Toyota RAV4 Farblos in den Großstadt-Dschungel

Einst hat Toyota mit dem RAV4 eine ganze Generation von Autos begründet, die zwar wie Geländewagen aussehen, aber doch eher für den Parcours rund um die Straßencafés gemacht sind. Die zweite Auflage des Alltags-Allraders bleibt dahinter zurück.


Mögen Sie Autos in Blau? Grün? Oder lieber Silber? Dann haben Sie beim neuen Toyota RAV4 Pech gehabt. Denn die zweite Generation des japanischen Freizeit-Geländewagens rollt ab 19. August

Aufpreis für die Farbe: Serienmäßig bietet Toyota den RAV4 nur in Casablancaweiß an

Aufpreis für die Farbe: Serienmäßig bietet Toyota den RAV4 nur in Casablancaweiß an

serienmäßig nur in Casablancaweiß vom Band. Will der Kunde Farbe bekennen, muss er auf den regulären Verkaufspreis noch einmal 750 Mark drauflegen. Auch sonst zeigt die Neuauflage einige Schönheitsfehler.

Als der RAV4 1994 erstmals auf dem Markt erschien, löste er einen regelrechten Trend aus. Bis heute hatte Toyota allein in Deutschland rund 40.000 Autos verkauft. Mit dem leichten Allradler konnten zwar keine echten Kletterpartien bestanden werden, durch die Offroad-Optik und die höhere Sitzposition machte der RAV4 dafür im Großstadt-Dschungel eine gute Figur.

Honda CRV und HRV, Suzuki Vitara, Land Rover Freelander oder Mitsubishi Pinin fahren heute erfolgreich auf dieser Welle mit. Höchste Zeit für den Trendsetter , neue Maßstäbe zu setzen.

Doch so markant auch das Design des ersten Wurfs war, der Nachfolger geht in der Masse der Konkurrenz unter. Der neue RAV4 wurde, so sagen die Japaner, "erwachsener". Soll heißen: etwas bulliger, breiter und höher. Die unverwechselbare Form ist leider auf der Strecke geblieben.

Aufgepeppt: Applikationen in Titandesign sollen dem RAV4-Cockpit einen sportlichen Touch geben

Aufgepeppt: Applikationen in Titandesign sollen dem RAV4-Cockpit einen sportlichen Touch geben

Nichts zu meckern gibt es dagegen beim Blick unter die Motorhaube. Hier arbeiten wahlweise zwei moderne Leichtmetall-Vierzylinderaggregate mit 1,8 Liter (125 PS) und 2,0 Liter Hubraum (150 PS). Auch die Sicherheitsausstattung wurde auf den neuen Stand gebracht: ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung, Scheibenbremsen rundum, Fahrer- und Beifahrerairbag sowie ein Schleudertrauma-Schutzsystem gehören zur Serienausstattung. Seitenairbags werden wohl erst beim nächsten Modell-Lifting hinzu kommen.

Aufgepeppt wurde auch das Cockpit. Drei hell hinterlegte Rundinstrumente, ein griffiges Dreispeichenlenkrad sowie Applikationen in Titandesign geben dem Fahrerplatz eine sportliche Note.

Der Innenraum des RAV4, der nach wie vor als Drei- und Fünftürer, aber nicht mehr als Cabrio-Version angeboten wird, wurde variabler gestaltet. So sind die Rücksitze einzeln um 15 Zentimeter verschiebbar, je nach Anforderung an Passagier- oder Gepäckraum. Beim Dreitürer ergibt sich dadurch ein Volumen von 150 bis 230 Liter, beim Fünftürer 400 bis 520 Liter - rund 30 Prozent mehr als beim Vorgänger.

Das Modellprogramm des RAV4 umfasst in der neuen Generation fünf Ausstattungsvarianten. Das Basismodell mit dem 1,8-Liter-Motor ist allerdings nur als Fronttriebler ab 34.500 Mark zu bekommen. Die Allradversionen mit 2-Liter-Triebwerk beginnen bei 41.300 Mark. Top-Version ist der RAV4 2.0 4x4 Limited Fünftürer mit Automatik für 55.250 Mark - plus 750 Mark für die Farbe.



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