis: 33.100 EUR
Angetrieben wird der neue Land Cruiser zunächst von dem bereits im Vorgänger erhältlichen 3-Liter-Common-Rail-Dieselmotor mit 163 PS (120 kW). Das durchzugsstarke Aggregat zieht sowohl den Dreitürer wie auch die fünftürige Variante souverän nach vorne. Wenn auch keine Geschwindigkeitsrekorde damit aufzustellen sind. Auf der Autobahn geht dem Selbstzünder bei leichten Steigungen leicht die Luft aus. Erst im April soll noch ein komplett neuer V6-Zylinder-Benziner mit vier Liter Hubraum und 249 PS hinzukommen. Was auch für die Marketingstrategie nicht ganz unwichtig wäre. Denn Toyota möchte mit seinem frisch gestylten Allradler neben der klassischen Offroad-Kundschaft die wachsende Zahl der Luxus-SUV-Käufer, die mehr auf statt abseits der Straße fahren, locken.

Neben dem Basismodell Land Cruiser C bietet Toyota deshalb eine mittlere Ausstattung an, die bereits serienmäßig Kotflügelverbreiterungen, Stoßfängern und Flankenschutz in Wagenfarbe, Leichtmetallfelgen, Tempomat, getrennt regelbarer Klimaautomatik und eine CD-Audioanlage an Bord hat. Die Top-Version Executive bietet darüber hinaus Lederausstattung, Glas-Schiebe-/Hubdach, elektrisch einstellbare und beheizbare Sitze, DVD-Navigation mit Touchcreen-Bildschirm, eine zusätzliche Klimaautomatik für die Fondpassagiere sowie das erwähnte Federungssystem. Mit Vierstufenautomatik und V6-Benziner dann allerdings auch zum Luxus-Preis von 54.500 Euro.



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